Oben Barock, unten Gong. Im Delitzscher Schloss führen Stufen hinab zu einem Kulturort, den man dort nicht unbedingt erwartet. Im Kellergewölbe stehen Gongs neben Trommeln, Glocken und Saiteninstrumenten. Rund 160 Quadratmeter nimmt die Sammlung ein.
Viele Instrumente stehen dort nicht nur zum Anschauen. Sie werden gespielt. Mittwochs etwa beim Klangbad. Dann bestimmen Gongs und weitere Instrumente für eine Stunde die Akustik des alten Gewölbes.
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Was verbirgt sich unter diesem Schloss?
Vom Wohnzimmer ins Schloss
Hinter der Sammlung steht die Geschichte von Volker Lauckner. 2004 begann er, sich intensiv mit Klang und Instrumenten zu beschäftigen. Musikalische Vorkenntnisse hatte er nach Angaben des Vereins damals nicht.
Über Jahre wuchs seine Sammlung. Zunächst standen die Instrumente in Lauckners Wohnung. Später nahm er sie zu Veranstaltungen mit. Einige erklangen sogar im Leipziger Völkerschlachtdenkmal.
2019 folgte der große Ortswechsel. Lauckner eröffnete das Klanggewölbe im Barockschloss Delitzsch. Nach seinem Tod gründete sich 2021 der Verein Klanggewölbe Delitzsch e. V. Ehrenamtliche Mitglieder führen die Sammlung und das Veranstaltungsprogramm seitdem weiter.
Mittwochs wird im Gewölbe gebadet
Wasser braucht es dafür nicht. Beim wöchentlichen „Baden in Klängen“ stehen Gongs und weitere Instrumente aus Lauckners Sammlung im Mittelpunkt.
Das Klangbad beginnt mittwochs um 18.30 Uhr und dauert etwa eine Stunde. Die Teilnehmer können dabei sitzen oder liegen. Eine eigene Decke und ein Kissen werden empfohlen. Material ist auch vor Ort vorhanden. Die Veranstaltung findet auf Spendenbasis statt. Für Familien wichtig: Das regelmäßige Klangbad ist erst ab 14 Jahren möglich. Kinder müssen das Klanggewölbe deshalb aber nicht grundsätzlich auslassen. Der Verein bietet spezielle Formate für Kinder und Jugendliche sowie Schülerangebote an. Bei Führungen können Gruppen die Sammlung und ihre Instrumente kennenlernen. Welches Angebot zum jeweiligen Alter passt, sollte vorab beim Verein erfragt werden.
Klanggeschichten aus Delitzsch
Wie sich Kinder mit dem Thema Klang beschäftigen können, zeigte das Projekt „Klingendes Delitzsch“. In den Sommerferien 2024 und 2025 erkundeten Kinder und Jugendliche des Kinderheims Biesener Bogen verschiedene Klangorte der Stadt. Dazu beschäftigten sie sich mit den Instrumenten des Klanggewölbes.
Das Projekt wurde nach Angaben des Vereins vom Deutschen Museumsbund und vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert.
Ein Schloss mit wechselvoller Geschichte
Das Klanggewölbe ist nur ein Grund für einen Ausflug nach Delitzsch. Bereits das Gebäude darüber lohnt einen genaueren Blick. Die Geschichte des Schlosses reicht bis zu einer mittelalterlichen Wasserburg zurück. Ab dem 17. Jahrhundert diente die Anlage den Herzoginnen von Sachsen-Merseburg als Witwensitz. Später wurde das Schloss unter anderem als Frauengefängnis genutzt.
Heute befinden sich im denkmalgeschützten Barockschloss das Museum, die Tourist-Information, das Standesamt, die Kreismusikschule und das Klanggewölbe. Damit lässt sich ein Besuch im Gewölbe mit weiteren Stationen im Schloss verbinden. Das Museum zeigt historische Räume und Delitzscher Stadtgeschichte. Auch der Barockgarten gehört zur Anlage.
So entsteht ein Ausflug mit einem ungewöhnlichen Wechsel: erst Schlossgeschichte und historische Räume, dann Gongs und Klänge unter der Erde.
Service
Klanggewölbe Delitzsch
Barockschloss, Schloßstraße 31, 04509 Delitzsch
Klangbad: mittwochs, 18.30–19.30 Uhr, ab 14 Jahren, auf Spendenbasis
Kinder: Schüler- und Kinderangebote vorhanden; vorherige Anfrage empfohlen
Zugang: Schlosskeller über eine Treppe
Anreise: etwa 15 Minuten zu Fuß von den Bahnhöfen; wenige Parkplätze am Schloss
Mehr Infos unter: klanggewoelbe-delitzsch.de

