Montagmorgen, ein Feld bei Wiedemar – und mittendrin rund 50 Menschen, die Feldhamster auswildern. Klingt ungewöhnlich, ist aber Teil eines groß angelegten Artenschutzprojekts in Sachsen. Im Rahmen von „LIFE4HamsterSaxony“ wurden jetzt die ersten Tiere des Jahres zurück auf heimische Äcker gebracht. Insgesamt sollen 2026 rund 200 Feldhamster ausgewildert werden.
Der Feldhamster war früher in Sachsen weit verbreitet, gilt heute jedoch als stark bedroht. Vor allem Dürrejahre und veränderte Bedingungen in der Landwirtschaft haben die Bestände massiv schrumpfen lassen. Genau hier setzt das EU-Projekt an: Neben der Nachzucht und Auswilderung sollen auch neue, hamsterfreundliche Anbaumethoden getestet werden. Ziel ist es, Lebensräume zu schaffen, in denen die Tiere langfristig überleben können.
Beteiligt sind unter anderem das Sächsische Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie, der Zoo Leipzig und der Landkreis Nordsachsen. Der Zoo übernimmt dabei die Erhaltungszucht der Tiere und bereitet sie auf die Auswilderung vor. Bereits in den vergangenen beiden Jahren wurden rund 250 Feldhamster angesiedelt.
Das Projektgebiet umfasst etwa 6.000 Hektar in Nordwestsachsen. Bis 2031 sollen dort weitere Maßnahmen umgesetzt werden, um die Population dauerhaft zu stabilisieren – und den Feldhamster wieder stärker auf Sachsens Äckern heimisch zu machen.


