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Sächsisches Themenjahr „Tacheles“

Jüdisches Leben sichtbar machen

Mit rund 400 Veranstaltungen soll ganz Sachsen zur Bühne werden für das Jahr der jüdischen Kultur in Sachsen. Sprecherin Nora Pester hofft auf einen offenen Diskurs trotz antisemitischer Vorfälle.

Nora Pester, Verlegerin und Sprecherin von „Tacheles. Jahr der jüdischen Kultur in Sachsen 2026“
Nora Pester, Verlegerin und Sprecherin von „Tacheles. Jahr der jüdischen Kultur in Sachsen 2026“ © Rico Thumser

Es ist nicht lange her, dass ein bundesweites Festjahr dieser Art gefeiert wurde. 2021 war das unter der Überschrift „1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“. Fünf Jahre später folgt nun „Tacheles. Jahr der jüdischen Kultur in Sachsen“.

Für Sprecherin Nora Pester – zugleich Inhaberin des Verlages Hentrich & Hentrich – eine gelungene Konstellation: „Wir profitieren von den Erfahrungen“, sagt sie. Eine davon: Eine lange Vorlaufzeit ist wichtig, um möglichst viele Akteure ins Boot zu holen. Was gelungen scheint mit 54 beteiligten Städten und Gemeinden und rund 400 Veranstaltungen.

Es wäre ein fatales Signal, jüdisches Leben in die Unsichtbarkeit zu verbannen. Nora Pester, Verlegerin und Sprecherin von „Tacheles. Jahr der jüdischen Kultur in Sachsen 2026“

Zahlreiche Veranstaltungen in Leipzig

„Das Themenjahr darf sich nicht nur auf die Zentren konzentrieren“, sagt Pester. Davon seien alle Beteiligten von Anfang an überzeugt gewesen. Dennoch ist die Veranstaltungsdichte in Leipzig besonders hoch. Das Angebot reicht von Konzerten im Gewandhaus, wo am 21. Dezember der Leipziger Auftakt gefeiert wurde, bis zur Clubkultur im Conne Island sowie von Ausstellungen bis zum Straßenmusikfestival am 22. Juni in der Grimmaischen Straße.

Jüdisches Leben mit Essen, Kultur und Musik findet dort im öffentlichen Raum statt“, so Pester. „Das ist im besten Sinne ein niedrigschwelliges Angebot.“ Ausgerechnet zur Leipziger Eröffnung des Themenjahres ging die Nachricht vom antisemitischen Anschlag in Sydney um die Welt. Übergriffe seien leider Alltag, sagt die Tacheles-Sprecherin. „Wir nehmen Antisemitismus in all seinen Erscheinungsformen wahr“, sagt Pester. Aber: „Es wäre ein fatales Signal, jüdisches Leben in die Unsichtbarkeit zu verbannen.“ Sie hält es für eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, jeglichem Radikalismus die Stirn zu bieten.

Lebendige jüdische Kultur

Trotz Zäsuren gebe es eine Kontinuität jüdischen Lebens in Sachsen, sagt Pester.

Das Programm schaut auf Historie und Gegenwart und widmet sich in diesen Tagen Liedern jüdischer Komponisten (Grieg-Begegnungsstätte, 8. Februar, 14 Uhr), dem Stück „Ein Glücksding“ der Autorin Lena Gorelik am 27. und 28. Feb. im TDJW sowie einer Ausstellung über jüdische Verleger ab 4. März in der HTWK.

Das komplette Programm steht unter
www.tacheles.sachsen.de

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