Besonders spannend finde ich die Extraktionsinstrumente

    Gespräch mit Andrea Aurig, Museologin im Dentalmuseum Zschadraß

    Andrea Aurig 29 Jahre, für immer Museologin. Andreas Haesler Museumsgründer und Zahntechniker-Meister. © D. Rohde

    Es gibt einen perfekten Ort, um die Angst vor dem Zahnarzt zu verlieren. Dieser Ort ist ein Museum in Zschadraß, gleich vor den Toren Leipzigs. Hier geht die Museologin Andrea Aurig ihrer Passion nach und bringt kleinen und großen Neugiergen die Zahnheilkunde nahe.

    Ahoi-Redakteur Volly Tanner war mit seiner Familie dort und begeistert. Natürlich ist dies ein Grund, Fragen an Frau Aurig zu stellen.

     

    Ahoi: Wir durften uns vor einigen Tagen das Dentalmuseum in Zschadraß anschauen und wurden von Ihnen, liebe Frau Aurig, fantastisch in die Welt der Zähne und Zahngestaltung eingeführt. Deshalb heute auch dieses Gespräch: Zuerst, Sie sind Museologin. Wie kam es, dass Sie sich hier zwischen den Werkzeugen der Tiefenbohrerei wiederfanden?

    Andrea Aurig: Das klingt, als ob es Ihnen bei uns gefallen hat, dass freut mich! Eigentlich habe ich mich schon 2008 zwischen Bohrern und Zangen wiedergefunden, da habe ich meine Ausbildung zur Zahnmedizinischen Fachangestellten in Grimma angefangen. Das war zwar ganz interessant, aber die Kunst und Kultur, für die ich schon immer eine Vorliebe hatte, kam mir dabei ein wenig zu kurz.

    Nach der Ausbildung holte ich das Abitur mit dem Schwerpunkt Kunst nach und schwankte anschließend immer noch zwischen Kultur und Medizin, das bedeutete für mich, entweder ich würde Rehabilitationspsychologie in Stendal oder Museologie in Leipzig studieren, denn für beides hatte ich eine Studienplatz-Zusage. Um ehrlich zu sein habe ich mich dann Aufgrund des Studienortes für Museologie entschieden. Leipzig schien mir dann doch ein wenig reizvoller als Stendal. Und ich habe es auch nicht bereut, das Studium war sehr spannend.

    Nebenbei arbeitete ich weiter als zahnmedizinische Fachangestellte in einer Zahnarztpraxis in Leipzig und konnte dabei die Vorzüge des studentischen Großstadtlebens genießen. Später unterstützte ich dann immer mal wieder meinen Bruder im Büro des Maler-Familienbetriebs in Grimma und blieb, nachdem ich auch das Großstadtleben satt hatte, nach dem Studium dabei. Die Zahnmedizin geriet dabei in den Hintergrund, bis dann das Telefon klingelte und mich ein gewisser Detlef Rohde, ein Mitarbeiter aus dem Dentalmuseum, fragte, ob ich Lust hätte, mir das Museum mal anzuschauen, sie suchten dort eine Museologin. Besser konnte es für mich also nicht sein, Zahnmedizin und Kultur mit einmal. Das war für mich der buchstäbliche Sechser im Lotto. Ich kannte das Museum bereits aus der Zeit meiner Ausbildung und verfolgte das Geschehen immer mal wieder in der Zeitung.

    Mit der Sammlung Proskauer/Witt, der bekanntesten Kunst-und Kulturgeschichtlichen Sammlung der Zahnmedizin und durch den Spendenaufruf an die Zahnärzteschaft um dieses „Dentale Erbe“ zu bewahren, kam dann auch die Möglichkeit, Personal einzustellen, um diese Sammlung weiter aufzuarbeiten. Und so habe ich mich dann dementsprechend wieder zwischen sehr vielen Kisten mit allerlei Bohrern wiedergefunden.

     

    Ahoi: Es gibt einige Exponante, die schon Filmgeschichte schrieben. Können Sie uns da etwas erzählen?

