//
//
  • Kunst
Bis 17. August

Neuer Blick mit alten Quellen

Vor 500 Jahren endete der Bauernkrieg blutig. Das Pano­ ramamuseum Bad Franken­ hausen schaut als Teil der Landes­ ausstellung „Freiheyt 1525“ auf die Ereignisse und taucht tief ein in historische Darstellungen.

Das Panoramamuseum Bad Frankenhausen widmet sich dem Bauernkrieg
Das Panoramamuseum Bad Frankenhausen widmet sich dem Bauernkrieg © Panoramamuseum Bad Frankenhausen

Gegen Leibeigenschaft, Frondienst und für den freien Zugang zu Jagdgründen kämpften die Bauern im 16. Jahrhundert. Sie verbündeten sich für ihre Freiheit, inspiriert vom Geist der Reformation.

Knapp und treffend mit „Freiheyt 1525“ ist die Landesausstellung Thüringen überschrieben, die an den Bauernkrieg erinnert, der 1525 von den Landesherren blutig niedergeschlagen wurde.

„Keine Geschichtsillustration“

Werner Tübke schuf ausgehend von den historischen Ereignissen zwischen 1976 und 1987 sein imposantes Bauern­kriegspanorama in Bad Frankenhausen. Figuren wie Bauernführer Thomas Müntzer oder Reformator Martin Luther tauchen in dem 1722 Quadrat­meter umfassenden Gemälde auf.

„Wie kein anderes Werk überzeugt es scheinbar als ein umfassendes, authentisches Bild der Wende zur frühen Neuzeit“, sagt Gerd Lindner, Direktor des Panoramamuseums und Kurator der Ausstellung – und verweist zugleich darauf, dass schon Tübke selbst angekündigt hatte, „keine Geschichtsillustration“ abzuliefern.

Tatsächlich geht es eher um seine geschichts- und moralphilosophischen Vorstellungen. Tübke, so Lindner, bezog sich deshalb konsequent auf Originalquellen, um einer ideologischen Interpretation aus seiner Zeit heraus zu entgehen. Vor allem Grafik, Buchillustration und Einblattdrucke des frühen 16. Jahrhunderts sind Tübkes kunsthistorische Bezugspunkte und ein Schwerpunkt der Sonderausstellung „Der Welt Lauf“.

Grafiken aus der Zeit des Bauernkriegs

Diese widmet sich der geistesgeschichtlichen Dimension des Monumentalgemäldes. Flankiert wird es von rund 130 erstmals in dieser Form versammelten Exponaten aus dem 14. bis 19. Jahrhundert, darunter Werke von Albrecht Dürer, Lucas Cranach und Barthel Beham. Dessen „Der Welt Lauf“ von 1525 zitiert Tübke prominent, und dieses Werk gibt der Sonderausstellung den Titel.

Lindner: „Es ist unser Anliegen, ein Bild von jener Zeit zu vermitteln, wie der Maler sie gesehen hat, und anhand einer Auswahl seiner Quellen Erkenntnis zu gewinnen über das Wesen der Epoche.“ In sechs Kapiteln folgt die Ausstellung der im Panoramagemälde angelegten Gliederung.

„Der Welt Lauf“ ist bis 17. August im Panoramamuseum Bad Frankenhausen zu sehen.

Mehr Infos unter
www.panorama-museum.de

« zurück
zur aktuellen Ausgabe