Wie sieht die Energieversorgung von morgen aus? Welche Chancen bietet die Energiewende für den Alltag? Und wie können Bürger, Unternehmen und Kommunen aktiv werden? Die Sächsischen Energietage 2025 geben Antworten. Vom 5. bis 26. April stehen im gesamten Freistaat Sachsen erneuerbare Energien, Klimaschutz und innovative Lösungen im Mittelpunkt – praxisnah, verständlich und mit vielen Möglichkeiten, die eigenen Erfahrungen zu teilen.
- Leipzig engagiert sich
Energie erleben, Zukunft gestalten


Eröffnet wird der Aktionsmonat am 5. April in Chemnitz. Vor der farbenfrohen Kulisse des Heizkraftwerks Chemnitz Nord beginnt das Programm mit Vorträgen, Rundgängen, Angeboten für Kinder und zahlreichen Infoständen. Dort gibt es Ideen und Tipps für alle, die ihren Alltag nachhaltiger gestalten möchten – vom Balkonkraftwerk bis zur Wärmepumpe.
Auch Leipzig ist dabei. Lokale Energieunternehmen, Handwerksbetriebe und Bildungseinrichtungen bieten Workshops, Infotage und Führungen an. Unter anderem öffnen die Leipziger Stadtwerke ihre Türen, zeigen den Alltag der Netzsteuerung und stellen neue Speichersysteme vor. Das Umweltinformationszentrum informiert über Solartechnik, Energiesparen und Fördermöglichkeiten. Außerdem beteiligen sich Schulen und Initiativen mit spannenden Projekten vom Solarspielzeug bis zum Windrad aus Recyclingmaterial.
„Wir wollen Genehmigungen einfacher und schneller machen“
Was politisch auf dem Spiel steht, erklärt Sachsens Wirtschaftsminister Dirk Panter im Interview mit Ahoi Leipzig.
Warum braucht Sachsen erneuerbare Energien?
Panter: Weil wir in 20, 30 Jahren noch eine Welt haben wollen, auf der wir gut und sicher leben können. Damit unsere Kinder eine erfüllte Zukunft haben – und unsere Umwelt erhalten bleibt. Erneuerbare Energien machen uns unabhängig von fossilen Brennstoffen. Das schützt uns in internationalen Krisen. Für den Industriestandort Sachsen ist eine sichere, bezahlbare und klimafreundliche Energieversorgung ein echter Standortvorteil. Das sagen uns viele Unternehmen. Gleichzeitig entstehen neue Jobs, gerade im Handwerk. Ob Solartechnik, Wärmepumpen oder Energiemanagement – viele Firmen in Sachsen haben sich bereits darauf spezialisiert.
Wo sehen Sie Potenziale für den Ausbau?
Panter: Wir haben einiges aufzuholen. Mit dem Vorrang für erneuerbare Energien und klaren Flächenzielen für Windkraft hat die Bundesregierung den Weg freigeräumt. Seitdem erleben wir einen Solar-Boom. Auch beim Wind geht es voran. Wichtig ist: Wir wollen Genehmigungen einfacher und schneller machen – ohne Anwohnerinteressen zu übergehen. Nachbarn von Anlagen sollen künftig direkt profitieren. Gleichzeitig müssen wir beim Thema Stromspeicherung weiterkommen. Denn was nützt der Strom, wenn wir ihn nicht speichern können? Speicher sind genauso wichtig wie Netze und Erzeugung. In Teilen haben wir sogar schon zu viel Strom im Netz. Den müssen wir dorthin bringen, wo er gebraucht wird – und das zuverlässig.

Was haben Bürger konkret davon – und was bieten die Energietage?
Panter: Seit 2025 erlaubt das neue Ertragsbeteiligungsgesetz den Kommunen, direkt von neuen Solar- und Windprojekten zu profitieren. Das Geld fließt in Parks, Begegnungsorte oder Sportanlagen – also in Projekte, die direkt vor Ort etwas verändern. Ich möchte, dass Menschen in der Nähe von Windkraftanlagen auch finanziell etwas davon haben. Zudem wurde der Betrieb von Balkonkraftwerken vereinfacht. Zwei kleine Module können je nach Ausrichtung rund 400 bis 600 Kilowattstunden Strom pro Jahr liefern. Die Sächsischen Energietage bieten genau hier Orientierung: Was ist möglich? Wie beginne ich? Wer kann helfen?
Sächsische Energietage 2025
5. bis 26. April in ganz Sachsen
Infos, Termine und Orte unter
www.energietage.sachsen.de und www.smwa.sachsen.de

