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Auf den eigenen Körper achten

Fitness im Alter - ganz nebenbei

Fitness im Alter
Regelmäßig in Bewegung zu bleiben ist eins der Top-Rezepte für Gesundheit im Alter © Adobe Stock / Vane Nunes / 578747980

Das Alter bringt physische Einschränkungen mit sich, die die Lebensqualität beeinflussen und begrenzen können. Normale Alterserscheinungen lassen sich möglicherweise nicht ganz vermeiden, trotzdem ist es möglich, bis ins hohe Alter fit und gesund zu bleiben. Dafür müssen keine starren Übungsprogramme absolviert werden. Es reicht völlig aus, regelmäßig in Bewegung zu bleiben. Wie das auch ohne Sportgruppe gelingt, wird im folgenden Artikel zu Fitness im Alter beschrieben.

Fitness im Alter - Tipps & Möglichkeiten

Tanzen

Tanzen ist für viele Paare ein Hobby. Früher fanden regelmäßig Tanzabende statt, bei denen die Älteren ihrer Tanzlust im geselligen Beisammensein frönen konnten. Solche Ereignisse sind mittlerweile dünn gesät, was der Tanzleidenschaft keinen Abbruch tut.

Immerhin gibt es überall Tanzschulen, in denen man nicht nur seine Walzerschritte auffrischen kann. Es spricht nämlich nichts dagegen, auch im Seniorenalter neue Tänze zu lernen. Die Konzentration auf neue Schrittfolgen sorgt dafür, dass der Geist fit bleibt und das Gedächtnis geschult wird. Bei jedem Tanz wird der Körper bewegt, was für die Funktionsfähigkeit der Gelenke von größter Wichtigkeit ist.

Jede körperliche Bewegung dient nicht nur dem Abnehmen oder dem Halten des Gewichtes. Sämtliche Muskeln behalten ihre Elastizität nur dann, wenn sie regelmäßig gefordert werden. Teile des menschlichen Körpers, die nicht benutzt werden, verkümmern. Wer viel sitzt, muss daher im Alter einen Ausgleich schaffen, damit sich die Muskeln nicht verkürzen und Schmerzen entstehen. Wird eine Schonhaltung eingenommen, um dem Schmerz zu entgehen, schließt sich der Kreislauf, weil die Muskeln weiter verkümmern.

Deshalb ist tägliche Bewegung unvermeidbar, wenn man aktiv bleiben möchte. Tanzen ist dabei kein Vergnügen, zu dem man sich aufraffen muss, wie es bei Sporteinheiten häufig der Fall ist. Wer das Tanzen liebt, hat großen Spaß daran und sollte sich das Vergnügen regelmäßig gönnen. Viele Tanzkurse machen es auch Singles möglich, die Freude an der Bewegung auszudrücken. Durch Singlekurse haben schon viele Menschen unbeabsichtigt einen echten Freund oder einen Lebenspartner gefunden.

Radwandern

Ab einem gewissen Alter wird es schwieriger, ein Fahrrad zu lenken. Doch bis dahin lässt sich der Drahtesel perfekt für die eigene Gesundheit nutzen. Das Auto bleibt in der Garage und Kinder und Enkel, die im gleichen Ort wohnen, werden mit dem Fahrrad besucht. Am Wochenende lassen sich Ausflugsziele mit der ganzen Familie oder den Freunden planen, damit die Bein- und Rückenmuskulatur trainiert wird. Dabei müssen die Ausflüge keinen sportlichen Charakter haben, denn eine Überlandpartie kann auch im Schneckentempo erfolgen.

Große Strecken lassen sich mit dem Rad im Alter leichter bewältigen, wenn zwischendurch oder für die Rückfahrt die Bahn genutzt wird. Auf diese Weise können mit dem Fahrrad auch Ziele angesteuert werden, die etwas entfernt vom Wohnort liegen.

Noch einfacher wird es, wenn E-Bikes für die Fortbewegung zur Verfügung stehen. Allerdings sollte man auf den sportlichen Einsatz nicht ganz und gar verzichten, um den Körper ein wenig zu trainieren. Ein E-Bike macht es jedoch möglich, immer wieder kurze Pausen einzulegen, wenn die Puste nicht mehr reicht und der Weg noch weit ist. Steigungen lassen sich mit solch einem Rad im Alter viel leichter bewältigen, ohne erschöpft auf dem höchsten Punkt der Straße anzukommen. Sobald die eigene Kraft nicht mehr ausreicht, kommt der Motor dazu und sorgt für eine erholsame Weiterfahrt.

Wassergymnastik

Schwimmen ist in jedem Alter hilfreich, weil sich der Körper im Wasser viel leichter anfühlt und der Rücken durch die Auftriebskräfte entlastet wird. Man kann sich vornehmen, ein- oder zweimal wöchentlich für eine bestimmte Zeitspanne seine Bahnen zu ziehen oder man schwimmt, weil es einfach Spaß macht. Mit dem Freund oder einer Freundin an der Seite vergeht die Schwimmzeit ungeahnt schnell und artet nicht in verbissenes Leistungstraining aus.

