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  • Kunst
Die Kathedrale von Rouen

Monument der sinnlichen Wahrnehmung

Mit einer Bildserie fing Monet einst die Kathedrale von Rouen ein. Yadegar Asisi setzt ihr nun in Leipzig ein Denkmal – im impressionistischen Stil Monets.

Yadegar Asisi
Yadegar Asisi bei der Schau in Rouen, die von den Besuchern gefeiert wurde © Maurine Tric

Das Ergebnis ist fast immer Überwältigung, wenn Yadegar Asisi seine Werke der Öffentlichkeit vorstellt. Ab Mitte März zeigt er „Die Kathedrale von Rouen“ als Deutschlandpremiere.

Aber nicht, wie sie in der nordfranzösischen Stadt in den Himmel ragt, sondern wie sie Claude Monet in seiner Bildserie zwischen 1892 und 1894 ins kulturelle Gedächtnis pinselte, im impressionistisch flirrenden Geist seiner Zeit. „Die Impressionisten“, sagt Asisi, „haben uns gelehrt, dass wir Wesen mit individueller Wahrnehmung sind.“

Vor 20 Jahren hätte ich nie gedacht, was technisch alles möglich wird. Yadegar Asisi

Asisis Begeisterung für Impressionisten

Schon als Schüler war Asisi vom Impressionismus begeistert. In seinem Berliner Atelier malte er die Kathedrale in diesem Stil auf eine Leinwand von vier mal sechs Metern Größe. Mit hochauflösender Fotografie eingefangen, wurde sein Werk auf 36 Stoffbahnen übertragen, jeweils drei Meter breit und 32 Meter hoch, die zu einem 360-Grad-Panorama zusammengeführt werden: in dieser, wie er es nennt, „analogen und digitalen Synthese“.

„Vor 20 Jahren hätte ich nie gedacht, was technisch alles möglich wird“, so Asisi. Dabei stehe die eigentliche Revolution in der Kunst mit den Potenzialen der KI erst noch bevor. So ergibt sich eine überraschende Parallele zwischen der Gegenwart und der Zeit Monets, als die Fotografie aufkam. Zuvor bildete nur die Malerei die Welt ab. Die Fotografie stürzte manchen Künstler in Verzweiflung: so, wie heute die KI.

Kunst als Schule des Sehens

In diesem Sinne fragt die Ausstellung auch nach dem Wert des Künstlers an sich. Asisi geht es dabei nie nur um das Ergebnis, er schwärmt vom sinnlichen Prozess des Malens. Und den Impressionismus sieht er als Befreiung der Malerei.

In veränderter Form hat er das Werk schon in Rouen gezeigt. „Ich dachte, in Frankreich sagen sie, was will uns dieser Perser aus Sachsen über Impressionismus erzählen“, sagt Asisi. Aber die Ausstellung wurde gefeiert.

Die Kathedrale von Rouen – Befreiung der Malerei
Panometer Leipzig
360-Grad-Installation

Eröffnung
am 16. März (bis 3. März bleibt „New York 9/11“ geöffnet)

Mehr Infos unter
www.panometer.de

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