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Buchmesse, Lesung und Interview

Lilly Lucas über Nähe und Eskapismus

© Viktoria Schlögel

Zum Auftakt der Leipziger Buchmesse las Lilly Lucas bei Thalia in Leipzig aus „New Promises“. Die SPIEGEL-Bestsellerautorin sprach über ungeplante Fortsetzungen, gewachsene Figuren und die Kraft von Romance in unruhigen Zeiten.

Lilly Lucas gehört zu den prägenden Stimmen der deutschsprachigen Romance-Literatur. Die 1987 geborene Autorin studierte Germanistik und lebt heute mit ihrer Familie in Würzburg. Bekannt wurde sie vor allem durch ihre „Green Valley Love“-Reihe – eine Serie, die sich über Jahre eine feste Leserschaft aufgebaut hat.

Zum Auftakt der Leipziger Buchmesse stellte sie bei Thalia in Leipzig ihren Roman „New Promises“ vor. Im Mittelpunkt stehen Izzy und Will – zwei Figuren, deren Geschichte sich bereits im ersten Band ankündigte.

„Man hat bei Band eins gespürt, dass da etwas in der Luft liegt“, sagt Lucas. Die besondere Nähe der beiden sei von Beginn an angelegt gewesen. Für viele Leser liegt gerade darin der Reiz: eine Freundschaft, unter der es leise brodelt.

Als „Friends to Lovers“-Roman wird das Buch häufig eingeordnet. Lucas sieht solche Begriffe pragmatisch. „Ich schreibe kein Buch nach Tropes. Erst danach überlege ich, wie man es einordnet.“ Solche Kategorien dienten vor allem der Vermarktung. Beim Schreiben selbst spiele das keine Rolle.

Auch die Fortsetzung war zunächst nicht geplant. Der erste Band erschien als Einzelroman. „Dann kam vom Verlag die Frage, ob ich mir einen zweiten Band vorstellen könnte.“ Die Reihe entwickelte sich Schritt für Schritt. Band für Band wurde neu entschieden.

Ein zentraler Ort der Reihe ist Green Valley. Viele Leser beschreiben das Setting als vertraut. Lucas formuliert es nüchtern: „Ich habe keine Strategie. Der Ort ist einfach da.“ Inspiration fand sie in Colorado, in kleinen Städten in den Rocky Mountains. Ein festes Rezept gebe es nicht. „Ich sehe diesen Ort vor mir.“

Ihre Romane gelten als warm und hoffnungsvoll. Auch das sei keine bewusste Entscheidung. „Ich schreibe, wie ich selbst gerne lese.“

Warum Romance derzeit eine große Leserschaft erreicht, beantwortet sie klar: „Romance repräsentiert Eskapismus.“ Bücher ermöglichten Abstand vom Alltag. „Man kann sich wegträumen.“ Gerade in Zeiten politischer und gesellschaftlicher Spannungen werde dieses Bedürfnis stärker.

In „New Promises“ gibt es eine Szene, in der Izzy erkennt, was sie empfindet. „Da leidet man besonders mit“, sagt Lucas. Große dramatische Zuspitzungen vermeidet sie. Ihre Geschichten leben von Zwischentönen.

Die Lesung in Leipzig zeigte: Entscheidend sind nicht Schlagworte oder Labels. Entscheidend sind Figuren, die bleiben.

 

Mehr zur Autorin auf ihrem Instagramaccount.

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