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  • Bühne
Premiere am 23. Mai

Verbotene Liebe im Dino-Land

Im Leipziger Ensemble 23 spielen Menschen mit und ohne Behinderung zusammen Theater. In einer Produktion mit dem Westflügel wagen sie sich mit Puppenspiel-Profis erstmals an Figurentheater – und eine Dino-Liebe.

Nina-Maria Föhr und Enrico Merkel lassen ihre Figur auf Verena Noll im Drachenkostüm klettern
Nina-Maria Föhr und Enrico Merkel lassen ihre Figur auf Verena Noll im Drachenkostüm klettern © Niklas Wehling

Dreieckige Gebilde aus Stoff stehen auf einem Tisch der Probebühne und deuten eine Landschaft an. Bäume, Sträucher, Felsen – und einer davon gerät auf einmal in Bewegung und entpuppt sich als geschmeidiger Echsenrücken. Wenig später lugt aus dem Versteck ein neugieriger Dinosaurierkopf hervor.

Nina-Maria Föhr und Enrico Merkel führen die Vollgliederpuppe gemeinsam. Beine, Arme, ein drehbarer Hals, dafür braucht es vier Hände. Und die Illusion gelingt: Sofort erliegt man dem Puppenspiel-Zauber, wenn dieses Wesen erschrocken zurück zuckt, auf die andere Seite schleicht oder über eine Felszacke späht.

„Figurentheater macht Spaß, aber man braucht Kraft. Zu Hause kommt der Muskelkater“, sagt Enrico Merkel. Er ist einer der rund ein Dutzend Schauspieler des Ensemble 23, die bei der Premiere von „Urzeitstory“ am 23. Mai im Westflügel auf der Bühne stehen werden.

Der eigene Anspruch ist hoch

Sebastian Mandla hat die inklusive Theater-Gruppe vor vielen Jahren gegründet und mit künstlerischem Anspruch jedes Jahr zu einer Premiere geführt. „Inzwischen sind wir so weit, dass wir mit professionellen Schauspielern zusammenarbeiten können“, sagt Mandla. Dazu gehören etwa Nina-Maria Föhr und Verena Noll, die seit ein paar Produktionen dabei sind.

Für „Urzeitstory“ sind außerdem die Figurentheater-Künstlerinnen Gerda Knoche und Liesbeth Nenoff an Bord gekommen. Denn erstmals wagt sich das Ensemble 23 an Puppenspiel.

Figurentheater macht Spaß, aber man braucht Kraft. Zu Hause kommt der Muskelkater. Enrico Merkel, Schauspieler im Ensemble 23

Dinos erwachen zum Leben

Seit vergangenem Herbst erarbeitet sich das Ensemble geschickt die Spieltechniken mit Hand-, Klappmaul- und Vollgliederpuppen. Tatsächlich ist es mehr als ein Hobby: Das Ensemble beschäftigt seine Schauspieler in Teilzeit, ermöglicht ihnen pro Woche einen Tag, der ganz dem Theater gehört.

Mit vielen Improvisationen kommt es jetzt zum Feinschliff, um die letzten Wendungen der Story zu finden. Der Rahmen steht längst. „Urzeitstory“ spielt in einem Museum, die Dinos erwachen zum Leben, Fleischfresser treffen auf Pflanzenfresser. Eine Verbindung entsteht, die nicht sein darf. Und wem dazu das Romeo-und-Julia-Motiv einfällt, der liegt nicht falsch.

„Urzeitstory“
Premiere 23. Mai, 18 Uhr
Westflügel
www.westfluegel.de

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