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Minifußball

Vier Tore und kein Torwart mehr

Kleine Tore für kleine Kicker
Kleine Tore für kleine Kicker: Minifußball beim LSC 1901 auf der Anlage in der Pistorisstraße © LSC 1901

Auf den ersten Blick geht es an diesem Trainingsnachmittag bei den Kindern des Leipziger SC im Westen der Stadt turbulent zu. Auf mit bunten Hütchen abgesteckten Spielfeldern wuseln Grundschulkinder umher. Auf jedem Feld stehen vier Minitore, ständig wechseln die Spieler. Doch genauso wird ab 2024 im Kinderbereich Fußball gespielt – nicht nur im Training, sondern auch an den Spieltagen.

Das hat der Deutsche Fußball-Bund (DFB) in diesem Frühjahr verpflichtend für alle Vereine in Deutschland beschlossen. Statt der gewohnten Spiele auf dem Kleinfeld kicken die Kinder künftig im Funino-Prinzip: Auf jeder Seite stehen zwei Tore, sodass sich die Kinder flexibel entscheiden können, auf welches Tor sie schießen. „Es wird die Kreativität jedes Spielers gefördert. Es passiert ganz viel im Kopf, die Kinder werden gezwungen, das Spiel selbstständig zu denken“, erklärt Kleinfeldkoordinator Michael Haamann.

Die Kinder werden gezwungen, das Spiel selbstständig zu denken. Michael Haamann, Kleinfeldkoordinator LSC 1901

„Fußball lernt man nur mit Ball“

Statt Fünfer- und Sechser-Teams wie bisher stehen nur noch drei Spieler pro Mannschaft auf dem Platz. Nach jedem Tor wird ein Spieler gewechselt. So bekommen nicht nur die Leistungsstärksten viel Spielzeit, sondern alle Spieler gleichermaßen.

„Man braucht sich einfach nur mal mit einem Ticker an die Seitenlinie zu stellen und mitzuzählen, wie viele Ballkontakte die Kinder beim Minifußball haben. Beim Zwei gegen Zwei oder Drei gegen Drei ist jeder in der Pflicht und versucht, Tore zu schießen und zu verhindern“, sagt Haamann. „Fußball lernt man nur mit Ball.“

Widerstand gibt es in ländlichen Regionen

Einen klassischen, festen Torhüter gibt es ebenfalls nicht mehr, genauso wie Punktspiele mit Liga und Tabelle. Vielmehr werden sogenannte Festivals ausgerichtet, bei denen sich 20 Teams auf zehn Feldern treffen und im sogenannten Champions-League-Modus aufeinandertreffen: Bei einem Sieg steigt man ein Feld auf, bei einer Niederlage eins ab.

Bei vielen Vereinen in Leipzig wird Minifußball bereits praktiziert – noch mit Wahlmöglichkeit. Dass ab 2024 ausschließlich im neuen, revolutionären Modus gespielt werden darf, sorgt aber auch für Widerstand – vor allem in ländlichen Regionen. Den Kindern macht es wie an diesem Nachmittag beim LSC jedoch Spaß. Tabellenstände und Torschützenlisten vermissen nur die Großen.

Mehr Infos unter
www.lsc1901.de sowie www.minifussball.de

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