Ulrich Wüst hat in den 1970er-Jahren in Ost-Berlin als Städtebauer und Architekt gearbeitet. Eine Tätigkeit, die er nach wenigen Jahren für die Fotografie aufgab. Geblieben ist seine Faszination für Architektur und die Art, wie sie soziale Räume strukturiert.
Mit Stadtansichten der DDR wurde er in den 1980er Jahren bekannt. Zwischen Verfall, den noch sichtbaren Spuren des Zweiten Weltkriegs und Neubau fing er städtebauliche Absurditäten ein. Matthias Flügge, Kurator der vom Institut für Auslandsbeziehungen (ifa) veranstalteten Ausstellung, die in der GfZK zu sehen ist, spricht von einer „eigenen visuellen Form der Architekturkritik“ und der feinen Ironie, die in seinen Bildern aufscheint. Wüsts Werk lasse sich als „Bild-Archäologie der Gegenwart“ beschreiben. Wüst arbeitet seit über 40 Jahren als freier Fotograf. Mit seiner Einladung zur documenta 14 im Jahr 2017 wurde er international bekannt.


