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Klassik Stiftung Weimar feiert einen Klassiker

„Faust“ von allen Seiten

Mit 26 kam Goethe als Minister und Freund des Herzogs an den Weimarer Hof. Hier arbeitete er auch intensiv am „Faust“. Diesem widmet die Klassik Stiftung Weimar ein Themenjahr mit mehreren Ausstellungen.

Einblick in die multimediale Schau „Faust. Eine Ausstellung“
Einblick in die multimediale Schau „Faust. Eine Ausstellung“ © Thomas Müller / Klassik Stiftung Weimar

Zwar weiß ich viel, doch möcht’ ich alles wissen“, lässt Goethe seinen Faust sagen, den verzweifelten Gelehrten, der sich einlässt auf den Teufelspakt, um die eigenen Grenzen zu sprengen.

„Faust“ gilt als eines der bedeutendsten Werke der deutschen Literatur. Als Goethe 1775 nach Weimar kam, hatte er Teile bereits geschrieben und im Gepäck. In Weimar gedieh sein Lebensthema, das die Fragen jener Zeit behandelte. Jetzt, im 250. Jahr nach Goethes Ankunft, feiert die Klassik Stiftung Weimar ihr Faust-Jahr mit einer Sonderausstellung, die das Werk neu erkundet – und Verbindungen zieht in die Gegenwart.

Wir beleuchten den ‚Faust‘ von allen Seiten, um Lust aufs ‚Faust‘-Lesen zu machen. Petra Lutz, Projektleitung Goethe-Nationalmuseum

Multimediale Erkundung

Was geht uns „Faust“ heute an, lässt sich als eine der Leitfragen der Schau formulieren. Die Antwort: Eine Menge, denn das Potenzial Künstlicher Intelligenz, die Krise des Kapitalismus und natürlich die Suche nach der eigenen Identität sind Themen, mit denen sich der Stoff auseinandersetzt. „Wir beleuchten den ‚Faust‘ von allen Seiten und ziehen sämtliche Register des Ausstellungsmachens, um Lust aufs ‚Faust‘-Lesen zu machen“, so Kuratorin Petra Lutz.

Die multimediale Literaturausstellung im Schiller-Museum schafft mit Filmelementen, Themeninseln und Comic-Elementen von Simon Schwartz ungewöhnliche Zugänge. Auch der Klang der Verse spielt eine zentrale Rolle. Außerdem entsteht ein Eindruck davon, mit was sich Goethe forschend auseinandersetzte, als er seine Tra­gödie verfasste. „Erstmals beziehen wir Goethes große Natur- und Kunstsammlungen in eine ‚Faust‘-Ausstellung ein und beleuchten so Verbindungslinien zwischen seiner Auseinandersetzung mit Naturwissenschaften, mit der Kunst und dem ‚Faust‘“, sagt Lutz.

Einblick in das Original-Manuskript

Zudem zeigt die Ausstellung „Experiment Faust – Aus Goethes Schreibwerkstatt“ im Goethe- und Schiller-Archiv zu ausgewählten Terminen das Original-Manuskript von „Faust II“. Das Studienzentrum der Herzogin Anna Amalia Bibliothek spürt in „Teuflisch! Mephisto in der Bibliothek“ dem medialen Weg des diabolischen Verführers nach. Der tauchte bildhaft in frühen Buchillustrationen auf und später vielfach in der Werbung.

Mehr zum Themenjahr „Faust“ unter
www.klassik-stiftung.de

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