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Welche Risiken hat es für Eltern und Kinder?

Sharenting als Phänomen

© Foto von Nathan Dumlao auf Unsplash

Sharenting ist ein Begriff, der Eltern zu denken geben sollte, denn er beschreibt das Teilen von Fotos, Videos oder Geschichten über Kinder in sozialen Medien. Dabei geht es nicht nur um süße Babyfotos oder den Stolz auf das erste Schulzeugnis.

Vielmehr öffnet sich hier ein Raum für Diskussionen über Privatsphäre, Sicherheit und langfristige Konsequenzen. Aber warum ist dieses Thema so wichtig? Weil das Internet nichts vergisst und Kinder eine Zukunft haben, die ohne digitale Altlasten unbeschwerter wäre.

Die Privatsphäre von Kindern: Warum sie mehr Aufmerksamkeit verdient

Privatsphäre ist ein Grundrecht, das auch Kindern zusteht. Kinder können sich oft nicht wehren, wenn ihre ersten Schritte, die Zahnlücken oder das Lieblingskostüm auf Instagram landen. Eltern meinen es gut, denken an Verwandte oder Freunde, die „unbedingt“ das Foto vom ersten Kindergeburtstag sehen müssen. Doch was passiert, wenn diese Bilder aus dem privaten Kontext gerissen werden?

Langfristig entstehen digitale Spuren, die schwer zu kontrollieren sind. Technologien wie Gesichtserkennung könnten eines Tages dazu führen, dass diese Fotos auf Plattformen landen, von denen man nicht einmal wusste, dass sie existieren. Ein süßes Tortenfoto mag heute noch niedlich wirken, könnte in der Teenagerzeit aber zur größten Peinlichkeit werden. Kinder, die nie gefragt wurden, sehen sich später mit Bildern konfrontiert, die sie niemals veröffentlicht hätten. Und wer weiß schon, wie sich diese Spuren in einer Welt auswirken, die Daten zur neuen Währung gemacht hat? Auch die Unbekümmertheit, mit der Eltern agieren, kann zum Problem werden, besonders dann, wenn sie die Perspektive ihres Kindes nicht ausreichend mitbedenken.

Eltern als Vorbilder: Digitale Kompetenz beginnt zu Hause

Kinder orientieren sich an ihren Eltern, auch im Umgang mit digitalen Medien. Wer sich verantwortungsvoll verhält, gibt automatisch die besten Lektionen weiter. Dazu gehört nicht nur das bewusste Teilen, sondern auch das Vermitteln von Sicherheitsmaßnahmen. Ein VPN ist ein Beispiel für ein einfaches Tool, das Schutz bietet und gleichzeitig eine Gelegenheit schafft, über digitale Sicherheit zu sprechen. Wer sich nicht direkt einen kostenpflichtigen VPN zulegen möchte, kann Cyberghost kostenlos testen und so zuerst die Möglichkeiten eines VPNs testen.

Gleichzeitig sollten Eltern offen über die Chancen und Gefahren des Internets reden. Was bedeutet es, Inhalte zu posten? Warum ist Privatsphäre wichtig? Und wie schützt man sich vor den weniger schönen Seiten der Online-Welt? Diese Gespräche sind hilfreich und legen den Grundstein für ein gesundes Verhältnis zum digitalen Raum.

Missbrauch und Identitätsdiebstahl: Die dunkle Seite des Teilens

Es klingt fast surreal, aber Kinderbilder haben einen Markt, einen düsteren. Sie können missbraucht, manipuliert oder in verstörende Kontexte gesetzt werden und das passiert häufiger, als viele denken. Eltern, die in Kommentaren stolz den vollständigen Namen, das Alter oder den Wohnort preisgeben, liefern Kriminellen gleich das komplette Paket an Daten.