    Andrea Aurig: Ja das stimmt, wahrscheinlich haben viele Menschen Exponate aus dem Dentalmuseum bereits gesehen, ohne dass sie sich darüber bewusst sind. Da im Dentalmuseum Behandlungsstühle und Instrumente in einer enormen Vielzahl und aus den unterschiedlichsten Jahrhunderten zu finden sind, kann man davon ausgehen, dass Filmausstatter hier fündig werden.

    Eine Einrichtung der Zahnarztpraxis aus den Jahren um 1890 (die schönste Zahnarztpraxis der Welt) war im Film „Die Buddenbrooks“ aus dem Jahr 2008 zu sehen. Dabei musste am Filmset allerdings noch auf historische Details aufmerksam gemacht werden. Beispielsweise, dass die Behandlung in diesen Kreisen und zu dieser Zeit, nicht mit einer weißbekittelten Garderobe erfolgte, wie man es üblicherweise annehmen würde, sondern mit Frack und Zylinder.

    Die Szene, in der ein Mann um einen Zahn erleichtert wird, ist mit weniger als einer Minute relativ kurz. Länger kann man Exponate aus dem Dentalmuseum in einem deutsch-amerikanischen Mystery-Thriller von Gore Verbinski aus dem Jahr 2016 bewundern. In „A Cure for Wellness“ wird der Protagonist einer Behandlung in einem Stuhl aus den 50er Jahren unterzogen. Dabei war die historische Korrektheit nicht so wichtig, wie die Ausstattung des Behandlungsstuhls. So wurden dem Stuhl Vorrichtungen zum Fixieren des Kopfes, der Arme und des Körpers angefügt, um dem Genre gerecht zu werden. Auch die Ausstattung der Praxisgegenstände, die zu sehen sind, stammt aus Zschadraß. Derselbe Behandlungsstuhl wird außerdem noch in einer von Netflix produzierten Serie zu sehen sein, die in diesem Jahr noch erscheinen soll.

    Zwei weitere Behandlungszimmer finden sich noch in den Filmen „Mein Leben – Marcel Reich-Ranicki“ (Ranickis Bruder war Zahnarzt in Warschau) und „Im Wendekreis der Eidechse“, mit Helge Schneider. Auf diesem Behandlungsstuhl darf man im Museum übrigens selbst Platz nehmen. Sofern man sich traut…

     

    Ahoi: Die Sammlung ist im ganzen Haus verteilt. Es gibt aber noch mehr. Wie viele Exponate haben Sie denn im Archiv und in der Ausstellung?

    Andrea Aurig: Insgesamt gehören zum Museum vier Gebäude. Wir befinden uns in der Parkanlage der 1868 gegründeten Kliniken in Zschadraß, dementsprechend sind die Gebäude auch um diese Zeit erbaut und im gleichen Stil wie die weiteren Klinikgebäude gehalten. Die Klinik existiert heute noch, doch nicht alle Gebäude werden noch benutzt. Vier von ihnen gehören dem Museums-Verein und in einem davon ist die Ausstellung untergebracht. Auf ca. 250m² und über zwei Etagen wird die Geschichte der Zahnheilkunde von den ägyptischen Pharaonen bis in die heutige Zeit erklärt und veranschaulicht. Dabei ist nur ein kleiner Teil, ca. 10 Prozent der Sammlung, zu sehen. Die weiteren Gebäude werden neben Arbeitsräumen überwiegend als Depotfläche genutzt. Mit über 270 internationalen Bibliotheken, 18 Universitätssammlungen, 15 Firmenarchiven und insgesamt 500.000 Einzelobjekten, die die Kunst der Zahnheilkunde über einen Zeitraum von 4.600 Jahren erlebbar machen, ist seit 2006 ein Wissenschaftsstandort von Weltbedeutung entstanden.

     

    Ahoi: Und wo kommen diese Exponate alle her?

