Ein kleiner, seltener Steinschmätzer sorgte bei der Wildvogelhilfe des NABU Leipzig für viel Aufsehen. Er steht symbolisch für ein großes Jubiläum: Als dieser vom Aussterben bedrohte Vogel Ende Mai nach einer Kollision mit einem Auto in die Obhut der Wildvogelhilfe Leipzig kam, wurde er als Vogel Nummer 10.000 registriert. Damit erreicht das ehrenamtliche Team des NABU Leipzig einen bemerkenswerten Meilenstein – und sendet zugleich einen dringenden Appell: Der Schutz von Wildvögeln muss auch in der Stadt ernst genommen werden. Über 3.500 verletzte oder geschwächte Vögel wurden schon stationär gepflegt, 87 Prozent davon konnten erfolgreich ausgewildert werden. Rechnet man mobile Rettungseinsätze hinzu – etwa bei Vögeln, die sich in Hallen verirrt oder in Netzen verfangen haben – summiert sich die Zahl auf mittlerweile über 10.000 gerettete Tiere.
Dabei besteht in Leipzig eine große Artenvielfalt: Von alltäglichen Stadtbewohnern wie Amsel, Haussperling oder Mauersegler bis zu Seltenheiten wie Wiedehopf, Bienenfresser oder Sumpfohreule waren bereits 98 verschiedene Arten unter den geretteten Tieren.
Wie kann man Wildvögeln helfen?
Zu den häufigsten Fundursachen gehören Schlag an Scheiben, Verkehrsunfälle, Hitze- und Katzenangriffe. Auch für den Rückgang von Wildvögeln in Städten insgesamt gibt es hauptsächlich menschengemachte Ursachen: Lebensraumverlust durch Versiegelung, Glasfassaden, Lichtverschmutzung und der Rückgang von Insekten. Auch in der Stadt brauchen Vögel mehr als nur einen Baum oder Nistkasten. Sie leben in strukturreichen Landschaften. Ein Vogel-Lebensraum wird erst durch Bäume, Hecken, Wiesen, Nistplätze, Totholzhaufen, Wasser und vogelsichere Fenster lebenswert. Auch Leimringe und Gelbtafeln stellen eine Gefahr für Vögel dar. Die Wildvogelhilfe bietet auch eine telefonische Beratung für Vogelfinder an. Wichtig: Erstmal beobachten, ob Vögel wirklich hilfebedürftig sind. Scheinbar „verwaiste“ Jungvögel bitte nicht aufnehmen! Die Jungvögel lernen außerhalb des Nestes fliegen und werden auch am Boden weiter von den Eltern gefüttert. Ausnahmen sind Mauersegler, die am Boden immer in Not sind. Die Grafik erklärt auch, wann Vögel hilfsbedürftig sind:



