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  • Kunst
Bis 09. August

Spiel mit Licht und Schatten

Das Deutsche Fotomuseum widmet Günter Rössler eine Ausstellung zum 100. Geburtstag. Für die Kuratoren ist es eine besondere Schau – sie waren mit dem 2012 verstorbenen Aktfotografen befreundet.

Die Kuratoren Andreas J. Mueller und Kerstin Langner führen durch die Ausstellung mit dem berühmten Akt „Renate G.“ (links)
Die Kuratoren Andreas J. Mueller und Kerstin Langner führen durch die Ausstellung mit dem berühmten Akt „Renate G.“ (links) © Rico Thumser

Günter Rössler beherrschte das Spiel mit Licht und Schatten. Seine skulptural wirkenden Schwarzweißfotografien machten ihn zum herausragenden Aktfotografen der DDR und zu einem der Großen des Genres überhaupt.

„Auf Augenhöhe mit den anderen Großmeistern“, wie es der Gründer des Deutschen Fotomuseums, Peter Langner, einmal ausdrückte. Rund 30 Werke sind dort in einer Sonderschau zu sehen. Geht man mit Museumsdirektor Andreas J. Mueller, der die Schau mit Kerstin Langner kuratiert hat, durch die Ausstellung, wird Geschichte lebendig. Etwa vor dem mit „Renate G.“ betitelten Werk von 1969, das mit markant gesetzten Lichtflächen das Modell aus dem tiefen Schwarz des Hintergrunds herauslöst. „Mit ihr habe ich auf dem Schulball getanzt“, sagt Mueller.

„Helmut Newton des Ostens“

Rössler, am 6. Januar 1926 in Leipzig geboren, arbeitete ab den 1950er-Jahren in Markkleeberg. Seine Modelle fand er hier, Menschen aus dem Alltag. Vielleicht wirken sie deshalb so natürlich. Um die große Pose ging es Rössler nie. Von einer „schlichten Konzentration“ schwärmt Mueller. „Nicht zu sehr sexualisiert, aber auch nicht prüde. Seine Fotografien besitzen eine ikonographische Kraft.“

Bei allem Erfolg – der Playboy nannte Rössler einst den Helmut Newton des Ostens – leben ließ es sich in der DDR nicht von der freien Aktfotografie. Rössler war deshalb auch für Reportagen unterwegs und fotografierte und gestaltete Modezeitschriften wie die „Modische Maschen“, die Ende der 1980er-Jahre auf eine Auflage von über 600.000 Exemplaren kamen.

Seine Fotografien besitzen eine ikonographische Kraft. Andreas J. Mueller, Direktor des Deutschen Fotomuseums

Per Künstlertausch zum ersten Werk

Mueller, der damals als Karikaturist arbeitete, war mit Rössler befreundet. Aus dieser Zeit stammt das Werk „Katrin D.“: eine junge Frau, halb kniend im Profil. „Er hat von mir eine Lithografie erhalten und ich von ihm diesen Akt. Es war ein Künstlertausch, als ich noch nicht wusste, dass ich einmal eine Fotosammlung aufbauen werde.“

Das Deutsche Fotomuseum konzentriert sich auf Rösslers Aktfotografie. Als Akt- und Modefotograf ist er bis 3. Mai im Kunsthaus Apolda zu sehen.

Günter Rössler zum 100. Geburtstag
Deutsches Fotomuseum
Raschwitzer Straße 11–13, Markkleeberg
bis 9. August
​​​​​​​www.fotomuseum.eu

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