Die Dunkelkammer reiste mit
Wer das Museum betritt, trifft in der Mitte des Rundbaus auf eine riesige Reprokamera. An der Rückwand nagte schon der Holzwurm. Zeit genug hatte er, die Kamera stammt aus dem Jahr 1890, produziert von Hoh und Hahne. „Damals ein Weltkonzern aus Leipzig“, sagt Museumsleiter Andreas J. Mueller. „Selbst aus Hongkong und Südamerika wurden mir Kameras von Hoh und Hahne für das Museum angeboten.“
Mueller fotografierte als HGB-Student in Leipzig einst selbst mit einer solchen Kamera. Unweit des Schmuckstücks stehen Reisekameras der gleichen Epoche, die zeigen, wie mühselig das Fotografieren damals war. Fotografen schleppten Koffer mit Negativen und manchmal gleich ein komplettes Zelt, um eine Dunkelkammer vor Ort einzurichten.
Das Museum zeigt die großen Entwicklungslinien der Kameratechnik und kuriose Besonderheiten: eine Dreifarbenkamera von 1925, eine Knopflochkamera aus der Spionageabteilung oder eine Unterwasserkamera Marke Eigenbau.