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Am 06. Juni

Demo für Räume und Kultur

Seit mehr als 20 Jahren verbindet die Global Space Odyssey Clubkultur und politische Forderungen. Am 6. Juni zieht die Demonstration erneut durch Leipzig.

Volle Plätze und laute Beats: die GSO im Leipziger Stadtzentrum
Volle Plätze und laute Beats: die GSO im Leipziger Stadtzentrum © GSO/@TKR-ART

Im Namen der Global Space Odyssey (GSO) rollen am 6. Juni wieder zahlreiche Fahrzeuge mit Soundanlagen und politischen Botschaften durch Leipzigs Straßen. Doch die GSO ist weit mehr als eine Musikparade. Sie versteht sich als kulturpolitische Demonstration und als Ausdruck einer Szene, die seit Jahrzehnten für Freiräume kämpft.

Entstanden ist die GSO bereits in den 2000er-Jahren rund um die Hanfparade, entwickelte sich aber schnell weiter. Statt Legalisierungsforderungen standen zunehmend kulturelle Themen im Mittelpunkt: Freiräume, Open-Air-Kultur und Orte für alternative Szenen. Kleine Clubs und Musik-Kollektive nutzten die Demo früh, um eigene Bedürfnisse öffentlich zu machen.

Kampf für Freiräume

„Räume für Träume – Reclaim the space“ lautet das Motto. „Freie Räume für Kunst und Kultur werden immer weniger“, sagt Frederik Sander, der die GSO seit 2014 mitorganisiert. Steigende Kosten, Gentrifizierung und Kommerzialisierung würden Leipzigs Subkultur zunehmend unter Druck setzen. Die GSO soll Clubkultur sichtbarer machen.

„Viele wissen gar nicht, welchen gesellschaftlichen Mehrwert diese Orte schaffen“, sagt Mitorganisatorin Anne Petzold von der Leipziger Koordinationsstelle Nachtleben. Begegnungen, Vernetzung und Teilhabe stünden im Mittelpunkt. Gerade für Gruppen, die im Alltag oft wenig Raum oder Sichtbarkeit bekommen, seien solche Orte wichtig.

Unterstützung aus der Kulturszene

Rund 20 Wagen und Soundsysteme sind dieses Jahr dabei, darunter LKWs, Lastenräder und ein „Kultur-Trabbi“. Inzwischen unterstützen auch städtische Kultureinrichtungen wie Oper, Gewandhaus oder das Theater der Jungen Welt die Demonstration. Für die Organisatoren sei das ein Zeichen dafür, dass Clubkultur zunehmend als Teil des kulturellen Lebens der Stadt wahrgenommen werde.

Start ist am 6. Juni um 13 Uhr am Werk 2, der Ausklang mit Redebeiträgen beginnt ab 18 Uhr. Danach folgen Partys in Clubs wie Distillery und Elipamanoke, die auch dazu dienen, die Kosten der Demonstration und der beteiligten Kollektive zu refinanzieren.

Weitere Infos unter
www.gso-le.de

SUBKULTUR IN LEIPZIG. Julia Weiske ist als DJ, Veranstalterin und Workshopleiterin Teil der Leipziger Subkultur. In ihren Texten gibt sie Akteuren aus der Szene eine Stimme und macht auf die Herausforderungen kleiner Kulturorte aufmerksam.

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