Im Frühjahr liegt ein deutlicher Knoblauchgeruch über Teilen von Leipzig. Besonders im Leipziger Auwald wächst zwischen März und Mai großflächig Bärlauch. Die Pflanze liebt feuchte, schattige Böden. Auenlandschaften bieten dafür ideale Bedingungen.
Doch wer Bärlauch sammeln möchte, sollte genau hinschauen. Verwechslungen sind möglich. Außerdem gelten im Auwald klare Naturschutzregeln.
Woran ist Bärlauch zu erkennen?
Bärlauch (Allium ursinum) treibt im zeitigen Frühjahr aus. Die Blätter sind länglich, weich und mattgrün. Sie laufen spitz zu und wachsen einzeln an einem eigenen Stiel aus dem Boden.
Ein sicheres Merkmal ist der Geruch. Zerreibt man ein Blatt zwischen den Fingern, entsteht ein intensiver Knoblauchduft. Dieser fehlt bei ähnlichen Pflanzen.
Ab April bilden sich weiße, sternförmige Blüten. Sie stehen in lockeren Dolden. Die Pflanze erreicht etwa 20 bis 40 Zentimeter Höhe.
Diese Pflanzen sehen ähnlich aus
Im Leipziger Auwald wachsen auch Arten, die Bärlauch ähneln. Einige davon sind giftig.
Maiglöckchen erscheinen meist etwas später im Frühjahr. Ihre Blätter sind fester und wachsen paarweise an einem Stängel. Der Geruch ist neutral. Die Blüten sind weiß und glockenförmig.
Herbstzeitlose treibt ebenfalls im Frühjahr Blätter. Diese sind kräftig und riechen nicht nach Knoblauch. Die violetten Blüten erscheinen erst im Herbst.
Gefleckter Aronstab besitzt pfeilförmige Blätter. Auch hier fehlt der typische Geruch.
Wichtig bleibt daher: Jedes Blatt einzeln prüfen. Der Geruchstest gilt als zentrales Unterscheidungsmerkmal. Allerdings kann der Duft an den Fingern haften bleiben. Deshalb sollten Blätter nicht gebündelt kontrolliert werden.
Sammeln im Leipziger Auwald: Was ist erlaubt?
Der Leipziger Auwald steht teilweise unter Naturschutz. In ausgewiesenen Naturschutzgebieten ist das Sammeln von Pflanzen grundsätzlich verboten. Das betrifft auch Bärlauch.
Außerhalb streng geschützter Bereiche gilt die sogenannte Handstraußregel. Sie erlaubt das Sammeln geringer Mengen für den persönlichen Bedarf. Als haushaltsüblich gelten kleine Mengen, etwa eine Handvoll pro Person.
Dabei sind einige Grundsätze zu beachten:
- Nur einzelne Blätter pflücken
- Die Zwiebel im Boden belassen
- Keine ganzen Pflanzen herausreißen
- Auf den Wegen bleiben
- Schutzgebiete respektieren
- Großflächiges Abernten oder gewerbliches Sammeln ist nicht gestattet.
Verwendung in der Küche
Bärlauch wird frisch verarbeitet. Typisch sind Pesto, Kräuterbutter oder Suppen. Auch in Quark oder als Zutat für Brotaufstriche findet er Verwendung. Die Blätter verlieren schnell an Aroma. Deshalb sollten sie zeitnah genutzt werden.
Fazit
Bärlauch wächst im Frühjahr zahlreich im Leipziger Auwald. Die Pflanze ist gut erkennbar, wenn Blattstruktur und Geruch geprüft werden. Verwechslungen mit giftigen Arten sind möglich, lassen sich jedoch vermeiden. Beim Sammeln gelten klare Regeln. Naturschutzgebiete sind tabu. Erlaubt sind nur geringe Mengen für den Eigenbedarf.