    Andrea Aurig: Die Anfänge waren relativ bescheiden. Der Museumsgründer Andreas Haesler, ein Zahntechniker, wurde gebeten, ein in die Jahre gekommenes Dentallabor aus Grimma in Sachsen zu übernehmen, um es zu erhalten. Dort war es notwendig geworden, Materialien, Geräte und Möbel der neuen Zeit anzupassen. Manches stammte noch aus Vorkriegszeiten, wie z. B. umgebaute Vulkanisierungskessel und Instrumente. Einige Objekte und Geräte überlebten die Zeit in einer Vitrine und in einem separaten Lager. Für Haesler, dessen Beruf für ihn eine Passion ist und der das Sammeln antiker Kunst als Hobby betrieben hat, war es eher überraschend, dass ihm Kollegen, Vertreter und Zahnärzte im Laufe der Jahre immer mehr museale Stücke brachten. An eine Museumsgründung dachte er zu dieser Zeit noch nicht, doch nachdem im Dezember 1999 und im Januar 2000 die Sammlung von Herrn Dr. Manfred Zimmermann aus Grimma und von Herrn Horst Brasch (Familie Schlegel) aus Döbeln hinzukamen und Haeslers Laborlager aus allen Nähten platzte, musste er sich entscheiden. Das Sammeln aufhören oder weiterführen und so der Öffentlichkeit mit einem Museum zugänglich machen.

    Zum Glück für die Geschichte der Zahnheilkunde und aller damit verbundenen unterschiedlichen Gewerke, entschied sich Andreas Haesler zusammen mit seiner Ehefrau Karin und den Kindern gemeinsam zur Gründung eines Museums und später des dazugehörigen Fördervereins. Es kam zu einem Gespräch mit dem damaligen Geschäftsführer vom Schloss Colditz, Dr. Manfred Gergs.

    Schnell und unkompliziert wurde im März 2000 entschieden, wo das Museum entstehen könnte. Dabei fiel die Wahl auf das Kanzleihaus des Schlosses und schon im September 2000 konnte die Eröffnung gefeiert werden. Nach einer ersten Fachveröffentlichung und vielen Artikeln in regionalen und überregionalen Medien ließ sich die Entwicklung nicht mehr anhalten. Immer mehr Materialien und Ideen zogen in die Räumlichkeiten ein. Schon 2001 wurde auf Anraten von Herrn Dr. Gergs mit der Sammlung für eine Bibliothek angefangen.

    Auch heute bekommt Andreas Heasler immer wieder Anfragen von Zahnärzten, Privatpersonen oder sogar Universitäten, die ihre Bestände auflösen und abgeben möchten. So kam es, dass sich Teile der Sammlungen der Charité Berlin und Wien in Zschadraß wiederfinden. Auch die Sammlung der Bundeszahnärztekammer, die berühmte Sammlung Proskauer Witt, lagert im Dentalmuseum.

     

    Ahoi: Wie kam es dazu, dass das Dentalmuseum in Zschadraß zu finden ist?

    Andrea Aurig: Im Dezember 2000 fand im Schloss Colditz eine vorweihnachtliche Veranstaltung statt, bei der über 1000 Interessierte (darunter überwiegend Fachfremde) die kleine Ausstellung im Schloss besuchten. Dass es eine solche Resonanz auf die Gründung eines Dental-Museums gab, konnte niemand erwarten und nach einer gewissen Zeit waren die dem Museum zugeteilten Räume schlichtweg zu klein und weitere Räume standen nicht mehr zur Verfügung.

    Anfang 2006 zog das Dental-Museum daher in ein Parkgelände in Zschadraß, das gerade einen Kilometer vom Schloss Colditz entfernt ist, jedoch über deutlich mehr Platz verfügt. Dem Verein war es gelungen, vier ehemalige Klinikgebäude aus den Jahren 1890, die sich auf einem 9000 m² großen Gelände befinden, zu erwerben und damit den Grundstein für eine weitere wissenschaftliche Arbeit zu legen.

     

    Ahoi: An welchen Exponaten hängen Sie persönlich denn besonders?

    Andrea Aurig: Da gibt es einige, vor allem Objekte, die auf den ersten Blick eigentlich recht unscheinbar wirken. Besonders spannend finde ich die Extraktionsinstrumente. Es ist erstaunlich, dass sich die Zangen vor rund 2000 Jahren in ihrer Formgebung gar nicht so sehr von unseren heutigen Zangen unterschieden.