Wer regelmäßig schwimmt, tut seiner Wirbelsäule etwas Gutes und trainiert durch das Schwimmen jeden Muskel des Körpers. Wem es zu langweilig erscheint, im Schwimmbecken seine Bahnen zu ziehen, der sollte sich über die Schwimmkurse vor Ort informieren. Das Schwimmen mit Poolnudeln macht Spaß, aber auch Wassertreten und Gymnastik im Wasser können eine unterhaltsame Abwechslung sein, die den Knochen etwas Gutes tut.

Als Einzelperson tut man sich oft schwer, im Wasser gymnastische Übungen zu absolvieren, obwohl das dem Körper sehr gut tut. Wer sich jedoch einer Gruppe anschließt, übt zu Zeiten, in denen das Freibad oder die Schwimmhalle fast leer sind.

Gartenarbeit

Das Arbeiten im Garten ist nicht nur für die Seele entspannend. Körperliche Bewegungen in alle Richtungen sorgen dafür, dass der gesamte Körper belastet und trainiert wird. Natürlich gibt es Arbeiten, die im Alter immer schwerer fallen. Das Unkraut jäten, Blätter und Zweige in den Sack für Grünabfall verstauen oder die Stellen des Gartens mit der Gießkanne gießen, bis zu denen der Gartenschlauch nicht reicht, sind irgendwann nicht mehr zumutbar.

Dafür ist es einfacher, den Rasen zu harken, Johannisbeeren zu pflücken und leichte Umgrabearbeiten durchzuführen. Das Gartenhäuschen, Tisch und Stühle aus Holz sowie der Carport lassen sich einmal im Jahr mit neuer Farbe verschönern. All das geschieht an der frischen Luft und bringt die müden Knochen, die nur noch das Sitzen gewohnt sind, in Schwung.

Neben der Bewegung sorgt Gartenarbeit für freudige Gefühle. Blühende Blumen, Vogelnester mit Jungtieren in der Hecke, das Summen der Insekten und die Tasse Kaffee am Nachmittag auf der Wiese sorgen für eine glückliche und zufriedene Stimmung. Dadurch bleiben Körper, Geist und Seele fit und schenken einem Menschen das Gefühl, auch im Alter nützlich und wichtig zu sein.

Glücklich sein

Jeder weiß, dass Lachen das chemische Gleichgewicht positiv beeinflussen kann. Die Ausschüttung der Stresshormone geht zurück und Glückshormone strömen durch den gesamten Körper. Auch in Studien wurde nachgewiesen, dass Menschen länger leben, wenn es mehr Spaß in ihrem Leben gab. Die Antikörper vermehren sich und die Durchblutung, die für ein Herz notwendig ist, wird gefördert.

Glücklich zu sein, ist gar nicht schwer. Im Alltag gibt es so viele Situationen, in denen ein kleines Lächeln entstehen kann. Ein Regenbogen am Himmel, die sich öffnenden Knospen der Gartenblumen, eine Katze, die sich in der Sonne räkelt oder der erste Storch im Frühling - all das sind Momente, die das Herz berühren und Glückshormone freisetzen. Das kann jedoch nur geschehen, wenn bewusst auf diese kleinen Dinge geachtet und der Fokus von den ruhelos kreisenden Gedanken abgezogen wird.

Innere Zufriedenheit sorgt dafür, dass nachts die Reparaturarbeiten im Körper erfolgen, die notwendig sind, um den Organismus zu entgiften und die Zellen zu erneuern. Je weniger Stresshormone im Körper kreisen, desto besser verläuft die nächtliche Erholungsphase.

Geistige Fitness

Um die geistige Fitness zu erhalten, müssen nicht täglich Kreuzworträtsel gelöst werden. Das Alter stellt einem Menschen viel Zeit zur Verfügung, die sich auf verschiedene Weise nutzen lässt. Jetzt ist es möglich, ein Instrument zu erlernen, für das in der Jugend die Zeit oder das Geld fehlten.

Das Erlernen einer neuen Sprache hält die grauen Zellen fit und kann die Vorbereitung für den nächsten Auslandsurlaub sein. Lernen ist in jedem Alter möglich. Gehirnzellen entstehen immer dann, wenn neue Informationen gespeichert werden sollen. Sobald unbekannte Abläufe geübt werden, beginnt das Gehirn zu arbeiten, unabhängig wie alt der Betreffende ist.

Deshalb ist es nie zu spät, etwas Neues zu beginnen. Selbst das Studium, das man sich in der Jugend nie zugetraut hatte, ist jetzt möglich. Es braucht nur eine mutige Entscheidung und das Wissen, dass Alter nicht unbedingt mit körperlichem und geistigem Verfall gleichzusetzen ist. Auch ein Kochkurs kann einer gestandenen Hausfrau neue Erkenntnisse bringen und zu einer gesunden Ernährungsumstellung führen.

Fazit

Fitness im Alter kann sich ganz beiläufig einstellen. Solange man sich für seine Umwelt interessiert, auf seinen Körper achtet und den Fokus auf die guten Dinge richtet, braucht es keine Kraftanstrengung, um gesund zu bleiben. Der Schlüssel zur Gesundheit liegt im Reflektieren der eigenen Gewohnheiten.

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