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Unbekannte Bach-Handschrift erstmals gezeigt

Sensationsfund im Leipziger Stadtarchiv

Bei einem Pressetermin im Stadtarchiv Leipzig wurde eine spektakuläre Entdeckung präsentiert: Originalhandschriften von Bach, Gottsched und Telemann – sie geben neue Einblicke ins Musikleben der Barockzeit.

Prof. Dr. Dr. h. c. Peter Wollny, Prof. Dr. Hans-Joachim Knölker, Dr. Bernd Koska & Dr. Michael Ruprecht (v.l.n.r.) bei der Präsentation der Handschriften © Viktoria Schlögel

Am 3. Februar zeigte das Stadtarchiv Leipzig erstmals drei bislang unbekannte Handschriften aus dem 18. Jahrhundert – darunter ein Original von Johann Sebastian Bach. Auch Schriften von Georg Philipp Telemann und Johann Christoph Gottsched zählen zu dem neu erschlossenen Bestand.

Wir waren beim exklusiven Pressetermin vor Ort und konnten die bedeutenden Funde in Augenschein nehmen. Die Dokumente geben unmittelbaren Einblick in das studentisch geprägte Musikleben Leipzigs zur Barockzeit. Der Fund ergänzt nicht nur die Bach-Forschung, sondern auch das kulturhistorische Bild der Stadt um eine wichtige Facette.

Die Akten enthalten Bewerbungsschreiben und Zeugnisse Leipziger Studenten. Erstmals belegen sie, dass der Leipziger Rat unter Bach gezielt musikalische Talente förderte – etwa durch Stipendien für Sänger und Instrumentalisten. Unter den Fundstücken: ein handschriftliches Zeugnis Bachs für seinen Bassisten Gottlob Friedrich Türsch (1740), das älteste erhaltene Bewerbungsschreiben Telemanns und ein Empfehlungsschreiben Gottscheds für Johann Friedrich Doles.

Entdeckt wurden die Quellen vom Musikwissenschaftler Dr. Bernd Koska im Rahmen des Projekts „Forschungsportal BACH“ der Sächsischen Akademie der Wissenschaften in Kooperation mit dem Bach-Archiv Leipzig. Gemeinsam mit dem Direktor des Stadtarchivs, Dr. Michael Ruprecht, dem Präsidenten der Akademie, Prof. Dr. Hans-Joachim Knölker, und dem Leiter des Bach-Archivs, Prof. Dr. Dr. h. c. Peter Wollny, stellte er die Dokumente im Rahmen des Pressetermins persönlich vor.

Die Handschriften sind ab sofort Teil einer neuen Sonderausstellung im Stadtarchiv Leipzig. Diese widmet sich dem musikalisch-intellektuellen Netzwerk Leipzigs im 18. Jahrhundert und beleuchtet bisher wenig beachtete Verbindungen zwischen Universität, Musik und Stadtgesellschaft. Die Ausstellung ist frei zugänglich und läuft noch bis zum 23. April.

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