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Handwerk in der Kita

Fleißige Faultiere

„Kleine Hände, große Zukunft“ heißt eine Initiative, die Kinder mit Handwerkern zusammenbringt. Die Kita Musikus der Rahn Education ist dabei – und lässt Töpferschalen, Holzinstrumente und neue Looks entstehen.

Die Puppengesichter lassen sich geduldig schminken – Erzieherin Julia Klingner (Bild rechts) arbeitet mit ihrer Gruppe an Frisuren und bunten Haaren
Die Puppengesichter lassen sich geduldig schminken © Dimo Rieß

Flinke Hände formen Tonklumpen zu Kugeln oder langen Würsten. Mit unterschiedlichen Techniken lässt sich ein Gefäß töpfern. Das wissen die zwölf Kinder der Faultiergruppe. Der Besuch in der Erlebnistöpferei im Stadtgut Mölkau liegt nicht lange zurück.

Jetzt geht es an einem langen Tisch in der Kita Musikus selbst an die Arbeit, und die Kinder hantieren mit Händen, Werkzeugen und Fachbegriffen. „Wenn es gebrannt ist, lässt es sich nicht mehr einsumpfen“, erklärt Moritz. Und wie sich einzelne Farben durch den Brennvorgang verändern, wissen die Kinder ebenfalls.

Erfahrung mit allen Sinnen

130 Berufe zählen zum Handwerk. Und viele Betriebe haben Probleme, Nachwuchs zu finden. Deshalb ist die bundesweite Initiative „Kleine Hände, große Zukunft“ des Vereins Aktion Modernes Handwerk (AMH) entstanden. Bis die Kindergartenkinder in den Beruf starten, dauert es zwar noch ein paar Jahre, aber so wird das Interesse früh geweckt.

Dabei geht es vor allem um eine freudvolle Erfahrung mit allen Sinnen. „Wir haben zunächst angefangen, den Ton mit verbundenen Augen zu fühlen“, sagt Erzieherin Gina Holz, die die Gruppe gemeinsam mit Kunstpädagogin Martha Kiesow beim Töpfern begleitet.

Finale mit Handwerkermarkt

Zur gleichen Zeit trägt eine andere Gruppe Frisierköpfe nach draußen. Haare werden gefärbt und Nägel lackiert. Alle 15 Gruppen haben sich letztlich für ein Handwerk entschieden, mit dem sie sich intensiv auseinandersetzen.

Ob schon neue Berufswünsche entstanden sind? Erzieherin Julia Klingner lacht: „Noch wollen die meisten Polizist werden oder zur Feuerwehr gehen.“ Das könnte sich noch ändern. Es wird weiter mit Spaß getöpfert und frisiert, geschneidert und gebacken. Die Ergebnisse haben alle Gruppen in Form eines Handwerkermarktes in der Kita Musikus ausgestellt.

Nachgefragt

Peggy Grille, stellvertretende Leiterin der Kita Musikus der Rahn Education

Wie viele Handwerker konnten Sie gewinnen?

Vom Augenoptiker über den Koch bis zum Schneider sind 18 Berufe bei uns vertreten. Viele Eltern haben sich engagiert und Kooperationen hergestellt.

Was erhoffen Sie sich vom Projekt?

Die Kinder erfahren, wie viel hinter den einzelnen Berufen steckt. Sie merken, dass es Fachwissen braucht, Fingerfertigkeit und oft Geduld. Vielleicht haben sie so einen anderen Blick, wenn sie das nächste Mal beim Bäcker in der Schlange stehen oder auf den Stuck eines Hauses schauen.

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