Auf dem Flügel im ersten Stock liegt eine LVZ mit dem Datum 1. Juli 1969. „Das war der Tag, als mein Vater ins Geschäft eingetreten ist“, sagt Constanze Rosenthal, Geschäftsführerin der Musikalienhandlung M. Oelsner.
Im Sommer hat sie das Geschäft vom Vater übernommen, der sich, unterstützt vom einstigen Gewandhauskapellmeister Kurt Masur, noch gegen die DDR-Bürokratie wehren musste, um unabhängig zu bleiben. Die Tochter sieht sich neuen Herausforderungen gegenüber. „Die Digitalisierung geht auch an uns nicht vorbei“, sagt sie. Noten verbreiten sich über das Internet, ob als Kauf per Klick oder illegaler Download. „Damit haben wir zu kämpfen“, sagt Rosenthal.
Aber: „Papierqualität, Druckbild, Wendestellen, das alles kann man sich bei uns anschauen, online nicht.“ Eine Kundschaft aus Leipzig und Umgebung sowie viele Musikstadt-Touristen finden weiterhin den Weg in die Musikalienhandlung zwischen Gewandhaus und Musikschule, die für Familie Rosenthal schon immer Alltag gewesen ist.