Noch bedrohlicher wird es, wenn diese Informationen kombiniert werden. Aus scheinbar harmlosen Details entsteht ein Profil, das für Identitätsdiebstahl genutzt werden kann. Das mag heute noch absurd wirken, aber Kinder wachsen heran. Genau diese Daten könnten später gegen sie verwendet werden, von manipulierten Social-Media-Accounts bis hin zu Sicherheitsrisiken, die sich nur schwer aus der Welt schaffen lassen. Denn was einmal online ist, bleibt es in irgendeiner Form. Das Löschen eines Fotos entfernt es vielleicht vom eigenen Profil, aber nicht aus den Backups, Archiven oder den Geräten Dritter.

Rechtliche Stolpersteine: Eltern in der Verantwortung

Die rechtliche Lage ist eindeutig: Kinder haben Persönlichkeitsrechte. Wer diese missachtet, riskiert rechtliche Konsequenzen. Es gibt bereits Beispiele, in denen junge Erwachsene ihre Eltern verklagten, weil sie sich durch Bilder aus ihrer Kindheit bloßgestellt fühlten. Der Gedanke mag befremdlich sein, aber er ist nachvollziehbar. Niemand möchte, dass peinliche oder intime Momente für alle Ewigkeit im Netz kursieren.

Besonders in Europa, wo Datenschutzgesetze wie die DSGVO streng durchgesetzt werden, können Eltern für Verletzungen dieser Rechte haftbar gemacht werden. In anderen Teilen der Welt mag das weniger stark reguliert sein, doch das ändert nichts an der Tatsache, dass diese Inhalte global zugänglich sind. Eltern sollten sich bewusst sein, dass ein vermeintlich unschuldiges Foto rechtliche und finanzielle Folgen haben könnte – heute oder in der Zukunft.

Vom süßen Moment zur digitalen Zielscheibe: Cybermobbing und Isolation

Ein weiteres Problem von Sharenting ist die soziale Dimension. Peinliche Inhalte – egal wie liebevoll sie gemeint waren – können Kindern das Leben schwer machen. Ob das Babyfoto in der Badewanne oder der Schnappschuss mit Karnevalskostüm, das für die Eltern so herrlich witzig aussah: In den Händen anderer wird daraus schnell ein Mobbing-Tool.

Kinder, die mit solchen Inhalten konfrontiert werden, könnten in der Schule darunter leiden und sich auch sozial zurückziehen. Wenn die eigenen Eltern Inhalte teilen, die später zur Zielscheibe werden, kann das Vertrauen empfindlich gestört werden. Manchmal sind es nicht einmal böse Absichten anderer, sondern das eigene Unwohlsein, das Kinder isoliert. Niemand möchte, dass sich ein Kind schämen muss, weil es unfreiwillig zu viel Öffentlichkeit erfahren hat.

Wie Eltern Sharenting sicherer machen können

Es gibt keinen Grund, alles zu teilen. Eltern, die Inhalte posten möchten, sollten sich bewusst für den sicheren Weg entscheiden. Dazu gehört, die Privatsphäre-Einstellungen in sozialen Netzwerken so anzupassen, dass nur ein kleiner Kreis Zugang hat. Noch besser sind Plattformen, die speziell für privates Teilen entwickelt wurden. Sie bieten geschützte Räume, in denen Inhalte sicher bleiben. Ein weiterer wichtiger Punkt ist Anonymität. Bilder, die keine Rückschlüsse auf Namen, Orte oder Gewohnheiten zulassen, bieten deutlich weniger Angriffsfläche. Und muss wirklich alles in Echtzeit gepostet werden? Urlaubserinnerungen lassen sich genauso gut später teilen, ohne den aktuellen Standort preiszugeben. Dieser kleine Zeitpuffer reduziert Risiken erheblich.

Fazit

Sharenting ist ein Phänomen mit weitreichenden Auswirkungen. Es erfordert ein hohes Maß an Bewusstsein, um die Balance zwischen Stolz und Schutz zu finden. Mit der richtigen Mischung aus Zurückhaltung, Sicherheitsmaßnahmen und digitaler Kompetenz können Eltern ihren Kindern die Privatsphäre ermöglichen, die sie verdienen.

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