„Keine Geschichtsillustration“
Werner Tübke schuf ausgehend von den historischen Ereignissen zwischen 1976 und 1987 sein imposantes Bauernkriegspanorama in Bad Frankenhausen. Figuren wie Bauernführer Thomas Müntzer oder Reformator Martin Luther tauchen in dem 1722 Quadratmeter umfassenden Gemälde auf.
„Wie kein anderes Werk überzeugt es scheinbar als ein umfassendes, authentisches Bild der Wende zur frühen Neuzeit“, sagt Gerd Lindner, Direktor des Panoramamuseums und Kurator der Ausstellung – und verweist zugleich darauf, dass schon Tübke selbst angekündigt hatte, „keine Geschichtsillustration“ abzuliefern.
Tatsächlich geht es eher um seine geschichts- und moralphilosophischen Vorstellungen. Tübke, so Lindner, bezog sich deshalb konsequent auf Originalquellen, um einer ideologischen Interpretation aus seiner Zeit heraus zu entgehen. Vor allem Grafik, Buchillustration und Einblattdrucke des frühen 16. Jahrhunderts sind Tübkes kunsthistorische Bezugspunkte und ein Schwerpunkt der Sonderausstellung „Der Welt Lauf“.