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  • Interviews
Gespräch mit der Künstlerin Alessanara

Gedanken, Emotionen und Ideen greifbar machen

Alessanara mit Kunst © Alessanara Fineart

Schlussendlich ist Kunst in der Regel eine Möglichkeit für Menschen, ins Innenleben anderer Menschen einzutauchen. Künstlerinnen und Künstler öffnen sich und geben ihre Sichten frei und stellen diese zum Diskurs. Man darf begeistert sein davon, die Kunst berührend finden, aber auch ablehnen oder zerreden. Und dabei lernen die Betrachtenden, Hörenden, Lesenden oder Fühlenden auch etwas über sich selbst.

Alessanara ist noch lange kein Weltstar im Kunstzirkus. Aber sie stellt ihre Kunst zur Diskussion. Lassen wir sie auf uns wirken. Ahoi-Redakteur Shevek Walden sprach mit ihr:

Ahoi: Guten Tag, liebe Alessanara. Auf Facebook spült es mir regelmäßig Deine Werke in die Timeline. Auf Deiner FB-Seite stand auch: „Meine Kunst soll nicht nur gefallen, sondern auch zum Nachdenken anregen: Wie sehr sind wir eigentlich mit der Natur verbunden?“ Was ganz konkret meinst Du damit?

Alessanara: Wir leben in einer Zeit, in der man sich mehr Gedanken darüber macht, ob das Smartphone genug Akku hat, als ob die Bienen noch genug Blumen finden. Ich finde, wir haben durch die Hektik des Alltags (Job, Familie, der endlose Versuch, alle To-do-Listen abzuarbeiten) etwas die Verbindung zur Natur verloren. Dabei sind wir ja nicht nur Gäste auf diesem Planeten, sondern ein Teil eines gigantischen Ökosystems, in dem alles miteinander verwoben ist.

Und doch verschmutzen wir unsere Meere, betreiben Raubbau an unseren Wäldern und halten Tiere unter schrecklichen Bedingungen – alles für kurzfristige Vorteile. Ich hoffe, dass meine Kunst die Menschen für einen Moment innehalten lässt, damit sie sich fragen: „Wie sehr sind wir eigentlich noch mit der Natur verbunden? Und was kann ich tun, um das zu ändern?“

Ahoi: Wie kam es, dass Du Künstlerin wurdest?

Alessanara: Wie bei vielen hat es mit kleinen Kritzeleien in der Kindheit angefangen – nur habe ich den Stift nie wirklich aus der Hand gelegt. Malen war für mich nie nur ein Hobby, sondern immer eine Art, meine Gedanken, Emotionen und Ideen greifbar zu machen.

Natürlich gab es Zeiten, in denen die Kunst in den Hintergrund rückte: Schule, Studium, Arbeit; aber ganz losgelassen hat sie mich nie. Irgendwann habe ich gemerkt, dass ich sie nicht einfach als „Hobby für später“ betrachten kann, sondern dass sie ein fester Bestandteil meines Lebens bleiben muss.

Heute male ich nebenberuflich, aber mit der gleichen Leidenschaft wie jemand, der es Vollzeit macht. Es ist mein kreativer Ausgleich, meine Möglichkeit, etwas zu erschaffen, das Menschen bewegt. Und wenn meine Kunst es schafft, Emotionen auszulösen oder Menschen zum Nachdenken zu bringen, dann fühlt sich das unglaublich erfüllend an.

Ahoi: Auf Deiner Homepage gibt es die Möglichkeit, Dich mit Kakao zu unterstützen. Das musst Du wirklich erklären. Wie funktioniert denn diese Kakaospende?

Alessanara: Manche Menschen lieben meine Kunst, können aber aus Platz- oder finanziellen Gründen kein Original oder einen Druck kaufen – möchten mich aber trotzdem gern unterstützen. Und da ich eine große Kakao-Liebhaberin bin, dachte ich mir: Warum nicht das Angenehme mit dem Nützlichen verbinden?

Wenn ich an einem Kunstwerk sitze, gibt es immer diesen Moment, in dem ich das Bild auf mich wirken lasse und darüber nachdenke, was es noch braucht. Und genau dann gönne ich mir eine Tasse Kakao – bestenfalls einen richtig guten, cremigen, schokoladigen Traum von Kakao. Die Kakaospende gibt es in verschiedenen Kategorien, von 1 bis 10 Euro – quasi vom „kleinen Schlückchen“ bis zum „edelsten Schokoladentempel“. Und ja, richtig guter Kakao kann tatsächlich eine kleine Investition sein. Für mich ist er ein kleiner Glücksmoment, eine kreative Verschnaufpause, ein Ritual, das mich inspiriert und mir neue Energie gibt.

