Am Samstag, 31. Oktober, wollen in Leipzig Tausende Menschen auf die Straße gehen. Die Demonstration gehört zu einer bundesweiten Protestaktion unter dem Motto „Gen Z regelt“. Mehr als 30 Städte sind beteiligt, darunter Berlin, Dresden und Chemnitz.
In Leipzig rechnen die Veranstalter mit mindestens 2.500 Teilnehmern. Online haben noch deutlich mehr Menschen Interesse bekundet. Ob sie tatsächlich erscheinen, ist offen.
Die Polizei bereitet sich auf einen größeren Einsatz vor. Denn die Protestbewegung orientiert sich an Jugenddemonstrationen in Frankreich. Dort kam es auch zu gewaltsamen Ausschreitungen und Sachbeschädigungen.
Was steckt hinter „Gen Z regelt“?
Steigende Mieten, hohe Lebenshaltungskosten und politische Entscheidungen, bei denen sich junge Menschen übergangen fühlen: Die Liste der Kritikpunkte ist lang.
Die Initiative fordert unter anderem bessere Bildung, bezahlbaren Wohnraum und eine verlässlichere Gesundheitsversorgung. Auch Sozialkürzungen und die Wehrpflicht stehen in der Kritik.
In Leipzig kommen weitere Themen hinzu. Die lokalen Organisatoren wenden sich gegen Aufrüstung und die Ansiedlung von Rüstungsunternehmen. Auch der Nahostkonflikt spielt eine Rolle. Die Bewegung will vor allem jungen Menschen eine Stimme geben. Die Organisatoren betonen, dass die Demonstrationen friedlich verlaufen sollen.
Drohen Ausschreitungen in Leipzig?
Die Bilder aus Frankreich haben auch deutsche Sicherheitsbehörden aufmerksam gemacht. Dort eskalierten einzelne Proteste. Es kam zu Sachbeschädigungen und Plünderungen. Für Leipzig gibt es bislang allerdings keine konkreten Hinweise auf vergleichbare Ausschreitungen. Das teilte die Polizeidirektion im Vorfeld der Demonstration mit.
Ganz ausschließen lassen sich Störungen dennoch nicht. Auch Gruppierungen, die dem extremistischen Spektrum zugeordnet werden, mobilisieren für Samstag.
Die Polizei beobachtet die Entwicklung und will ihre Maßnahmen bei Bedarf anpassen. Unterstützung erhält sie von der sächsischen Bereitschaftspolizei. Auch ein Hubschrauber und eine Drohne könnten zum Einsatz kommen.
Wo führt die Demonstration entlang?
Los geht es am Samstag um 14 Uhr auf dem Augustusplatz, auf der Seite des Gewandhauses. Von dort ziehen die Demonstranten im Uhrzeigersinn über den Innenstadtring. Die Strecke führt über den Richard-Wagner-Platz, den Brühl und die Goethestraße zurück zum Augustusplatz. Dort ist eine Abschlusskundgebung geplant. Gegen 17 Uhr soll die Demonstration enden.
Autofahrer müssen im Innenstadtbereich mit Behinderungen rechnen. Die Polizei kündigt zeitweise Straßensperrungen an. Welche Abschnitte wann betroffen sind, hängt vom Verlauf der Demonstration ab.
Hochschule bleibt vorsorglich geschlossen
Die Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig (HTWK) hat bereits Konsequenzen gezogen. Am Samstag bleiben sämtliche Hochschulgebäude geschlossen. Die Hochschulleitung begründet die Maßnahme mit der Sicherheit ihrer Mitglieder und dem Schutz der Gebäude. Auch Personen mit regulärer Zutrittsberechtigung dürfen die Gebäude nicht betreten.
Wie geht es am Samstag weiter?
Wie viele Menschen tatsächlich demonstrieren, wird sich erst am Samstag zeigen. Die Veranstalter erwarten mindestens 2.500 Teilnehmer. Ob es zu Störungen kommt, ist ebenfalls offen. Bislang liegen der Leipziger Polizei keine konkreten Hinweise auf Ausschreitungen wie in Frankreich vor. Fest steht: Rund um den Innenstadtring müssen sich Leipziger und Besucher auf Einschränkungen einstellen.


