//
//
  • Stadtleben
33-jähriger Mann rast in Fußgängerzone

Leipzig nach der Amokfahrt

Polizisten sichern die Grimmaische Straße nach der Amokfahrt ab. © Silvio Bürger

Am Montagnachmittag verändert sich die Stimmung in der Leipzig Innenstadt abrupt. Ein Auto fährt über die Grimmaische Straße bis zum Markt. Zwei Menschen sterben. Mehrere werden schwer verletzt. Kurz darauf stoppt die Fahrt. Die Polizei nimmt den Fahrer noch im Wagen fest. Laut Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung besteht keine weitere Gefahr: „Von ihm geht derzeit keine Gefahr mehr aus.“

Was bislang bekannt ist

Zwei Menschen kommen ums Leben. Drei weitere werden schwer verletzt. Die Feuerwehr spricht zusätzlich von rund 20 Betroffenen. Gemeint sind auch Menschen, die körperlich unverletzt bleiben, aber unter Schock stehen. Im Gewandhaus Leipzig richtet die Stadt eine Notstelle ein. Sie steht allen offen, die Hilfe brauchen. Auch denen, die keine sichtbaren Verletzungen haben.

Die Innenstadt wird weiträumig abgesperrt. Geschäfte schließen. Einsatzkräfte sichern den Bereich.

Der Moment, der alles verändert

Die Grimmaische Straße gehört zu den meistfrequentierten Orten unserer Stadt. An einem Werktag sind hier viele Menschen unterwegs. Einkäufe, Wege nach Hause, kurze Erledigungen. Dann dieser Bruch. Ein Fahrzeug, hohe Geschwindigkeit, keine Ausweichmöglichkeit. Was genau in diesen Sekunden geschieht, wird Teil der Ermittlungen sein. Für viele endet der Tag anders als geplant.

Ermittlungen wegen Mordes in zwei Fällen

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer nennt die Tat eine Amokfahrt: „Zwei Menschen haben bei dem mutmaßlichen Amoklauf in Leipzig ihr Leben verloren. Das erschüttert mich zutiefst.“ Auch Innenminister Armin Schuster äußert sich in diese Richtung. Gleichzeitig laufen die Ermittlungen weiter. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Mordes in zwei Fällen sowie wegen versuchten Mordes.

Der Begriff Amokfahrt beschreibt eine Tat, die plötzlich und ohne klares Ziel erfolgt. Oft steht sie im Zusammenhang mit einer psychischen Ausnahmesituation. Ob das hier zutrifft, ist offen.

Zum Tatverdächtigen

Der festgenommene Mann ist 33 Jahre alt und Deutscher. Er ist den Behörden bekannt. Weitere Details sind bislang nicht gesichert. Nach ersten Informationen soll er Bezug zu einem Boxstudio haben. Ob das eine Rolle spielt, ist unklar.

Hilfe für Betroffene

Neben der medizinischen Versorgung rückt die psychologische Betreuung in den Fokus. Die Notstelle im Gewandhaus zeigt, wie breit der Bedarf ist. Nicht alle Verletzungen sind sichtbar. Viele Menschen haben die Situation direkt erlebt. Bilder und Geräusche bleiben.

Leipzig danach

Die Tat trifft die Stadt im Alltag. Kein abgelegener Ort, kein Randgebiet. Sondern das Zentrum. Der Schock sitzt tief. Gleichzeitig beginnt die Suche nach Antworten. Was ist passiert? Warum? Die Ermittlungen werden Zeit brauchen. Die Fragen bleiben. Und doch geht der Blick nach vorn. Leipzig als weltoffene Metropole muss diesen Moment einordnen. Schritt für Schritt.

Danke an alle Polizei- und Rettungskräfte der Stadt!

Stadt Leipzig
Polizei Leipzig
Feuerwehr Leipzig

« zurück
zur aktuellen Ausgabe