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  • Kunst
Deutsches Fotomuseum

Schwergewichte und Winzlinge

Kameras definieren die Möglichkeiten der Fotografen, technische Erfindungen verändern die Bildsprache. Einen spannenden Blick auf die Geschichte der Kamera-Entwicklung zeigt das Deutsche Fotomuseum.

Museums-Direktor Andreas J. Mueller und Kuratorin Kerstin Langner
Museums-Direktor Andreas J. Mueller und Kuratorin Kerstin Langner mit einer gigantischen Reprokamera von 1890 © Niklas Wehling

Der Wind bauscht den Rock von Marilyn Monroes Kleid. Elliott Erwitts bekanntes Motiv hängt stark vergrößert neben dem Eingang des Deutschen Fotomuseums in Markkleeberg.

Ein Museum, das auch regelmäßig Besucher anlockt, die sich weniger für ikonische Fotografien interessieren als für die Details der Apparate, mit denen sie aufgenommen wurden.

Wir können nur drei Prozent unserer Sammlung zeigen. Andreas J. Mueller, Direktor des Deutschen Fotomuseums

Die Dunkelkammer reiste mit

Wer das Museum betritt, trifft in der Mitte des Rundbaus auf eine riesige Reprokamera. An der Rückwand nagte schon der Holzwurm. Zeit genug hatte er, die Kamera stammt aus dem Jahr 1890, produziert von Hoh und Hahne. „Damals ein Weltkonzern aus Leipzig“, sagt Museumsleiter Andreas J. Mueller. „Selbst aus Hongkong und Südamerika wurden mir Kameras von Hoh und Hahne für das Museum angeboten.“

Mueller fotografierte als HGB-Student in Leipzig einst selbst mit einer solchen Kamera. Unweit des Schmuckstücks stehen Reisekameras der gleichen Epoche, die zeigen, wie mühselig das Fotografieren damals war. Fotografen schleppten Koffer mit Negativen und manchmal gleich ein komplettes Zelt, um eine Dunkelkammer vor Ort einzurichten.

Das Museum zeigt die großen Entwicklungslinien der Kameratechnik und kuriose Besonderheiten: eine Dreifarbenkamera von 1925, eine Knopflochkamera aus der Spionageabteilung oder eine Unterwasserkamera Marke Eigenbau.

Leica revolutionierte die Fotografie

„Die jeweilige Technik bringt eine bestimmte Bildästhetik hervor und die prägt das kollektive Bildgedächtnis“, sagt Mueller und zeigt auf eine Leica. Mit der handlichen Kleinbildkamera konnte erstmals wendig und spontan fotografiert werden. Ein ähnlicher Entwicklungssprung kam zuvor mit der Rollfilmkamera von George Eastman, dem Gründer der Marke Kodak.

Heute werden ständig neue Qualitätslevel in der Digitalfotografie erreicht. Ein Kapitel, das die Ausstellung nur streift, was sich aber vielleicht bald ändern wird. „Wir können nur drei Prozent unserer Sammlung zeigen“, sagt Mueller und hofft, bald weitere Areale des Gebäudes für sein Museum nutzen zu können.

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