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Michael Meyerhoff, Referent für Artenschutz und Umweltmanagement im Zoo Leipzig, im Interview

"Arten- und Naturschutz als übergreifendes Thema"

Michael Meyerhoff ist im Zoo Leipzig für Artenschutz und Umweltmanagement verantwortlich © Zoo Leipzig

Zum zweiten Mal nach 2003 ist der Zoo Leipzig Gastgeber der bedeutenden Jahrestagung der European Association of Zoos and Aquaria (EAZA). Mehr als 900 Vertreter der führenden Zoos und Aquarien in Europa und Westasien erörtern vom 8. bis 12. Oktober wichtige Fragen des Artenschutzes und Tierwohls. Ahoi Leipzig sprach mit dem Referenten für Artenschutz und Umweltmanagement imm Zoo Leipzig, Michael Meyerhoff.

 

In der 2. Oktoberwoche trifft sich die europäische Zoowelt in Leipzig zur jährlichen EAZA-Tagung. Können Sie kurz skizzieren, was die EAZA ist und welche Themen zur Konferenz besprochen werden?

Michael Meyerhoff: Die European Association of Zoos and Aquaria (EAZA) ist der europäische Dachverband der Zoos und mit mehr als 400 Mitgliedern eine der größten Zoo- und Aquarienorganisation weltweit. Der Verband koordiniert vor allem die gemeinsamen Themen der europäischen Zoos, wie zum Beispiel die Erhaltungszuchtprogramme für bedrohte Tierarten und definiert die gemeinsamen Standards unter anderem zum Artenschutz, zum Tierwohl und zur Forschung für die akkreditierten Mitgliederzoos und kontrolliert die Einhaltung.

Was ist das Kernanliegen der Konferenz?

Michael Meyerhoff: Der Schwerpunkt der Jahreskonferenz liegt auf dem Austausch von Informationen und neuer Erkenntnisse zu den Tierarten und um die konstante Weiterentwicklung der europäischen Zoos, vor allem um die weitere Verbesserung des Tierwohls, aber auch um Artenschutz- und Bildungsthemen. Ein Thema wird in diesem Jahr auch die Etablierung und Ausrichtung eines Europäischen Zuchtprogramms für Schuppentiere sein. Wir waren in Deutschland der erste Halter dieser vom Aussterben bedrohten Tierart. Ziel soll es sein, weitere europäische Halter aufzubauen.

Welche Rolle spielt der Artenschutz während der Konferenz?

Michael Meyerhoff: Da Arten- und Naturschutz ein übergreifendes Thema ist und auch die Bildungs- und Forschungsarbeit der Zoos inkludiert, ist das Thema an sehr vielen Stellen im Programm präsent. Neben den Sitzungen des Artenschutzkomitees und seiner Untergruppen und den Präsentationen zur Artenschutzkampagne in der Vollversammlung, wird in vielen der kleineren tiergruppenspezifischen Fachberatungen der Schwerpunkt nicht nur auf Informationen bezüglich der Erhaltungszuchtprogramme, sondern regelmäßig auch auf Artenschutzthemen in den Ursprungsländern der Tiere gelegt.

Seit diesem Jahr gibt es die EAZA-Kampagne „Vietnamazing“. Worum geht es in dieser und welche Rolle spielt dabei der Zoo Leipzig?

Michael Meyerhoff: Vietnamazing ist die aktuelle Artenschutzkampagne des europäischen Zooverbands für die Jahre 2024 und 2025. Ziel der Kampagne ist es, auf die einzigartige aber hochbedrohte Biodiversität in Vietnam aufmerksam zu machen, Zoos und ihre Besucherinnen und Besucherinnen zu sensibilisieren und zu mobilisieren, noch enger mit den vietnamesischen Partnern gemeinsam in Projekten zusammenzuarbeiten, zusätzliche Spenden für die Umsetzung von Projekten zu akquirieren und vermehrt bedrohte Arten aus Vietnam im Rahmen von Zuchtprogrammen in der Obhut europäischer Zoos zu managen. Einige Zoos haben bereits seit mehreren Jahrzehnten Verbindungen zu vietnamesischen Projekten. Diese Verbindungen sollen intensiviert und ausgebaut werden. Der Zoo Leipzig spielt in der Kampagne eine wichtige Rolle und ist maßgeblich an der Planung und Umsetzung der Kampagne beteiligt. Das ist für uns mit unserem großen Engagement für die bedrohten Primaten Vietnams eine Selbstverständlichkeit.

EAZA-Jahrestagung 2024, 8. bis 12. Oktober, Kongresshalle am Zoo Leipzig, Pfaffendorfer Straße 31, Infos unter https://eaza2024.com

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