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  • Kunst
Ausstellung „A Chair and You“

Staunen statt sitzen

In „A Chair and You“ im GRASSI treffen Stühle des Genfer Sammlers Thierry Barbier-Mueller auf Robert Wilson. Der Regisseur setzt die Designobjekte spektakulär in Szene.

„Bright Space“
Im „Bright Space“ sind verschiedene Stühle ganz besonders in Szene gesetz © Lucie Jansch

Wer das Wort Stuhl hört, denkt meist an vier Beine, eine Sitzfläche und eine Lehne. Ein Konzept, das in der Designgeschichte so oft hinterfragt, variiert und aufgebrochen wurde wie bei kaum einem anderen Objekt.

Eine der bemerkenswertesten Stuhl-Sammlungen hat der Genfer Thierry Barbier-Mueller seit den 90er-Jahren zusammengetragen. Rund 140 Stühle werden in der Ausstellung „A Chair and You“ im GRASSI Museum für Angewandte Kunst gezeigt, inszeniert vom als Theatermagier bezeichneten Regisseur Robert Wilson.

Metallisch-Kalt bis Schrill-Bunt

„Für mich sind Stühle wie eine Skulptur“, sagt Wilson. „Sie können eine Funktion erfüllen, müssen es aber nicht.“ Der US-Amerikaner hat als Regisseur, Bühnenbildner, Architekt und Maler entscheidende Akzente in den performativen Künsten gesetzt.

Jetzt inszeniert er die Sammlung Barbier-Muellers in vier Akten. „Ich beginne generell mit dem Licht, so entsteht ein Konzept für die Reise“, sagt Wilson und gibt Einblicke, wie er die Ausstellung konstruiert. Erst, wenn der Rahmen steht, sucht er die Objekte aus und platziert sie.

Im GRASSI entstehen vier Räume: vom „Kaleidoskop“, in dem die metallischen Oberflächen der Stuhlobjekte mit der reflektierenden Umgebung verschmelzen, über den durch Lichtimpulse in Szene gesetzten „Dark Space“ und den „Bright Space“ mit den schrillsten Stühlen der Sammlung bis hin zum von Minimalismus und Geometrie geprägten „Medium Space“.

Für mich sind Stühle wie eine Skulptur. Sie müssen keine Funktion erfüllen. Robert Wilson, Regisseur und Kurator

Mitmachen mit dem Lieblingsstuhl

Gegensätze strukturieren die Ausstellung“, sagt Wilson. Dadurch ließen sich Details besser erkennen als bei einer isolierten Betrachtung der Objekte. „Die Sammlung ist sehr vielfältig, das macht es so interessant, die Arbeiten in Beziehung zu setzen.“

Die Schau wurde am Museum of Contemporary Design and Applied Arts in Lausanne mit der Fondation Musée Barbier-Mueller koproduziert, von Wilson entwickelt und jetzt für das GRASSI adaptiert. Hier kann sich das Publikum mit der Aktion „Your Chair and You“ beteiligen und seinen Lieblingsstuhl fotografisch in Szene setzen. Die kreativsten Aufnahmen werden in einer Sonderausstellung präsentiert.

GRASSI Museum für Angewandte Kunst
Eröffnung am 7. Mai, 19 Uhr
bis 6. Oktober

Mehr Infos unter
www.grassimak.de

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