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Neue Jugendherberge in Markkleeberg

Stockbettzimmer mit Seeblick

© Andreas Schmidt

Die neue Jugendherberge im Naherholungsgebiet Markkleeberger See ist eröffnet. Mit 170 Betten in 58 Zimmern bietet sie Platz für Klassenfahrten, Tagungen und Familienurlaube. Mit 17 Millionen Euro, davon 15,86 Millionen Euro Fördermittel, ist sie die größte Einzelinvestition in der Geschichte der Stadt Markkleeberg. Oberbürgermeister Karsten Schütze verfolgt das Projekt bereits seit vielen Jahren.

„Uns war lange klar, dass im Süden von Leipzig eine Übernachtungsmöglichkeit im Neuseenland fehlt – für junge Familien, aber auch für Klassenfahrten. Jetzt konnten wir diesen Wunsch endlich realisieren“, sagt Schütze. Die Jugendherberge soll junge Menschen und Familien ins Neuseenland bringen und ihnen zugleich die Geschichte des ehemaligen Bergbaugebiets näherbringen. Wo heute der Markkleeberger See liegt, fuhr 1996 der letzte Kohlezug. 2006 wurde der See geflutet.

Unterkunft für Familien und Schulklassen

Die Unterkunft ist barrierefrei und rollstuhl- sowie behindertengerecht. Neben Speisesaal, Küche und Tagungsräumen gibt es eine Activity-Zone und eine Disco. Im Innenhof befinden sich Sitz- und Spielflächen, der Markkleeberger See liegt direkt vor der Tür.

Die Nachfrage ist bereits groß: Für September und Oktober liegen nach Angaben der Stadt jeweils mehr als 2.000 Buchungen vor. Für 2027 werden rund 20.000 Übernachtungen erwartet. „Davon profitiert die ganze Region“, sagt Schütze. Neben Freizeitangeboten wie Kanupark, Kletterpark oder Belantis entstehen in der Jugendherberge selbst 16 Arbeitsplätze. Dazu kommen Zulieferer und weitere Unternehmen aus dem Umfeld.

Auch für Gäste, die Leipzig besuchen möchten, ist die Lage interessant. „Die Anbindung sehe ich persönlich noch kritisch. Eine Direktverbindung gibt es derzeit nicht. Vom Leipziger Hauptbahnhof aus dauert die Fahrt zur Jugendherberge ungefähr 45 Minuten“, sagt Schütze. Er wünscht sich deshalb eine direkte Verbindung zwischen der Jugendherberge und dem S-Bahnhof Markkleeberg. Bis vor etwa zwei Jahren gab es diese mit der Buslinie 106.

Markkleeberg plant bereits weiter

Die touristische Entwicklung rund um den Markkleeberger See ist für die Stadt noch nicht abgeschlossen. Geplant sind unter anderem weitere Angebote für die Wintermonate, etwa eine Kletterhalle. Auch die Auenhainer Bucht soll mit einem kleineren Segelhafen, einem Wasserwanderrastplatz und einem Fischereistützpunkt weiterentwickelt werden. Ein weiteres Ziel ist die Wiederherstellung der Gewässerverbindung zwischen dem Markkleeberger und dem Störmthaler See. Die Verbindung ist seit mehreren Jahren gesperrt.

Auch im Zusammenhang mit den deutschen Olympiabewerbungen rückt Markkleeberg derzeit in den Fokus. Der Kanupark könnte als Wettkampfstätte dienen. „Mit dem Kanupark Markkleeberg haben wir eine der modernsten Wildwasseranlagen Europas. In Deutschland gibt es nur zwei wettkampftaugliche Anlagen: eine in Augsburg und eine in Markkleeberg“, sagt Schütze.

Markkleeberg ist Teil der Bewerbungen Berlins und Nordrhein-Westfalens. Sollte Deutschland den Zuschlag erhalten, könnte auch die neue Jugendherberge eine Rolle spielen – etwa bei der Unterbringung von Gästen oder als Pressezentrum. „Olympische Spiele in der Region wären natürlich ein Traum“, sagt Schütze.

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