    In der Geschichte gab es allerdings immer wieder neue Instrumente und Entwicklungen, die zu interessanten Behandlungen führten wie den sogenannten Pelikan. Der Pelikan ist ein zahnmedizinisches Extraktionsinstrument des 15./16. Jahrhunderts und basiert auf mittelalterlichem Werkzeug. Ähnliche Werkzeuge findet man, um Eisenringe über Fassdauben zu ziehen. Er besitzt einen, dem Vogelschnabel ähnlichen Haken und eine Basis, mit der man sich an den Nachbarzähnen abstützen kann.

    Das Instrument wird bereits von Guy de Chauliac, einem der bedeutendsten Ärzte des 14. Jahrhunderts beschrieben. Der Patient legt den Kopf zwischen die Knie des Zahnarztes, während dieser versucht den Zahn herauszuhebeln. Der Name „Pelikan“ wird vor allem im 16. Jahrhundert populär. Zurückzuführen ist sein angenehmer Name entweder auf seine Hakenform, oder aber durch die Analogie zur zeitgenössischen Kunst und dem Motiv des Christus als Pelikan, der mit dem Schnabel seine Brust aufreißt, um seine Jungen wieder zum Leben zu erwecken.

    Es war nämlich nicht unüblich, dass dem Patienten bei der Prozedur ein Stück Kiefer mit herausgerissen wurde. Man musste also sehr auf die Geschicklichkeit des Behandlers hoffen. Auf unserem Youtube-Kanal haben wir einen kleinen Film, der das Funktionsprinzip noch einmal schön verdeutlicht.

    Neben dem Pelikan haben wir noch andere Vögel in der Ausstellung, die ich besonders bemerkenswert finde.

    Auf einem Zahnstocher aus Bronze aus der Zeit der Maya um 1450-1500 sitzt nämlich ein kleiner Kolibri. Oder vielleicht ist es auch ein Tukan? Möglicherweise findet sich ja mal ein Ornithologe, der das Tier identifizieren kann. Jedenfalls wurde der Schnabel des Vogels zum reinigen der Zähne verwendet. Am Ende des kleinen Stabes auf dem er sitzt, befindet sich außerdem noch ein Löffelchen zum Reinigen der Ohren. Dieser Gegenstand ist weltweit drei Mal zu finden, einer in den USA und zwei davon im Dentalmuseum in Zschadraß. Dass sich solch ein filigraner Gebrauchsgegenstand, der auf den ersten Blick unscheinbar wirkt, bei genauerer Betrachtung mit einer fein ausgearbeiteten Gestaltung so gut erhalten hat und präsentiert werden kann löst in mir immer wieder Freude aus.

     

    Ahoi: Es gibt auch Videos im Internet mit Ihnen, Frau Aurig. Dies bedeutet ja auch, dass Sie diese Wege zu Ihrem Publikum nutzen. Was ist denn noch geplant, um mehr Publikum von Ihrer großartigen Sammlung wissen zu lassen?

    Andrea Aurig: Unser Mann für die Öffentlichkeitsarbeit Herr Rohde ist da sehr kreativ und hat schon viele schöne Filmbeiträge umgesetzt. Durch die Pandemie sind generell viele Projekte und Formate auf Onlineangebote ausgewichen. Dort versuchen wir dann eben auch, die Menschen zu erreichen, also über Social-Media-Kanäle wie Instagram oder Facebook. Das Internet als Medium ist auch für die Zugänglichkeit für unsere Bestände wichtig.

    Wir planen Objekte in einer Online-Datenbank zugänglich zu machen. Auf welchem Wege, daran arbeiten wir gerade sehr intensiv. Ein großes Projekt, das in diesem Jahr noch seinen Anfang finden soll, wird die Digitalisierung unserer Buchbestände sein. Mit 270 Einzelbibliotheken haben wir den umfangreichsten Bestand an zahnmedizinischer Literatur und Fachliteratur, das heißt vom Kinderbuchklassiker „Vom Jörg, der Zahnweh hatte“ bis zur Dissertation über die „Untersuchungen des Kalziumgehaltes in verschiedenen Zonen und Schichten des Milchzahnschmelzes“ ist alles dabei. Um diese Bestände der Öffentlichkeit unabhängig von äußeren Einflüssen (einer Pandemie z.B.) zugänglich machen zu können, wurde uns auf einen Antrag beim Deutschen Verband für Archäologie e.V. eine Projektförderung zur Anschaffung eines Hochleistungsscanners, der speziell für historische und fragile Bücher geeignet ist, genehmigt. Das Spezialgerät wird mit Mitteln des Programms „Neustart Kultur“ der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien ermöglicht und kann damit hoffentlich dazu beitragen diese wichtigen wissenschaftlichen Quellen zu bewahren und mit Hilfe der Fördermittel für die Öffentlichkeit nutzbar zu machen.

