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Gespräch mit dem Multitalent Amor

Endlich wieder Amor & die Kids live!

Amor und die Kids © Privatarchiv

Einer der ganz großen Schlüpferstürmer-Hits des letzten Jahrhunderts des letzten Jahrtausends war „Komm doch mit, zu nem Ritt auf dem Sofa". Die damals äußerst jungen Burschen, die dieses Kleinod der Populärkultur schufen, nannten sich „Amor & die Kids" und zauberten noch andere Smasher aus ihren Hüten.

Jetzt bahnt sich eine Wiederbelebung an. Erste Auftritte sind gebucht, erste Proben absolviert und Vögel flüstern, dass da sogar ein neues Album aus der Hitschmiede gepresst werden soll.

Ahoi-Redakteur Volly Tanner traf Amor, der mit den Kids wieder auf die Bühne will und hakte nach:

Ahoi: Guten Tag, bester Amor. 41 Jahre nach Gründung der Band „Amor & die Kids" geht es wieder livehaftig in die Weltgeschichte ein. Die Band ist wieder zusammen und Ihr drückt Euch gerade die alten Songs rein. Wird es auch frisches Material geben? Du weißt ja: Wir haben alle etwas entspannende Freude und Spaß nötig.

Amor: Danke erst einmal für die freundliche Einladung, lieber Volly. Ja, es wird sowohl altes, aber selten oder nie live gespieltes Material sowie momentan zwei völlig neue Songs geben. Übrigens war die Band nie offiziell aufgelöst, wie manche dachten, beziehungsweise schrieben.

Ahoi: Wie kam es zur dann doch eher gefühlten Reunion? Und wo kamen die ehemaligen Jungspunde Kids wieder her?

Amor: Wir haben uns ja nie aus den Augen verloren. Im Gegenteil. Immer mal wieder traf sich die Gründungsbesetzung zum sogenannten Kapellentreffen. Auch wieder 2025 im Juni. Da hatte einer die glorreiche Idee zu vorgerückter Stunde, ob man nicht wieder mal was zusammen machen könnte. Eine sogenannte „Schnapsidee". Also trafen wir uns ein paar Wochen später in Tobias' Tonstudio und probierten, ob es denn noch funktionierte. Und tatsächlich - es rockte, als ob nach der letzten Mugge keine 35 Jahre vergangen wären. Apropos: Wo kamen die Kids wieder her? Also: Falk leitet die Musikschule in Salzwedel, Dirk (der P) ist in der Digitalbranche unterwegs, Mario lässt seinen Job gerade ausklingen, Tobias betätigt sich nach wie vor bei Die Prinzen, schreibt Musicals und beispielsweise auch Filmmusik. Ich selbst bin schon lange Ruheständler, aber auch immer wieder in musikalischen und anderen Projekten aktiv. Alle sind übrigens auch in Bands nebenbei tätig. Zum Beispiel Dirk, der P, und Tobias bei Final Stap. Mario ist schon immer Pink Floyd-Fan und hat ne Hammer-Tribute-Band gegründet. Die Saxonian Pink Floyd Show. Falk betätigt sich unter anderem in einer regionalen Jazz-Band.

Ahoi: 2026 wird es Euch auch auf einem grandiosen Festival geben – beim Zweiten Klassentreffen der Ostmusik. Kannst Du uns dazu schon mal etwas erzählen?

Amor: Das ist eine großartige Idee von ein paar richtigen Ostrock-Freaks aus Neuruppin und Berlin. Einer der Protagonisten ist Mario Geyermann. Es steht auch ein Verein, der Pop-Kultur Ost e.V., dahinter. Das erste Festival 2025 war wohl ein grandioser Erfolg, also wiederholt man das, auch mit neuen „alten" Bands.Die Skeptiker werden kommen, auch Sandow, Jessica und wir sind dabei. Die Veranstalter hatten irgendwie „Wind" von einer Reunion bekommen und so gab es erste Kontakte. Freut uns übrigens riesig, dass wir dort sein dürfen. Sind wohl auch schon viele Tickets für den 19. und 20. Juni 2026 über den virtuellen Tresen gegangen.

