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Live-Präparation am 6. Juni

Biologie trifft Kunst

Die kommende Ausstellung im Naturkundemuseum widmet sich der Tierpräparation. Von der Europameisterschaft des Fachs ist Louisa Bosse zuletzt mit mehreren Auszeichnungen nach Leipzig zurückgekehrt.

Mit dem Präparat der Waschbären wurde Louisa Bosse bei den European Taxidermy Championships ausgezeichnet
Mit dem Präparat der Waschbären wurde Louisa Bosse bei den European Taxidermy Championships ausgezeichnet © Rico Thumser

Ein Zebra bäumt sich auf. Echt wirkt es, nur die Werkstattumgebung mit Tischen und Werkzeugen, Zeichnungen und Korpussen passt nicht. Das Präparatorenteam des Naturkundemuseums hat das Steppentier in dieser dynamischen Bewegung festgehalten.

Am Museum hat Louisa Bosse gerade ihre Ausbildung zur Präparatorin absolviert. Ursprünglich wollte sie Meeresbiologie studieren, doch bei einer Tätigkeit im Ozeaneum in Stralsund kam sie mit dem Präparieren in Kontakt. Ein Handwerk, das weit unblutiger ist, als es sich der Laie vorstellt, da nur mit der obersten Hautschicht gearbeitet wird. Und es erfordert Kreativität. „Für mich war immer Kunst und Biologie interessant. Hier kommt beides zusammen“, so Bosse. „Man kann Tiere so abbilden, wie sie in der Natur vorkommen.“

Es ist wie Magie. Langsam wird das Präparat aufgebaut und sobald es Augen hat, wird es lebendig. Louisa Bosse, Tierpräparatorin am Naturkundemuseum

Mit Waschbären überzeugt

Für die European Taxidermy Championships (ETC) im Februar in Salzburg hat sie zwei balgende junge Waschbären präpariert. Das Fell und die Zähne sind echt. Den Mundraum hat Bosse faszinierend detailliert mit Epoxidharz modelliert. Mit gleich zwei Auszeichnungen für hohe handwerkliche Qualität und dem ersten Platz des Maurice Bouten Award ist Bosse nach Leipzig zurückgekehrt.

Die Waschbären werden in der kommenden Sonderausstellung gezeigt. Das Zebra ist als Bestandteil eines eindrucksvollen Tierturms geplant, der am neuen Museumsstandort im ehemaligen Bowlingtreff in die Höhe wachsen soll.

Live-Präparation einer Schneeeule

Am 6. Juni stellt Louisa Bosse die Kunst der Taxidermie mit der Schaupräparation einer Schneeeule vor, begleitet von ihren Kollegen René Diebitz und Markus Ranft. Es ist zugleich der Auftakt der Sonderausstellungen, mit denen sich das Haus von seinem jetzigen Standort verabschiedet.

Ein winzig wirkender Korpus aus PU-Schaum liegt für den Vogel schon bereit. „Eulen sind eigentlich Schwindel“, sagt Bosse. Das Volumen entsteht erst durch die weichen Federn. Man spürt sie kaum, wenn sie über die Hand gleiten. „Es ist wie Magie“, sagt Bosse über den Arbeitsprozess. „Langsam wird das Präparat aufgebaut und sobald es Augen hat, wird es lebendig.“

Live-Präparation am 6. Juni, 9-14 Uhr
im Naturkundemuseum

Mehr Infos unter
www.naturkundemuseum.leipzig.de

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