     

    Ahoi: Und wo drückt der Schuh?

    Andrea Aurig: Um das herauszufinden, kann man eines unserer vielen Röntgengeräte benutzen. Spaß bei Seite. Denn, was das Gerät vor allem sehen würde, ist der geringe Inhalt in unserer Museumskasse. Das Museum wird seit über 20 Jahren ehrenamtlich betrieben und erhält keine Institutionelle Förderung, trotz des enormen Wissensschatzes, der hier lagert. Das ist eigentlich unvorstellbar und auch besorgniserregend.

    Viele Kultureinrichtungen haben ja ähnliche Probleme, dass sie sich von Projektförderung zu Projektförderung hangeln. Damit ist der Erhalt der Sammlung eigentlich permanent bedroht. Obwohl im Grunde die gesamte Geschichte der Zahnheilkunde verteilt in vier Häusern in Zschadraß liegt und die Erhaltung dieses Wissens eine länderübergreifende Angelegenheit sein sollte, konnte das Museum allein durch den Enthusiasmus der Ehrenamtlichen so lange bestehen. Unklar ist allerdings, ob das Museum in den kommenden Jahren an seinem Standort weiter bestehen kann oder sogar umziehen muss. Durch die fehlende finanzielle Förderung durch den Freistaat Sachsen liebäugelt Andreas Haesler mittlerweile auch mit einem Umzug ins Ausland, damit das Museum mit seinen mehr als 500 Tonnen an Objekten weiter bestehen bleiben und so das Wissen aus über 4000 Jahren Zahnheilkunde auch künftig weltweit an die jungen Generationen weitergegeben werden kann.

     

    Ahoi: Die „Dentalistik“ ist ja in der Öffentlichkeit nicht unbedingt die beliebteste Wissenschaft. Eine gute Freundin – Zahnärztin – sagte mal in einem Interview mit mir, dass dies daran liegt, dass sie im privatesten Raum agiert – im Mund. Was denken Sie, Frau Aurig, woran liegt das schlechte Image Ihrer Berufung?

    Andrea Aurig: Das klingt gar nicht so abwegig. Schließlich wird nicht nur außerhalb des Körpers, sondern sogar im Inneren des Körpers behandelt. Zumal man auch in den meisten Fällen nicht sehen kann, was dabei passiert. Es fordert also ein hohes Maß an Vertrauen zwischen Behandlern und Patient. Dass die Patienten im Mittelpunkt der Behandlung stehen, war auch lange Zeit nicht vorgesehen und eine adäquate Behandlung nur wenigen Menschen mit entsprechenden monetären Möglichkeiten vorbehalten. Wenn man sich dann die Entwicklung der Zahnbehandlung mit all ihren Facetten und Pelikanen im Laufe der Geschichte anschaut, ist ein heutiger Zahnarztbesuch meiner Meinung nach fast ein Spaziergang (Vor allem wenn er regelmäßig gemacht wird) und das schlechte Image der Zahnbehandlung sollte spätestens nach einem Besuch im Dentalmuseum eindeutig nochmal überdacht werden.

     

    Ahoi: Hier können Sie auch gern noch einmal Menschen zu sich einladen. Auf denn:

    Andrea Aurig: Nirgendwo anders kann man seine Angst vor dem Zahnarzt besser verlieren, als in Zschadraß. Die Sammlung ist in ihrer Größe und Ausprägung einzigartig auf der Welt und muss mindestens einmal im Leben besucht werden, egal ob man vom Fach ist oder nicht, denn die Vergangenheit der Zähne und die Entwicklung ihre Behandlung geht uns alle etwas an.

     

    Ahoi: Danke für Ihre Zeit und Ihre Antworten, Frau Aurig

    Andrea Aurig: Vielen Dank!

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