Wahrscheinlich könnte man Dieter Seppelt auch getrost als einen Drucktypen bezeichnen. Latzhose, grauer Bart, freundliches Lächeln. Und ein bewegtes Arbeitsleben in Druckereien hat er hinter sich. Aber eigentlich versteht man unter Drucktypen die winzigen Bleilettern, mit denen er im Museum für Druckkunst als Schriftsetzer hantiert.
Sein Beruf hat nur im Museum überlebt. Dieses verfügt über rund 2.000 Schriftarten. Der Griff in den Setzkasten funktioniert blind. Seppelt weiß, welcher Buchstabe, welche Ziffer, welches Satzzeichen sich in welchem Fach befindet. „Das ist wie Fahrradfahren, das verlernt man nicht“, sagt er und zeigt, wie er die einzelnen Lettern im sogenannten Winkel zu Sätzen fügt.



