Ein kurzer Gang ins Bürgerbüro, ein Klick am Automaten, fertig ist das Foto für den Ausweis? Ganz so einfach ist es ab Mai 2025 nicht mehr. Leipzig stellt – wie der gesamte Bund – auf digitale Passbilder um. Damit sollen Identitätsdiebstahl und Bildmanipulation verhindert werden. Was bedeutet das konkret für Leipzigerinnen und Leipziger?
Was sich ändert – und warum
Ab dem 1. Mai dürfen für amtliche Dokumente wie Personalausweis, Reisepass oder elektronischen Aufenthaltstitel nur noch digital erstellte, zertifizierte Passfotos verwendet werden. Die Bilder werden direkt bei der Aufnahme an die Behörden übermittelt. Ausdrucke aus dem heimischen Drucker oder Bilder vom Automaten sind künftig nicht mehr erlaubt.
Hintergrund ist das sogenannte Morphing: Technisch manipulierte Fotos, in denen mehrere Gesichter miteinander verschmolzen wurden, konnten bisher genutzt werden, um mehrere Personen mit einem Ausweis auszustatten. Die neue Regelung soll solche Fälschungen ausschließen.
So läuft es jetzt in Leipzig ab
In den meisten Leipziger Bürgerbüros stehen mittlerweile spezielle Fototerminals bereit. Dort wird das Foto direkt vor Ort aufgenommen und in das städtische System übertragen. Ein Ausdruck erfolgt nicht mehr – das Bild dient ausschließlich dem jeweiligen Antrag und wird danach gelöscht.
In Liebertwolkwitz und Böhlitz-Ehrenberg fehlen die Terminals noch. Wegen technischer Lieferschwierigkeiten gilt hier bis Ende Juli eine Übergangsregelung: In diesen beiden Bürgerbüros werden weiterhin klassische Passbilder akzeptiert.
Fotostudios bleiben wichtig – aber digital
Neben den städtischen Terminals beteiligen sich auch private Fotostudios an dem neuen Verfahren. In Leipzig und Markkleeberg haben sich zwölf Studios zertifizieren lassen. Sie arbeiten mit einer gesicherten Software, die die Passbilder nach biometrischer Prüfung direkt an die Behörden sendet.
Das klassische Foto-Shooting ist also nicht verschwunden – aber die Bearbeitung ist begrenzt: „Retusche geht nicht mehr“, sagt Andrea Kühnemann-Tärre, Fotografin in Paunsdorf. „Das System prüft automatisch, ob das Bild unverändert ist.“
Viele Studios bieten neben dem digitalen Bild auch Papierabzüge und die Speicherung für spätere Anträge an. Nach wie vor lohnt sich der Studiobesuch also für alle, die Wert auf professionelle Begleitung legen – ob beim Sitz der Kleidung oder beim Blick in die Kamera.
Was passiert mit anderen Dokumenten?
Führerscheine sind von der neuen Regelung ausgenommen. Hier dürfen weiterhin selbst gemachte oder ausgedruckte Bilder verwendet werden – sofern sie den biometrischen Anforderungen entsprechen. Auch für internationale Führerscheine bleibt das Papierfoto Pflicht.
Digitalisierung mit Nebenwirkungen?
Nicht alle begrüßen die Neuerung. Einige Berufsverbände hatten zu Beginn kritisiert, dass private Studios durch die Umstellung ausgeschlossen würden. Erst nach einer Überarbeitung des Gesetzes dürfen sie weiter Passbilder anfertigen – nun aber unter strengeren technischen Bedingungen.
Außerdem muss jedes Studio nicht nur investieren, sondern auch organisatorisch umstellen. Für jedes Foto ist eine sichere Datenverbindung nötig, teilweise auch eine Authentifizierung der Fotografen mit dem Personalausweis. Das bedeutet Mehraufwand – auch wenn er dem Sicherheitsgewinn dient.
Porträt mit Leipzig-Flair
Wer den Gang ins Studio gleich für ein modernes Porträt nutzen möchte, findet in der Stadt viele spannende Orte. Hier ein paar Vorschläge:
📍 Kongresshalle am Zoo
Die weißen Fassaden und geometrischen Bögen bieten klare Linien und elegantes Licht. Ideal für klassische Porträts mit architektonischer Tiefe.
📍 Richard-Wagner-Hain
Der grüne Parkstreifen direkt an der Elster kombiniert Natur mit Blick auf das Neue Rathaus – perfekt für ruhige, warme Außenaufnahmen.
📍 Lindenauer Hafen
Industrielles Flair trifft auf Wasser und Weite. Die alten Kräne, der Hafensteg oder die Backsteinbauten im Hintergrund setzen moderne Akzente.
📍 Höfe am Brühl – Außenseite
Die spiegelnden Fassaden und das klare Design liefern einen urbanen, fast futuristischen Look. Ideal für Menschen, die Kontraste mögen.
📍 Bürgerbahnhof Plagwitz
Verwachsene Gleise, alte Bahnrelikte und kreative Streetart – perfekt für entspannte, kreative Porträts mit Leipzigs wilderer Seite.
📍 Uniriese / Augustusplatz
Im Schatten des Panorama Towers bietet sich eine zentrale Kulisse mit städtischer Dynamik – viel Glas, Licht und Bewegung im Hintergrund.
📍 Clara-Zetkin-Park, Musikpavillon
Der Pavillon mit seiner klassischen Form und dem umliegenden Baumbestand bietet eine sanfte Kulisse für natürliche Porträts.
Die neue Passfoto-Regel bringt mehr Sicherheit – und für Fotofreunde neue Gründe, sich im besten Licht zu zeigen.