Ahoi: Aber Ihr bespielt auch wieder die Clubs unserer Hemisphäre. Ich hörte vom Objekt 5 in Halle. Was steht denn noch so und auch für wann auf dem Tourplakat?

Amor: Momentan sind das nur ein paar Gigs, wie man heute sagt. Wir wollen es nämlich auch nicht übertreiben. Der Spaß steht absolut im Vordergrund.

Also: am 13. März 2026 im Tonelli's in Leipzig, am 14. März im Q24 in Pirna, am 24. April im Objekt 5 in Halle und am 20. Juni im Hangar 312 Neuruppin zum Klassentreffen, wie schon erwähnt. Sicher kommen ein paar Auftritte im Herbst dazu.

Ahoi: Amor & die Kids haben einst echte Dauerbrenner, Songs für die Ewigkeit, geliefert. Hier soll „Komm doch mit, zu ´nem Ritt ..." genannt, aber auch „Ich mache sowieso nur was ich will" oder „Blauer Würger" werden. Wie war es im Proberaum, diese Heldenlieder wieder zu singen und zu spielen? Sind Tränen geflossen?

Amor: Höchstens Tränen gelacht haben wir. Immer dann, wenn jemandem zu den Songs alte Geschichten einfielen, die sich drumherum abspielten. Und die gibt es reichlich. Die Kollegen anderer Bands schrieben und schreiben ja umfassende Literatur über diese alten Zeiten. Da könnten wir auch locker mithalten. lassen es aber lieber bleiben, aus „Gründen" ...

Ahoi: Du bist neben der Singerei auch Popproduzent. Wen hast Du denn alles schon in Deinem Studio großgemacht?

Amor: Groß gemacht ist eine arge Übertreibung. Aber wir hatten viel Spaß bei den Produktionen. Unter anderem mit Sarah Merseburger oder Jeannifer Martin. Für Sarah haben wir - mein Mitstreiter Andreas Kurde und ich - neben einem eigenen Album eine „Silly Tribute Show" produziert für die „Alles Rot Band". Die Show lief seinerzeit sehr erfolgreich. Das waren auch für mich tolle und wichtige Erfahrungen, mal auf der anderen Seite, am Mischpult, zu stehen.

Ahoi: Und Deine Radiotätigkeit? Kannst Du uns hier bitte etwas erzählen? Was machst du im Radio?

Amor: Du spielst sicher auf Radio Ostrock an. Da war ich wenige Monate nach der Gründung mit von der Partie, als ich Angie Pörsch, die Chefin des Senders, kennenlernte. Ich war begeistert von ihrem Enthusiasmus und brachte mich mit Ideen und aktiver Arbeit ein, so gut ich konnte. Das mach' ich auch heute noch, wenn ich zur Zeit da vielleicht etwas kürzer trete.

Großartige Leute und Macher sind dabei, die den Laden am Laufen haltem. Übrigens, lieber Volly, dass Du dort auch eine fabelhafte monatliche Sendung hast, ist ein wenig meinem Werben um Dich zu verdanken. Ein Beispiel für einen schönen Erfolg. Nebenbei habe ich zahlreiche prominente Ost-Rocker zu Gesprächen und teilweise zur Mitarbeit im Sender verpflichten können. Alte Netzwerke eben.

Ahoi: Soll es eigentlich auch mal wieder einen Tonträger von Amor & die Kids geben? Das würde mich persönlich ja sehr freuen.

Amor: Im Gespräch ist momentan eine limitierte Vinyl-LP beim Label Rokkfilm für das Jahr 2026. Mal schauen, was da passiert. Auch wir lassen uns gern überraschen, was sonst moch geschieht, wer weiß?

Ahoi: Und was wünschst Du Dir – neben dem Welterfolg Deiner Band – noch für 2026?

Amor: In allererster Linie, dass wieder Frieden in der Welt herrschen möge. Und natürlich bestmögliche Gesundheit für die Familien und mich.

Ahoi: Danke, lieber Amor, dass Deine Freunde und Du wieder durch den Beton brechen.

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