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Olympionikin Anastasia Blayvas

In Stottmeisters Fußstapfen

Dank Anastasia Blayvas sind Leipzigs Ringerinnen nach fast einem halben Jahrhundert wieder olympisch. Doch die 23-Jährige will in Paris nicht einfach nur dabei sein.

Anastasia Blayvas
Warm machen für Paris: Anastasia Blayvas bei einem Bundeslehrgang in Leipzig – die starke Technik ist einer ihrer Erfolgsfaktoren © Niklas Wehling

Der letzte Ringer aus der Messestadt, der Leipzig bei Olympia vertrat, war Horst Stottmeister. Das war 1976 in Montreal. 48 Jahre später tritt Anastasia Blayvas in seine Fußstapfen.

Die gebürtige Hallenserin vom KFC Leipzig, die von Freistil-Landestrainer Florian Rau betreut wird, tritt in der Klasse bis 50 Kilogramm an. „Ich will nicht einfach nur dabei sein, ich will wieder Großes erreichen und träume von einer Medaille“, sagte die 23-Jährige.

Eines ihrer Erfolgsrezepte: Die WM-Bronzemedaillengewinnerin von 2023 geht nicht verbissen oder gar verkopft an die Wettkämpfe heran. „Wenn ich auf der Matte stehe, ist es für mich einfach ein Kampf, den ich gewinnen will.“

Sie ist eine unberechenbare Komponente im Feld. Florian Rau, Landestrainer Freistilringen (weiblich)

Willen, Technik, Lockerheit

Ihr Trainer schätzt genau diese Eigenschaft an Blayvas. „Sie hat den Kampfeswillen, immer zu gewinnen. Gepaart mit der Lockerheit im Kopf und ihrer technischen Versiertheit macht sie das zu einer unberechenbaren Komponente im Feld“, sagte Rau. „Außerdem ist es Anis Vorteil, dass die Favoritinnen noch nie gegen sie gekämpft haben. Das ist für sie tatsächlich ein großes Plus.“

Am 1. August reist Blayvas nach Paris. Am 6. und 7. August stehen die Kämpfe an – maximal vier. Als größte Konkurrentinnen im Kampf um die Medaillen gelten Yui Susaki aus Japan, die US-Amerikanerin Sarah Hildebrandt und Mariya Stadnik aus Aserbaidschan.

Familie soll Glück bringen

Mit dabei in der französischen Hauptstadt ist auch ihre Familie als moralische Unterstützung sowie ihr Elefanten-Talisman von ihren Freundinnen. Vor den Kämpfen wird sie wie immer ihr Abklatsch-Ritual mit Florian Rau durchziehen. Dann geht es raus auf die Matte.

Als Anastasia Blayvas das Olympia-Ticket gelöst hatte, war sie von ihren Emotionen überwältigt. „Das waren Gefühlsausbrüche von Lachen und Schreien bis Weinen.“ Und sollte es in Paris tatsächlich mit einer Medaille klappen, wird sie wohl den Gefühlsausbruch ihres Lebens haben. Und als erste Leipziger Ringerin mit einer Olympia-Plakette Geschichte schreiben.

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