Wir leben in einer Zeit, in der mentale Gesundheit einen so hohen Stellenwert wie nie zuvor genießt, und doch fällt es uns oft erstaunlich schwer, die eigenen Bedürfnisse an die erste Stelle zu setzen. Wir wollen gefallen, nicht egoistisch wirken und sind (zurecht) stolz darauf, Teamplayer, Macher oder „Girls‘ Girl“ zu sein. Dabei verschwimmen oft die Grenzen zwischen zu wenig und zu viel geben, zwischen dem Ausnutzen anderer oder selbst ausgenutzt zu werden.
Wer kennt sie nicht: die inneren Debatten zwischen dem noblen Samariter und dem selbstsüchtigen Egomanen. Warum vergebe ich mir selbst eher, dass ich mich für etwas verbogen oder gar geopfert habe, um persönliche Einschränkungen hinzunehmen, anstatt zu mir selbst zu stehen und meine Bedürfnisse an die erste Stelle zu setzen?
Den Erwartungen anderer zu entsprechen, nett zu sein und gemocht zu werden, ist oft leichter, als sich auf die Gefühle und Belange der Person zu konzentrieren, mit der man die meiste Zeit seines Lebens verbringt: man selbst.



