//
//
  • Stadtleben
GALERISTIN LAETITIA GORSY

MEHR NACHHALTIGKEIT IN DER KUNST

Sie fördert Frauen in der Kunst, unterstützt Nachwuchskünstlerinnen, engagiert sich für mehr Nachhaltigkeit im Kunstbetrieb: die französische Galeristin Laetitia Gorsy mit ihrer Galerie She BAM! in Leipzig-Plagwitz.

zusehe ein Porträt von Laetitia Gorsy
Laetitia Gorsy in ihrer neuen Galerie. Bei ihren Ausstellungen will sie auch in Sachen Nachhaltigkeit neue Maßstäbe setzen © Felix Adler

Die Kunstszene ist ein männlich dominiertes Feld. Doch genau das will Wahlleipzigerin Laetitia Gorsy aus der französischen Hauptstadt ändern, indem sie ausschließlich Frauen promotet und deren Kunst eine Platt- form gibt.

Viel Zeit und Engagement investiert die Kunstexpertin in Vorträge, zum Beispiel in Grundschulen, Kunstschulen und Universitäten oder sie sucht im Internet nach verborgenen Talenten. „Mittlerweile betreibe ich die Galerie She BAM! in Leipzig seit vier Jahren, und ich möchte meine Erfahrungen an junge Künstlerinnen weitergeben und mein Netzwerk nutzen, um ihnen ihre weitere Entwicklung zu ermöglichen“, so der Wunsch der Galeristin.

Kunst kann auch klimafreundlich

Das Kunstgeschäft ist ein internationales, die Ausstellungsbesucher kommen aus Deutschland und der ganzen Welt. Zu Hochzeiten kauften beispielsweise Sammler aus Amerika ungesehen alles, Hauptsache Leipziger Schule, erzählt Gorsy. „Es entstehen daher mitunter erhebliche ökologische Fußabdrücke durch Besucheranreisen, durch den Transport von Bildern für Ausstellungen in anderen Städten oder auch das ganze Verpackungsmaterial, um die teils teuren Kunstschätze vor Schäden zu schützen“, erklärt Gorsy die Herausforderung. „Ich persönlich arbeite immer daran, möglichst Verpackungsmaterial öfter zu benutzen und auch Ausstellungsdis- plays für Bilder und die Galerieausstattung mit gebrauchtem Material zu erstellen“, erzählt Gorsy.

Eine tolle Idee wäre es, wenn es Verleihplattformen gäbe, wo sich Künstler, Galeristen wie auch Museen und Theater aus einem großen Pool von Material, Verpackungen, Ausstellungsutensilien und weiterem bedienen könnten und somit zum Beispiel Verpackungsplastik häufiger als nur einmal genutzt werden könnte, kann sich Gorsy vorstellen. „Das wäre ein echter Schritt hin zu mehr Nachhaltigkeit in der Kunst.“

Kunst und Wissenschaft – gemeinsam nachhaltiger

Die Partnerschaft zwischen Wissenschaftlern, Künstlern und Galeristen wie in Frankreich wünscht sich die Inha- berin von She BAM! auch für Deutschland. „In Frankreich kam es bei dieser Zusammenarbeit zu neuen Materialien für die Künstler, zum Beispiel neue Betonsorten, mit denen umweltfreundlicher gearbeitet werden kann“, skizziert Gorsy den Ansatz. Solche Projekte sollten auch in Deutschland gefördert und prämiert werden.

Persönlich geht die Galeristin in puncto Klimaverträglichkeit der Kunst schon voran, eine Heizung gibt es für ihren Ausstellungsraum nicht. Ebenso sucht Gorsy vorrangig Künstlerinnen in der Region, um den Reise- und Transportaufwand gering zu halten.

In Leipzig angekommen

Nach zehn Jahren in Leipzig hat die Pariserin natürlich auch hier ihre Lieblingsplätze gefunden. „Als Galeristin sind das natürlich die Museen in der Stadt“, betont Gorsy. Das Museum der Bildenden Künste Leipzig gehört zum Beispiel zu diesen Lieblingsspots, denn „es ist mitten in der Innenstadt und dabei doch ein Stück weit entfernt wie eine eigene Welt“. Auch die Galerie für Zeitgenössische Kunst Leipzig hat es ihr angetan, die als Maßnahme zum Klimaschutz vergangenes Jahr auf die Klimaanlage verzichtet hat.

Parks wie der Palmengarten mit seinen uralten, riesigen Bäumen und den Flussläufen haben das Herz der französischen Galeristin von Anfang an erobert. Und natürlich dürfen für Gorsy auch die Kultstraßen wie die Karli oder die Karl- Heine-Straße mit den zahlreichen Cafés und Verweilplätzen nicht fehlen, die der Stadt ihr eigenes Flair verleihen.

 

Mehr Infos: www.shebam.art

« zurück
zur aktuellen Ausgabe