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Waldtauchen in Großzschocher

Die Kraft der Bäume

Die freie Natur ist der beste Ort, um Stress abzubauen und Kraft zu tanken. Das findet nicht nur Mareen Müller, die mit ihrer Wildnisschule Aeracura auch im Winter Kurse und Treff en im Wald anbietet.

Frau sitzt im Wald
Waldtaucher suchen den intensiven Kontakt mit der Natur © Aeracura

Wenn man Mareen Müller fragt, wie sie am besten entspannt, dann muss sie nicht lange nachdenken. Als Leiterin der Leipziger Natur- und Wildnisschule Aeracura in Großzschocher weiß sie, wie wichtig der Kontakt mit der Natur für unser Wohlbefi nden ist.

„Ich habe wie fast jeder in unserem Team meinen festen Sitzplatz im Wald und meinen persönlichen Baumfreund“, sagt sie. Ein Begriff wie „Baumfreund“ mag in vielen Ohren esoterisch klingen.

Bäume tauschen Terpene aus

Wissenschaftliche Erkenntnisse bestätigen die positive Wechselwirkung zwischen Baum und Mensch. In Japan gibt es das „Shinrin-yoku“, übersetzbar mit „ein Bad im Wald nehmen“, schon auf Rezept. Das erfährt man von der Forschungsgruppe „Wald | Gesund“ der Uni Greifswald, die derzeit ein Waldtherapieangebot entwickelt.

Studien, die zeigen, dass allein schon ein achtsamer Waldspaziergang antidepressiv wirkt, existieren längst. Auch in der kalten Jahreszeit sucht Mareen Müller ihren Platz im Wald regelmäßig auf, um die Gedanken zur Ruhe zu bringen. „Bäume tauschen Terpene aus. Das sind Duftstoffe, um zum Beispiel einem erkrankten Baum in der Nähe zu helfen“, sagt sie. Auch der Mensch könne von den Terpenen profitieren.

Stress wiederum gehe oft mit schlechter Laune einher, die man nach außen trage. Ein negativer Kreislauf beginnt, der sich aufbrechen lässt. „Wenn ich Wertschätzung nach außen gebe, wird sie zurückgespiegelt“, sagt die Naturkennerin. Bewusste Wertschätzung gegenüber den Geschöpfen im Wald, etwa bei der Begegnung mit einem Vogel, könne zu einer positiven Grundstimmung führen.

Ich habe wie fast jeder in unserem Team meinen festen Sitzplatz im Wald und meinen persönlichen Baumfreund. Mareen Müller, Gründerin von Aeracura

Rituale sensibilisieren für die Natur

Die Leiterin der Wildnisschule spricht lieber von „Waldtauchen“ als „Waldbaden“. Sie bietet auch im Winter Möglichkeiten, um den Zugang zur Natur zu finden. Angefangen bei Pilzwanderungen über gemeinsames Adventssingen unter freiem Himmel bis hin zu Ritualen, die den Menschen für den Lauf der Jahreszeiten sensibilisieren und ihm im besten Fall die Natur als Kraft quelle eröff nen. Der Winter sei eine Zeit des Innehaltens und der Selbstbegegnung – das gerate im hektischen Alltag oft in Vergessenheit.

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