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  • Kunst
Fred Stein im Capa-Haus und der DNB

Flüchtling und Foto-Pionier

1933 flüchtete Fred Stein vor den Nationalsozialisten – und wurde zum Porträtisten der deutschsprachigen Emigranten in Paris und New York. Das Capa-Haus und die DNB würdigen den Pionier der Kleinbildkamera.

Peter Stein neben einem Foto seines Vaters, der 1909 in Dresden geboren wurde und 1967 in New York starb
Peter Stein neben einem Foto seines Vaters, der 1909 in Dresden geboren wurde und 1967 in New York starb © Dimo Rieß

Anfang der 1930er-Jahre schloss Fred Stein das Jura-Examen in Leipzig als Jahrgangsbester ab. Doch in den juristischen Dienst der Nationalsozialisten konnte und wollte er sich nicht stellen. Stein war Jude und Sozialist, der auch nach der Machtergreifung der Nazis noch antifaschistische Flugblätter verteilte. 1933 flüchtete er mit seiner Frau Lilo nach Paris. Mit einer Leica im Gepäck.

Mein Vater war ein Künstler. Er hat mir das Sehen beigebracht. Peter Stein, Sohn des Exil-Fotografen Fred Stein

Revolution der Kameratechnik

Mit dieser Kamera hält Fred Stein die wachsende deutschsprachige Exilgemeinde in Paris fest. Porträts von Willy Brandt und Klaus Mann aus jenen Jahren zeigt das Exilarchiv der Deutschen Nationalbibliothek derzeit in der Ausstellung „Out of Exile“. Ebenso Aufnahmen von André Malraux, Bertolt Brecht und Boris Pasternak bei einem Schriftstellerkongress.

Wertvolle Zeitdokumente, die Stein zu einem der Pioniere der Kleinbildkamera machten. „Die Leica war die erste Kamera im Kinofilmformat“, erklärt Peter Stein, Sohn von Fred Stein, beim Gang durch die Ausstellung. Nie zuvor konnte so schnell und spontan fotografiert werden. Die Streetfotografie entstand und ermöglichte auch Karrieren von Robert Capa und Gerda Taro, die mit Stein befreundet waren. Ein Taro-Porträt von Stein ist derzeit im Capa-Haus zu sehen. Dort findet unter dem Titel „Fred Stein und der Spanische Bürgerkrieg“ die Parallelausstellung des Stadtgeschichtlichen Museums statt.

Stein trifft Einstein

„Mein Vater war ein Künstler. Er hat mir das Sehen beigebracht“, sagt Peter Stein, dem eine erfolgreiche Karriere als Kameramann gelang. Er drehte unter anderem Stephen Kings „Friedhof der Kuscheltiere“. Heute betreut er das Fred-Stein-Archiv in New York, wohin seine Eltern 1941 flohen.

In der DNB ist auch eine der bekanntesten Fotografien Fred Steins zu sehen, ein Porträt Albert Einsteins von 1946. Zehn Minuten soll der Zeitplan des Physikers erlaubt haben. „Am Ende blieb mein Vater zwei Stunden“, sagt Peter Stein und beschreibt seinen Vater als humanistischen Intellektuellen, der leicht Zugang fand zu bedeutenden Persönlichkeiten seiner Zeit.

Mehr Infos zu den Ausstellungen in der DNB (bis 4. Juli) und im Capa- Haus (bis 31. Juli) unter
www.dnb.de und www.stadtgeschichtliches-museum-leipzig.de

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