Kurz gesagt: Wer mir einen Kakao spendiert, schenkt mir einen wohlig-warmen Motivationsschub und vielleicht sogar den entscheidenden Funken für mein nächstes Kunstwerk.

Ahoi: Beim Kauf Deiner Bilder unterstütze ich den Naturschutz. Wie ganz konkret?

Alessanara: Ich spende 10 Prozent des Erlöses meiner Originalwerke an One Tree Planted, eine Organisation, die weltweit Aufforstungsprojekte unterstützt. Pro gespendetem Euro wird ein Baum gepflanzt; das heißt, mit Deinem Kauf trägst Du nicht nur dazu bei, Deine Wände zu verschönern, sondern auch unseren Planeten wieder etwas grüner zu machen. Win-Win.

Die Organisation setzt sich in verschiedenen Regionen der Welt für den Wiederaufbau von Wäldern ein; sei es in Nord- und Südamerika, Afrika, Asien oder Europa. Es geht nicht nur darum, irgendwo einen Baum in die Erde zu pflanzen. Diese Projekte helfen auch dabei, bedrohten Tierarten ihren Lebensraum zurückzugeben, die Luft- und Wasserqualität zu verbessern und sogar lokale Gemeinschaften mit Jobs zu unterstützen.

Also, während Dein neues Kunstwerk bei Dir zuhause strahlt, wächst irgendwo auf der Welt ein kleiner Baum, der CO₂ aus der Luft zieht und Vögeln ein neues Zuhause bietet.

Ahoi: Gibt es eigentlich Ausstellungen mit Deinen Bildern? Wie erfahren die Menschen von Deiner Kunst?

Alessanara: Ich habe meine Bilder schon vorher verkauft, aber erst letztes Jahr beschlossen, das Ganze auf das nächste Level zu bringen. Seitdem stehen Kunstmessen, Kunstmärkte und Ausstellungen ganz oben auf meiner To-do-Liste. Die Bewerbungen sind fast fertig.

Wo genau meine Werke in Zukunft ausgestellt werden, entscheidet sich bis Mitte des Jahres. Aber keine Sorge, sobald es feststeht, werde ich es überall verkünden. Bis dahin kann man meine Kunst natürlich jederzeit auf Instagram und Facebook (beides unter @Alessanara) entdecken – und für alle, die sich schon mal umsehen (oder verlieben) möchten, gibt’s alles auf meiner Homepage.

Ahoi: Und wo hast du Dir Deine Skills angeeignet?

Alessanara: Kurz gesagt: Stift in die Hand, Pinsel dazu – und nie wieder losgelassen. Seit meiner Kindheit male ich ununterbrochen, und irgendwann war klar: Das ist einfach mein Ding! Besonders die Tiermalerei hat es mir extrem angetan. Es gibt einfach nichts Spannenderes, als Fell, Haut, Borsten oder Schuppen auf Leinwand zum Leben zu erwecken. Manche Strukturen sind eine echte Herausforderung, andere wiederum erstaunlich leicht – mit der richtigen Technik ist (fast) alles möglich!

Mein Stil hat sich über die Jahre stetig weiterentwickelt: von realistischen Farbtönen hin zu einer viel bunteren, expressiveren Darstellung. Natürlich liebe ich es immer noch, Tiere in natürlichen Farben zu malen, aber manche schreien einfach förmlich nach knalligen, leuchtenden Tönen! Besonders Meereswesen haben es mir derzeit angetan. Ich habe noch einige auf meiner Liste, die unbedingt gemalt werden wollen – sie strahlen so eine unglaubliche Ruhe aus, und vielleicht liegt es daran, dass ich mich selbst extrem zum Wasser hingezogen fühle.

Außerdem experimentiere ich wahnsinnig gern mit Licht und Schatten, um meinen Bildern noch mehr Tiefe und Leben zu verleihen. Letztendlich habe ich mir alles selbst beigebracht – einfach ausprobieren, Fehler machen, daraus lernen und immer weitermachen. Und ehrlich gesagt: Tiere in ihren feinsten Details selbst zu studieren und versuchen aus eigener Kraft umzusetzen macht einfach unfassbar viel Spaß und am Ende ist man einfach nur megastolz, es geschafft zu haben!

Ahoi: Künstlerinnen und Künstler leben nicht im luftleeren Raum, sie sind eingewebt in Lebenswelten auch anderer Menschen, die sie befruchten – meist in beide Richtungen. Deshalb ist auch die private Alessanara interessant. Kannst Du uns bitte da etwas öffnen? Was und wie lebst Du, wenn Du gerade nicht den Pinsel schwingst?

