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  • Stadtgeschichte
Alte Handelsschule

Kreativquartier mit Geschichte

Die Alte Handelsschule in Kleinzschocher hat eine über 130-jährige Geschichte, die die wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Entwicklungen Leipzigs widerspiegelt.

Alte Handelsschule um 1910
1910: Das Gebäude in der Gießerstraße 75 gewann im Zuge der Industrialisierung verstärkt an Bedeutung, weil Bildungsstätten für die wachsende Bevölkerung gebraucht wurden. Die Schule war Teil eines umfassenden städtischen Bildungsprogramms © Kunstförderverein ARS AVANTI e. V., 1910

Das Gebäudeensemble zwischen der Gießerstraße 75 und der Dieskaustraße 26 wurde 1888 als Volksschule errichtet. Kleinzschocher, damals ein eigenständiger Ort, hatte sich zuvor zunehmend zu einem Arbeiter- und Wohnviertel entwickelt, was den Bedarf an Bildungsstätten für die wachsende Bevölkerung erhöhte.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Gebäude ab den 1950er Jahren zu einer Berufsschule umgewidmet. Bis 2005 wurden hier Schüler im Groß- und Einzelhandel ausgebildet. Der Name „Alte Handelsschule“ leitet sich aus dieser Phase ihrer Nutzung ab.

Wiederbelebung der Alten Handelsschule

Mit der Schließung der Schule im Jahr 2005 begann für das Areal eine schwierige Zeit des Leerstands. Doch 2009 erwarb der Leipziger Kaufmann und Designer Falk Röhner das Gelände. Er ließ es in den folgenden Jahren schrittweise sanieren und in ein Zentrum für Kunst und Kreativität umwandeln.

Heute umfasst die Alte Handelsschule fünf Gebäude, darunter zwei ehemalige Schulgebäude und zwei Turnhallen, die als Ateliers und Werkstätten für rund 100 Künstler dienen. Neben der Nutzung als besonderes Kunstquartier gibt es auch eine Ausrichtung auf Bildung und Forschung. So finden hier Workshops, kulturelle Veranstaltungen und verschiedene Projekte statt, die den ursprünglichen Bildungsauftrag der Schule in einer neuen Form weitertragen.

Präsentiert von Industriekultur Leipzig e. V.

Der Industriekultur Leipzig e. V. bietet Führungen und Vorträge zur Industriegeschichte und -kultur. Einmal im Jahr organisiert der Verein das Industrie | Kultur | Festival – mit Ausstellungen, Lesungen, Konzerten und Filmvorführungen zeigt es die Vielfalt der Industriekultur in Leipzig und Umgebung. Dazu gehören auch die „Tage der Industriekultur“.

www.industriekultur-leipzig.de

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