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Margarita Montgomery

Realismus trifft Abstraktion

Altmeisterliche Technik bedeutet nicht, dass man Rembrandt kopiert. Das findet Margarita Montgomery, die ihren Still - leben mit überraschenden Gegensätzen eine geheimnisvolle Spannung einhaucht.

Margarita Montgomery
Margarita Montgomery © Rico Thumser

Efeu rankt sich realistisch über die Leinwand. Die Vase in der Mitte scheint zu schweben. Das wirkt wunderbar leicht. Dann schlägt doch das Unbehagen zu, denn in der Vase sitzt eine Puppengestalt, schaut durch Wasser, Glas, Blattwerk.

„The Dip“ nennt Margarita Montgomery ihr gegenwärtiges Lieblingsbild. Ihre Frankfurter E30 Gallery zeigt gerade ihre Werke, hat aber für diese Ausstellung auf „The Dip“ verzichtet. Es blieb in ihrem Leutzscher Atelier. Zum Glück, denn in „The Dip“ lässt sich vieles finden, das die Arbeit der Leipziger Künstlerin charakterisiert.

Spannung aus Bewegung und Ruhe

Intensiv hat sie sich mit altmeisterlicher Technik, mit Realismus und Stillleben auseinandergesetzt. „Technik und Kenntnisse von Material heißt nicht, dass man Rembrandt kopiert“, kontert Montgomery einen Vorwurf, den sie manchmal hört. Für sie sind es Grundlagen, auf deren Basis sie ihren Weg sucht.

Das Muster eines Teppichs wandelt sich unter ihrem Pinsel in ein Spiel farbiger Quadrate, angelehnt an Hans Holbein den Jüngeren. Immer wieder scheinen Gegenstände zu schweben. Die Malerin spannt Tücher zwischen Wände oder baut Rahmen, in die sie Objekte hängt.

Sie brauche dreidimensionale Vorlagen, könne nicht vom Foto abmalen. Im Ergebnis entsteht eine feine Spannung aus den Gegenpolen von Bewegung und Ruhe, Realismus und Abstraktion. In jüngster Zeit spielt auch der Mensch eine größere Rolle und drängt auf ihre Leinwände.

Malen ist eine Art Meditation für mich. Bilder sind meine einzige Ordnung im Leben. Margarita Montgomery, Malerin

Malen als Meditation

Montgomery wurde in Belarus geboren, ist in Tschechien aufgewachsen und in Deutschland an der Burg Giebichenstein in Halle und an der Leipziger HGB zur Malerin ausgebildet worden. Jetzt steht der nächste Schritt an: Mit ihrem Mann wird sie für einige Zeit in die USA gehen.

Zuvor stellt sie ihre Werke in der Ahoi-Redaktion aus. „Malen ist eine Art Meditation für mich“, sagt Montgomery. Schon als Kind habe sie in Stresssituationen gemalt, ganz in der Konzentration auf das Modell versunken. „Bilder sind meine einzige Ordnung im Leben“, sagt sie. „Bilder und Zähneputzen.“

Margarita Montgomery stellt bis Ende April einige Werke im Rahmen von „Kunst in der Redaktion“ in den Räumen der Ahoi (Brühl 6) aus.

margaritamontgomery.com

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