Alessanara: Hahaha, sagen wir mal so: Ich bin ein ziemlich verrücktes Huhn. Wenn ich nicht gerade vor der Leinwand stehe, dann wahrscheinlich in der Küche. Ich liebe gutes Essen und probiere leidenschaftlich gern Gerichte aus aller Welt aus. Besonders angetan haben es mir die afghanische und griechische Küche, die Gewürze, die Aromen, einfach herrlich! Ein großer Teil meines Tages dreht sich also um Essen – sei es selbst kochen oder mich durch Restaurants probieren.

Musik spielt ebenfalls eine riesige Rolle in meinem Leben. Konzerte und Festivals sind absolute Highlights. Und wenn wir schon bei Musik sind: Ich liebe es zu tanzen! Als Salan bin ich seit Jahren in der dunklen Szene unterwegs und lebe dort meine düstere, mystische Seite aus. Ich gebe auch hin und wieder Workshops und veranstalte tänzerische Wohlfühl-Wochenenden.

Aber so sehr ich den Trubel mag, brauche ich auch Ruhe, um meine Batterien aufzuladen. Ein täglicher Spaziergang gehört für mich einfach dazu – mal kurz, mal länger, je nach Stimmung. Das ist meine Zeit zum Durchatmen, Nachdenken und Beobachten. Denn, wenn man genau hinsieht, begegnen einem überall kleine Wunder: ein Eichhörnchen, das durchs Laub huscht, ein besonders schönes Lichtspiel durch die Bäume oder ein Schwarm Krähen am Himmel. Diese stillen Momente sind oft die besten Inspirationsquellen für meine Kunst.

Also: Mein Leben ist eine ziemlich bunte Mischung aus Farben, Klängen, Aromen und ganz viel Bewegung – mal laut, mal leise, aber immer voller kreativer Impulse.

Ahoi: Gibt es Kunst und Kunstschaffende, an denen Du Dich orientierst?

Alessanara: Ich bin eher der Typ, der seinen eigenen Weg geht und weniger nach Vorbildern arbeitet. Aber das heißt nicht, dass mich andere Künstler nicht inspirieren! Ich folge unglaublich vielen talentierten Menschen auf Instagram und liebe es, zu sehen, welche Magie sie auf die Leinwand zaubern.

Eine Künstlerin, die mich immer wieder fasziniert, ist Carla Grace. Ihr Stil ist einfach wunderschön. Sie kombiniert Farben, Details und Emotionen auf eine Art, die mich jedes Mal in ihren Bann zieht. Zudem ist sie nicht nur talentiert, sondern auch eine wahnsinnig bodenständige und sympathische Person. Man kann gar nicht anders, als sie zu mögen!

Dann gibt es noch Soey Milk, die sich besonders auf weibliche Porträts spezialisiert hat. Ihre Arbeiten sind detailreich, ausdrucksstark und haben eine besondere Eleganz. Aber sie malt nicht nur Frauen – ihre verrückten kleinen Katzenmotive sind einfach der Wahnsinn!

Letztendlich bewundere ich viele Künstler, aber mein eigener Stil entsteht eher aus meiner persönlichen Sicht auf die Welt – eine Mischung aus surrealen Farben, Tierfaszination und ganz viel Experimentierfreude.

Ahoi: Und wie geht es jetzt weiter? Gibt es Pläne für die nächste Zeit und wenn ja, welche?

Alessanara: Oh ja, Pläne gibt es reichlich – wahrscheinlich mehr, als in meinen normalen Kalender passen. Ganz oben auf meiner Liste stehen Kunstmessen, -märkte und Ausstellungen. Parallel dazu arbeite ich daran, meine Online-Präsenz weiter auszubauen, damit meine Kunst noch mehr Menschen erreicht.

Natürlich entstehen auch neue Kunstwerke, insbesondere meine aktuelle Meereswesen-Serie, die mir gerade besonders am Herzen liegt. Außerdem tüftle ich gerade an einem kleinen menschlichen Mini-Projekt im Comic-Stil, das ein bisschen verspielter ist als meine tierischen Werke.

Langfristig möchte ich meine Marke weiterentwickeln und ausbauen, vor allem mit besonderen limitierten Kunstdrucken, die das gewisse Extra haben. Und wer weiß, vielleicht gibt es irgendwann eine eigene Ausstellung mit einem außergewöhnlichen Konzept? Ideen hätte ich genug! Ein weiteres Ziel ist es, mit Galerien und Innenarchitekten zusammenzuarbeiten, um meine Kunst in neue Räume zu bringen. Denn Kunst kann so viel mehr sein als ein Bild an der Wand.

Kurz gesagt: Es bleibt spannend. Und es wird bunt!

Ahoi: Danke, dass Du Dir die Zeit für uns genommen hast. Und: Viel Erfolg!

Alessanara: Vielen lieben Dank auch Dir.

Alessanara im Internet:

www.alessanara.com

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