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Die Donau im Mittelpunkt

Alles im Fluss

Die Leipziger Buchmesse setzt in diesem Jahr nicht auf ein Gastland. Stattdessen steht vom 19. bis 22. März eine Region im Mittelpunkt: „Donau – unter Strom und zwischen Welten“ heißt das Fokusthema.

Unter dem Dach der Leipziger Buchmesse steht in diesem Jahr die Donau im Fokus
Unter dem Dach der Leipziger Buchmesse steht in diesem Jahr die Donau im Fokus © Tom Schulze

Über 2.800 Kilometer legt die Donau von ihrem Ursprung in Baden-Württemberg bis ins Schwarze Meer zurück. Dabei verbindet sie zehn Länder, die auf eine bewegte Geschichte blicken. Immer wieder wurde die Landkarte an ihren Ufern neu geordnet.

In diese wandelbare Region taucht die Leipziger Buchmesse literarisch ein – einerseits auf historischen Pfaden, andererseits mit dem Finger am Puls der Gegenwartsgesellschaften. Stephan Ozsváth kennt die Region, er war Südosteuropa-Korrespondent der ARD, jetzt gestaltet er als Kurator das Donau-Programm. Und das, findet er, kommt genau zur rechten Zeit: „Wir haben die Wahlen in Ungarn vor der Brust“, sagt er. „Zum ersten Mal seit 16 Jahren muss sich Viktor Orbán mit einem echten Herausforderer herumschlagen.“

Galionsfigur des Widerstands

Wie Ungarn gibt sich die Slowakei zunehmend autoritär, prorussisch und EU-skeptisch. Ozsváth spricht, um im Bild der Donau zu bleiben, von „illiberalen Inseln“. Unter diesem Titel moderiert er am 19. März, 16 Uhr, auf der Donaubühne ein Podium mit dem ungarischen Autor Muri Darida, der seine Heimat durch die queere Brille betrachtet, und dem slowakischen Schriftsteller Michal Hvorecký. „Er ist in der Slowakei zur Galionsfigur des Widerstands geworden“, so Ozsváth.

Trotz schwerer Themen, Ozsváth hat viel gelacht bei der Lektüre der Bücher aus dem östlichen Donauraum. Ob bei Iulian Ciocans „Am Morgen kommen die Russen“ oder bei Catalin Dorian Florescu, der in „Matei entdeckt die Freiheit“ seinen Helden nach Jahrzehnten auf dessen ehemaligen Peiniger aus dem Arbeitslager trifft. „Die Literatur dieser Länder zeichnet sich durch Humor als Waffe gegen die Mächtigen aus“, resümiert Ozsváth.

Die Literatur dieser Länder zeichnet sich durch Humor als Waffe gegen die Mächtigen aus. Stephan Ozsváth, Kurator des Fokusthemas „Donau“

Einstimmung per Flaschenpost

In das Donau-Thema fügt sich auch Betty Boras mit ihrem Romandebüt „Das schönste aller Leben“ ein. Sie erforscht vor dem historischen Hintergrund der Banater Schwaben eine aktuelle Frage: Wie unabhängig vom Urteil anderer sind wir?

Mit dem Podcast „Donau-Flaschenpost“ stimmt Ozsváth bereits auf das Thema ein. In der Messehalle 4 wird eine Donaubühne eingerichtet, 24 Veranstaltungen sind allein dort geplant.

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