• Sport
Sidekick Leipzig e. V.

Feministisch Boxen

Im Leipziger Westen steht das einzige Kampfsportgym Sachsens, das der männlich dominierten Szene die Stirn bietet. Seit 2016 können bei Sidekick Frauen, Lesben sowie Trans-, Inter- und nichtbinäre Personen Muay Thai und Selbstbehauptung trainieren.

Trainingsfight im Sidekick Leipzig e. V
Zuschlagen ja, Leistungsdruck nein: Trainingsfight im Sidekick-Gym © Sidekick Leipzig e. V.

Imke und Ro teilen eine große Leidenschaft für Muay Thai (Thaiboxen). Und sie haben etwas geschaffen, das es so in Sachsen nicht noch einmal gibt: 2016 gründete das Duo das erste und nach wie vor einzige feministische Gym. Beheimatet ist der „Sidekick Leipzig e.V.“ im Westwerk in Plagwitz. Das Angebot richtet sich an Frauen, Lesben sowie Trans-, Inter- und nichtbinäre Personen. „Wir wollen einen geschützten Raum mit einer entspannten Trainingsatmosphäre ohne Leistungsdruck schaffen“, erklärt Imke. Und Ro ergänzt: „Bei uns muss sich niemand beweisen. Wer mitmachen möchte, muss nicht unbedingt sportlich sein.“

„Aktion Mensch" fördert Nachwuchs

Die Nachfrage ist riesig. 350 Vereinszugehörige schwitzen – wenn nicht gerade Lockdown ist – Woche für Woche im Westwerk, davon 70 unter 18 Jahren. Das Training für Mädchen, Inter-, Non-Binary- und Trans-Jugendliche und -Kinder ab sechs wird von der „Aktion Mensch“ gefördert. Für die Heranwachsenden ist es besonders wichtig, im Gegensatz zu fast allen anderen Gyms nicht nur männliche Trainer vor sich zu haben, „sondern Leute, mit denen sie sich besser identifizieren können“, sagt Ro überzeugt. Ro selbst bezeichnet sich als agender, d.h. keinem der beiden vorherrschenden Geschlechter zugehörig.

Wir wollen einen geschützten Raum schaffen. Imke, Sidekick Mitgründerin

Freude auf den regulären Betrieb

Neben Thaiboxen bietet das 15-köpfige Team auch Kurse für Konditions- und Rückentraining, Yoga sowie „Pratzen & Pumpen“ an. Neben Spiel und Spaß geht es bei Sidekick um Technik und Sport sowie Selbstbehauptung und Verteidigung. Während der beiden Corona Lockdowns verlagerte sich das Training wie bei so vielen Vereinen auf OnlineKurse. Auch wenn die Resonanz groß war, freuen sich alle wieder auf die persönliche Begegnung in der Halle. Auf das Schlagen, Treten und Schwitzen in ihrem geschützten Raum.

« zurück
zur aktuellen Ausgabe