„Wunderwaffen gibt es nicht“, sagt Dr. Jens Wehner, Kurator und Leiter des Sachgebiets Bildgut des Militärhistorischen Museums der Bundeswehr. „Sie sind stets eine Propaganda-Behauptung.“ Darum dreht sich die aktuelle Ausstellung „Wunderwaffen“, die auf 600 Quadratmetern Propagandatechniken zur Zeit des Nationalsozialismus untersucht und in Beziehung zur realen Fähigkeit der Kriegstechnik setzt.
Die Rhetorik änderte sich, als viele deutsche Städte von Bomben erheblich zerstört wurden. Jetzt wurden sogenannte „Vergeltungswaffen“ wie die V1, der erste Marschflugkörper der Geschichte, entwickelt. Begleitet von massiver Propaganda, um den Glauben an die eigene Überlegenheit neu zu entfachen. So titelte die Zeitschrift „Die Wehrmacht“ im August 1944 martialisch: „Der Komet der Vergeltung“.
Spannend ist auch der Blick auf Fantasiewaffen wie der „Schrieversche Flugkreisel“, über die nach dem Krieg gesprochen wurde – möglicherweise inspiriert von damals kursierenden Berichten über UFO-Sichtungen. Außerdem wirft die Ausstellung einen Blick darauf, wie der Begriff „Wunderwaffe“ aktuell im Krieg in der Ukraine verwendet wird.


