Krisen wirken oft wie Katalysatoren für Neuerungen und Innovationen. Beim Trend zum Coworking hat sich das mit leichtem Nachlauf zur Corona-Krise ebenfalls bestätigt. Dabei sind nicht nur wirtschaftliche Aspekte ausschlaggebend, ebenso werden Nachhaltigkeitsgründe und soziale Faktoren immer wichtige
- Stadtleben
NACHHALTIG UND GEMEINSAM

Gemeinsame Nutzung schont die Umwelt
Da ohnehin immer mehr Menschen von zu Hause aus arbeiten, ist die Vorhaltung von physischen Arbeitsbereichen für alle Angestellten schlichtweg nicht mehr zeitgemäß. Büroflächen, Heizkosten, Raum für Parkplätze, dazu mehr oder weniger lange Arbeitswege – all das be- wirkt einen Ressourcenverbrauch, der in Zeiten der Klimakrise ineffizient und ge- genüber den kommenden Generationen unverantwortlich geworden ist. Dabei ist die Idee, dass alles, was gemeinsam genutzt werden kann, auch nur einmal vorhanden sein muss und Ressourcen verbraucht, sehr gut. Darun- ter fällt ein WLAN-Netz genauso wie der Beamer, der Drucker oder die Nutzung einer wassersparenden Spülmaschine.
Soziale Faktoren spielen eine große Rolle
Da sich der Arbeitsmarkt von einem Nachfrage- zu einem Anbietermarkt gewandelt hat, ist auch die Attraktivität von Arbeitsstrukturen von steigender Bedeutung. Coworking Spaces können näher am Wohnort liegen, weg von staugeplag- ten Innenstädten. Und sie bewirken ein soziales Umfeld, das durch gegenseitigen Austausch und Miteinander die Kreativität beflügeln kann. Gerade für Selbst- ständige, Start-ups oder Kreative kann das ein Entwicklungsbeschleuniger sein.

Coworking Space mit Wohnzimmer-Charakter
KLINGE22
Eine Alternative zum Homeoffice wollte Nina Wehling mit ihrem Creative Coworking schaffen und vor allem Kultur- und Kreativschaffende aus den mitunter abgekoppelten Homeoffices herausholen. „Gerade für diese Zielgruppe ist doch der Austausch untereinander besonders wichtig, und das in einem ungezwungenen
und offenen Umfeld, in dem auch unternehmerisches Wissen geteilt und Erfahrungen zum Nutzen aller getauscht werden können“, erklärt Wehling ihre Philosophie. Das Besondere bei Klinge22 sieht Wehling in der freundlichen, offenen und inspirierenden Gemeinschaft der Nutzerinnen und Nutzer, „eben wie im heimischen Wohnzimmer“. Gemütlich, unkonventionell und mit Industrie- und Retro-Charme, wie es zum ehemaligen Industrieviertel Plagwitz auch passe.
Zielgruppe: Kultur- und Kreativschaffende
Stilrichtung: Wohnzimmer-Charakter mit Industrie-Charme
Preise: zwischen 110 und 220 Euro pro Monat
Ausstattung: Internet, Drucker, 6 Räume für Meetings und Telefonate, Lager Rückzugsräume: Chillout Spaces, Hof und Garten ohne Straßenlärm, Seminarraum Verpflegung: Mittagskantine und Biergarten im Hof
Mehr Infos: www.klinge22.de
Zwischen Coworking und klassischer Bürovermietung
GREENLANDER’S FRIENDS
Irgendwo zwischen reinem Coworking und bereits klassischer Büroraumvermietung sieht sich der Anbieter Greenlander’s Friends in der City von Leipzig. Wer hier seinen Workspace einrichtet, hat oft schon ein größeres Unternehmen im Hintergrund, teilt Alexander Rommel, Prokurist der Renta GmbH von Greenlander’s Friends mit. „Es sind oft Unternehmen mit kleinen Dependenzen in Leipzig, die ihre größeren Standorte und Niederlassungen in anderen Städten haben“, erklärt Rommel. Da sich die Kunden von Greenlander’s Friends bereits in einer Wachstumsphase befinden, bietet die Leipziger Coworking Space Vermietern auch Anschlussvermietungen für größere Büroräumlichkeiten.
Zielgruppe: junge, wachsende Unternehmen
Stilrichtung: moderner Büro-Look
Nutzungsbedingungen: aktuell 259 Euro netto pro Arbeitsplatz pro Monat Ausstattung: Büroausstattung, Internet, Möblierung
Rückzugsraum: im eigenen Büroraum
Verpflegung: in der Innenstadt
Mehr Infos: www.greenlanders-friends.com

Zukunftsorientiertes Coworking im Zentrum
BASISLAGER COWORKING
Mitten in Leipzig unter Gleichgesinnten: Gerade für neu gegründete Unternehmen und deren Gründern sind die Rahmenbedingungen ihrer Arbeitsumgebung entscheidend, erklärt Josefine Melanie Klingner vom Coworking Space Basislager Coworking in Leipzig, das auf 3.000 Quadratmetern über 150 Arbeitsplätze in fußläufiger Nähe zur Leipziger Innenstadt anbietet. Ein kreatives Umfeld von Gleichgesinnten, in dem nicht nur optimale Arbeitsbedingungen herrschen, sondern durch intensive Formen des Miteinanders auch Innovationen und neue Ideen gefördert werden: So lautet der Anspruch der Macher vom Basislager Coworking. „Gründerin- nen und Gründer sind oft mit vergleichbaren Herausforderungen konfrontiert, besonders, wenn es um Themen wie Finanzierung, Fördermittel, Marketing, Produktentwicklung, Recht oder Steuern geht“, erklärt Community Manager Oliver Viehweg. „Daher sind wir davon überzeugt, dass ein Arbeitsumfeld den Austausch zwischen den Coworkern fördert, damit diese Synergien nutzen und sich gegenseitig unterstützen können“, so Viehweg. Zusätzlich baue man ein Netzwerk aus Partnern und Dienstleistern auf, das besonders dann zum Tragen kommen kann, wenn Kompetenzen oder Ressourcen im eigenen Gründungsteam noch nicht ausgebildet sind. Durch die Kooperation mit der Leipziger Volkszeitung eröffnen sich den Nutzern auch Chancen im medialen Bereich.
Zielgruppe: Gründer, Einzelpersonen, Teams, Firmen Stilrichtung: modern, industriell, offenes Coworking-Konzept Nutzungsbedingungen: siehe www.basislager.co/coworking Ausstattung: je nach Tarif inklusive Meetingraum-Nutzung, eigener Geschäftsadresse und Postfach
Rückzugsräume: Ruhebereiche, grüner Innenhof, Dachterrasse, Eventräume
Verpflegung: Kantine
Mehr Infos: www.basislager.co

