In ‚Mensch ärgere dich nicht‘ geht Ies um Erwartungen“, verrät Josephine Wöhler, die mit Mieke Müllerschön den integrativen, generationenübergreifenden Theaterclub leitet. „Welche Erwartungen hat man an sich selbst? Welche an andere? Viel mehr will ich nicht verraten.“ Fest steht: Vier Teams treten rund um das Thema spielerisch gegeneinander an. Das Publikum wird ins Stück integriert.
Ein Vorreiter-Projekt
Wöhler hat seit der Gründung des Clubs Melo 2014 – sie ist seit 2015 dabei – einen deutlichen Anstieg von inklusiven Theaterangeboten beobachtet. Das Projekt, das aus dem Theaterzirkel der Lebenshilfe Werkstatt entstand, war damals in Leipzig eine Art Vorreiter. „Es wäre wunderbar, wenn alles inklusiv wäre, und man es gar nicht so thematisieren müsste“, sagte die gebürtige Chemnitzerin. Ziel ist es, von den Menschen als ganz normale Theatergruppe wahrgenommen zu werden. Weiterhin ist es ihr ein Herzensanliegen, dass der Club mehr nicht hörende Menschen erreicht. Als Darsteller und im Publikum.
Arbeit macht Laune
Die Arbeit mit ihrem 21-köpfigen Ensemble, das ausschließlich aus Laiendarstellerinnen und -darstellern besteht, darunter acht mit Inklusionshintergrund, erlebt sie als ungeheuer energiegeladen und herzlich. „Es macht richtig Laune.“ Momentan liegt der Fokus noch auf den Aufführungen im Juni. Aber Wöhler macht sich schon Gedanken über die Zukunft. Den Austausch mit anderen inklusiven Theaterprojekten, vielleicht verbun- den mit einem Gastspiel in einer anderen Stadt, fände sie einen wichtigen Schritt. „Davon könnten wir alle nur profitieren.“