Im vierten Teil unserer Serie spricht Anja Herzog mit Radiomoderatorin und Astrologin Bernadette Hirschfelder. Was widersprüchlich wirkt, ist für sie längst eins. Im Gespräch geht es um Kindheitserinnerungen, astrologische Zyklen – und warum sie unter rückläufigem Merkur niemals Verträge unterschreibt.
Anja Herzog: Wie würdest du dich selbst in drei Worten beschreiben?
Bernadette Hirschfelder: Emphatisch, mutig, sympathisch.
Anja: Bernadette, du vereinst zwei sehr unterschiedliche Welten in deinem Leben – Radio und Astrologie. Wie kam es dazu?
Bernadette: Astrologie war schon immer bei mir und in mir. Ich habe mich schon als kleines Kind für Sterne interessiert, war fasziniert vom Himmel und habe mit drei Jahren eine Sternzeichenkette bekommen. Später kam das Radio, eher zufällig. Ich wollte ursprünglich zum Fernsehen, habe dann ein Praktikum (nachdem MTV nie antwortete) beim Radio gemacht – und war plötzlich Teil einer neu aufgebauten Morning-Show. Seit 2009 bin ich bei MDR Jump, aber die Astrologie war nie weg. Sie war immer da, manchmal stiller, aber nie verschwunden.
Anja: Was sagen die Sterne eigentlich über Radiomoderatorinnen? Gibt es da ein typisches Sternzeichen, das besonders oft hinterm Mikro steht?
Bernadette: Menschen, die eine Zwillings- oder Widderbetonung haben oder einen gut gestellten Merkur, bringen oft eine Energie mit, die sich ausdrücken und performen will. Das alles habe ich nicht. Ich bin Fische, und das ist auch das Zeichen des Spirituellen, der Musik, des Übersinnlichen – es steht auch für Entertainment und Glamour.
Anja: Du bist Mama, Moderatorin, Freundin und Astrologin. Wie sehr lebst du die Sterne im Alltag?
Bernadette: Mein Leben baue ich nicht nach den aktuellen Konstellationen auf, ich lebe einfach. Astrologie ist eine Symbolsprache, die viele Deutungsmöglichkeiten zulässt. Wenn ich ständig ins Horoskop blicke, verliere ich den Bezug zum Alltag.
Anja: Was antwortest du Menschen, die Astrologie belächeln?
Bernadette: Können sie doch. Ich bin nicht hier, um irgendwen zu überzeugen. Astrologie gibt es seit über 4000 Jahren. Die einen glauben an Gott, die anderen an das Universum. Ich weiß einfach, dass da oben Kräfte wirken – astrale Einflüsse, die unser Leben begleiten. Wer sich damit beschäftigt, merkt irgendwann, wie viel Wahrheit darin steckt.
Anja: Gibt es Konstellationen, die du bewusst meidest?
Bernadette: Ja. Rückläufiger Merkur ist für mich ausgeschlossen bei Vertragsabschlüssen oder großen Reisen – da geht einfach zu viel schief. Gesundheit oder Tod? Das sind Bereiche, in die ich nicht gehe. Die sind mir zu sensibel und zu riskant.
Anja: Und was würdest du Frauen mitgeben, die gerade auf der Suche nach sich selbst sind?
Bernadette: Astrologie betrachtet das Leben als eine Abfolge wiederkehrender Phasen – auf Herausforderungen folgen Chancen. Neben jedem herausfordernden Aspekt gibt es auch immer einen positiven, der trägt. Es geht immer weiter.
