“KI-Papst” Florian Arndt gehört zu den bekanntesten Kreativunternehmern der Region. Als Regisseur und Geschäftsführer der Filmagentur „SONS of Motion Pictures“ verbindet er Storytelling, Markenkommunikation und moderne Medienwelten – von KI bis Personal Branding. Beim MACHN Festival war er in den vergangenen Jahren mehrfach als Speaker vertreten und begleitet das Festival 2026 gemeinsam mit seiner Agentur filmisch. Im Interview erzählt er von seinen Erfahrungen und wieso gerade Leipzig so gut zum Festival passt.
Ahoi: Guten Morgen Florian! Kannst du dich einmal ganz kurz vorstellen und noch mal erklären, wie deine Verbindungen konkret zum MACHN-Festival sind, beziehungsweise waren?
Florian Arndt: Ich bin Florian Arndt, Regisseur und Geschäftsführer der Leipziger “Sons of Motion Pictures GmbH”, der Filmagentur hier in Leipzig, und hatte die Ehre, die letzten drei Jahre Headliner beim MACHN sein zu dürfen, bezüglich verschiedenster Themen für Keynotes. Das Erste war die KI-Keynote, die beim MACHN mit ihren Ursprung hatte, muss man sagen. Danach ging's nämlich dann zur Deutschlandtour und das Jahr danach zur Europatour. Also war wirklich eine sehr gute Startrampe des MACHNs, im wahrsten Sinne des Wortes. Und im zweiten Jahr haben wir über moderne Teamführung gesprochen und im dritten Jahr zum Thema Personenmarke. Und dieses Jahr begleiten wir auch das MACHN filmisch [als] Eventfilm.
Und kannst du aus deiner Erfahrung kurz und prägnant zusammenfassen: Für wen ist MACHN? Wer sollte auf jeden Fall vorbeischauen?
Florian Arndt: Also das MACHN ist für mich die bessere OMR in der Mitte Deutschlands. Denn das MACHN selber hat den Magneten oder zieht vor allen Dingen Leute an, die aus der Praxis kommen, die was bewegen wollen, die motiviert sind. Und da ist es auch egal, welche Karrierestufe. Das finde ich sehr beeindruckend. Das findet man hier in der Mitteldeutschland kein zweites Mal, dass so viele Leute sowohl mit Erfahrung als auch Führungskräfte, aber auch eben junge Start-ups zusammenkommen und sich austauschen, sich weiterbilden und sich gegenseitig inspirieren. Das finde ich, ist schon einmalig auf diesem Festival-Feeling, wo auch der Spaß nicht zu kurz kommt. Also eigentlich die perfekte Mischung aus Lachen und Lernen.
Das ist eine schöne Alliteration! Du hast es gerade auch kurz angesprochen, was MACHN für dich so besonders macht. Hast du denn einen besonderen Moment, wo du dachtest: Genau dafür steht MACHN? Hast du sozusagen deinen MACHN-Moment?
Florian Arndt: Also, MACHN ist für mich mehr als ein einzelner Moment. Durch die zwei Tage und die jedes Jahr wachsende Community entsteht eine Art wiederkehrendes Klassentreffen, mit vielen Menschen, die man seit Jahren kennt und immer wieder dort trifft. Dann gibt es Leute, die trifft man nur bei MACHN und dann gibt's Leute, die lernt man erst bei MACHN kennen. Also, das ist eigentlich die schöne, bunte Mischung aus Netzwerkpflege und neue Leute kennenlernen. Ich kann's gar nicht auf einen Moment reduzieren. Das würde dem MACHN nicht gerecht werden.
Also das MACHN zeichnet sich dadurch aus, dass die Eintrittspreise jeden Cent wert sind und sie auch nicht so überzogen sind, wie bei anderen vergleichbaren Veranstaltungen.
Verstehe! Etwas abseits interessiert mich da auch als außenstehende Person, wieso gerade Leipzig sich als Standort für dieses Festival eignet. Man hätte, ganz polemisch gesagt, auch Berlin nehmen können.
Florian Arndt: Ja, also erstens warum Eulen nach Athen tragen und zweitens hat Leipzig den strategischen Vorteil, dass die Stadt sehr gut angebunden ist: Mittig in Deutschland und mit einer hervorragenden ICE-Verbindung in alle relevanten Städte. Drei Stunden nach Hamburg, drei Stunden nach München und eine Stunde auch zum Vorort Berlin.
