Hohe Fenster, vergoldete Wappen und ein Raum, in dem deutsche Rechtsgeschichte geschrieben wurde: Der Große Sitzungssaal im Bundesverwaltungsgericht ist bald wieder zu besichtigen. Die technische Modernisierung dauert etwas mehr als vier Monate. Ab dem 5. Oktober wird der Saal wieder für Gerichtsverhandlungen und Besucher zugänglich sein.
Der Große Sitzungssaal ist einer von drei Sälen des Bundesverwaltungsgerichts, deren ursprünglicher Zustand erhalten geblieben ist. Mit seiner Eichenholzvertäfelung, den hohen bleiverglasten Fenstern und einem Stuckrelief zählt der Saal zu den eindrucksvollsten Räumen des Bundesverwaltungsgerichts. An der Decke befinden sich die Wappen der früheren Königreiche Preußen, Sachsen, Bayern und Württemberg; weitere Wappen der damaligen deutschen Einzelstaaten schmücken die Decke und die Wände. Sie verwiesen auf den Anspruch des damaligen Reichsgerichts, für das gesamte Deutsche Reich zuständig zu sein.
Doch der Saal ist auch ein Ort der Rechtsgeschichte. Hier wurde 1907 gegen Karl Liebknecht verhandelt; 1933 fand der Reichstagsbrandprozess statt. Heute wird der Saal weiterhin für Gerichtsverhandlungen genutzt. Auch Konzerte finden hier statt, bei denen seine beeindruckende Akustik zur Geltung kommt.
Wer den Großen Sitzungssaal und weitere Bereiche des Bundesverwaltungsgerichts entdecken möchte, kann an einer Führung durch das Gebäude teilnehmen. Besucher hören dabei Geschichten aus der Historie des Gerichts und erfahren mehr über die Kunstwerke im Haus. Führungen können dirket auf der Website der Leipziger Stadtevents gebucht werden.


