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Am 11. April

Hommage an Mascha Kaléko

Vor 50 Jahren starb die jüdische Dichterin Mascha Kaléko. Ihrer zeitlosen Lyrik widmen die Musikerin Etta Scollo und die Schauspielerin Eva Mattes ihr Bühnenprogramm „Nirgendland“ zwischen Chanson und Erinnerung.

Die Dichterin Mascha Kaléko starb vor 50 Jahren in Zürich
Die Dichterin Mascha Kaléko starb vor 50 Jahren in Zürich © Deutsche Schillergesellschaft e. V.

In einer kleinen Buchhandlung in Catania entdeckte Etta Scollo eines Tages einen Band mit den Gedichten Mascha Kalékos. Es war die erste Begegnung der in Sizilien und Berlin lebenden Musikerin mit der Dichterin. „In Italien ist sie kaum bekannt“, sagt Scollo. Aber ihre Lyrik ließ Scollo nicht mehr los. „Jahrelang trug ich dieses Buch mit mir, bis ich entschied, ihr eine Hommage zu widmen.“

Jetzt, im 50. Todesjahr Kalékos, befindet sich Scollo mit „Nirgendland – ein literarisch-musikalischer Abend für Mascha Kaléko“ auf Tour. Dafür konnte sie Schauspielerin Eva Mattes gewinnen, bekannt von vielen Theaterbühnen, Kinofilmen und als Kommissarin Klara Blum aus dem Konstanzer „Tatort“. Scollo und Mattes loten im Dialog mit weiteren Musikern die Vielschichtigkeit von Kalékos Werk neu aus.

Auf den Bühnen der Weimarer Republik

Ihre Gedichte wurden immer wieder vertont. Bereits zu ihren Lebzeiten, als ab Ende der 1920er-Jahre Interpretinnen wie Claire Waldoff ihre Texte auf die Kabarettbühnen trugen. In jüngerer Zeit hat die Band Dota gleich mehrere Kaléko-Alben herausgegeben. Scollo sagt über ihren Ansatz: „Ich folge dem Rhythmus, dem Klang und der emotionalen Farbe ihrer Worte und wandle sie in intime akustische Arrangements um.“

Kaléko wurde 1907 im damals zu Österreich-Ungarn gehörenden Galizien geboren. 1918 kam sie nach Berlin, wo sie später Avantgardisten wie Else Lasker-Schüler begegnete. 1938 emigrierte sie in die USA.

Jahrelang trug ich dieses Buch mit mir, bis ich entschied, Kaléko eine Hommage zu widmen. Etta Scollo, Komponistin und Musikerin

Zeitlose Lyrik, die Menschen bewegt

Scollo findet Kalékos Lyrik zeitlos aktuell. „Sie beschreibt das Persönliche und gleichzeitig das Gesellschaftliche. Das, was Menschen bewegt, wie sie leiden und was sie lieben.“

Würde sie heute schreiben, glaubt Scollo, würde sie Stellung beziehen gegen den Krieg. Scollo: „Denn ohne Frieden bleibt jedes Wort stumm – und genau deshalb ist ihre Poesie heute so wichtig.“

„Nirgendland - Ein literarisch-musikalischer Abend für Mascha Kaléko“
11. April, 20 Uhr
Haus Leipzig
www.hausleipzig.com

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