Und die Baumwollspinnerei zählt ja auch zu den einen der Top zehn Places, laut der New York Times, für Kunst. Also, die Räumlichkeiten sind ja über die Grenzen Deutschlands hinaus bekannt. Das ist ein USP [Unique Selling Point], dass es eben nicht in einer klassischer Messehalle stattfindet, I'm looking to you OMR, sondern einfach mit diesen charmebehafteten Open-Air-Flächen und aber auch Indoor-Hallen, die ja ohnehin schon Geschichte erzählen. Das macht's aus meiner Sicht aus und diesen Ort gibt's kein zweites Mal und deswegen finde ich es absolut folgerichtig, dass das hier in Leipzig stattfindet.
Im Gegensatz zu anderen Großveranstaltungen in Berlin und Co. explodieren nicht deswegen die Hotels, die sich gerade Start-ups nicht leisten können. Abgesehen davon, dass allgemein Leipzig sehr günstig ist und das ist sicherlich auch ein großer Vorteil, dass man fürs Hotel eben keine fünfhundert Euro für eine Nacht ausgibt.
Aus deiner Erfahrung: Wie hat sich denn das Festival in den letzten Jahren verändert und entwickelt, also thematisch oder von der Atmosphäre? Was sind Entwicklungen, die du beobachtest? Vielleicht auch in die Zukunft gedacht.
Florian Arndt: Das Festival ist ja klein gestartet und wurde jedes Jahr größer und wachsend. Also das heißt, die Flächen, die Aussteller, die Inhalte, auch die Qualität der Redner:innen wurde zunehmend besser. So sehr, wie man selbst auch Jahr für Jahr wächst. In allen Dimensionen.
Was würdest du auch vielleicht sagen, welche Themen sind gerade aktuell? Wie entwickelt sich das Festival auch thematisch?
Florian Arndt: Ja, es ist ja auch exemplarisch, dass vor drei Jahren beim MACHN Festival ich die Premiere mit meiner eigenen KI Keynote hatte, denn das ist damals relativ neu gewesen. Dieses Jahr zum Beispiel ist für mich relativ neu das Thema „Robotik“. Da wird es zum Beispiel auch einen einzelnen, kleinen Meet and Greet geben, wo sich Leute, die sich mit dem Thema interessieren oder auch beruflich schon auseinandersetzen oder auseinandersetzen wollen, zusammenkommen. Und das ist ja das aktuelle neue Hype-Trendthema, humanoide Robotik, die ja gerade erst begonnen hat oder am Beginnen ist. Auch da ist das MACHN wieder am Zahn der Zeit. Also während alle noch über KI reden, geht's beim MACHN auch schon um Roboter und das gefällt mir insgesamt sehr gut.
Du hast schon angesprochen, wie niederschwellig das Festival ist und sich gerade für Leute eignet, die eben noch nicht so viel Erfahrung haben beziehungsweise gerade noch am Anfang sind. Was würdest du jetzt aus deiner langjährigen Erfahrung denn jemandem sagen, der gerade in Leipzig neu gründen möchte oder einfach neu kreativ werden möchte?
Florian Arndt: Also das MACHN zeichnet sich dadurch aus, dass die Eintrittspreise jeden Cent wert sind und sie auch nicht so überzogen sind, wie bei anderen vergleichbaren Veranstaltungen. Trotzdem, jeder Euro ist einer zu viel an Ausgaben bei der Gründung. Da gibt's ja zum Glück auch rabattierte Tickets für Neugründer. Aber das Schöne ist, dass man eben nicht nur in einem Start-up-Umfeld ist, sondern es sind auch ganz viele etablierte Unternehmer:innen da, die einen weiterbringen können und die auch Bock darauf haben, sonst wären sie nicht dort. Also, für mich ist das MACHN ein Sammelbecken von Menschen, die Bock haben auf Austausch und auf Kollaboration. Und das habe ich so hier in Mitteldeutschland kein zweites Mal erlebt und das hat mir als junger Gründer sehr viel gegeben.
Danke für deinen Input und deine Zeit, das waren spannende Eindrücke!
Alles Wissenswerte zum MACHN gibt es hier.


