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Premiere am 20. Juni

„Es wird kein feministischer Kampfabend“

Komplexe Diskurse bringt kaum jemand so originell und präzise auf den Punkt wie Liv Strömquist. Ihre Comics werden jetzt zur Grundlage des Open-Air-Thea- ters des Schauspiels Leipzig auf dem Agra-Gelände.

Noch wird im Saal geprobt: das Team des Sommertheaters am Schauspiel
Noch wird im Saal geprobt: das Team des Sommertheaters am Schauspiel © Rico Thumser

Folgen Beziehungen ganz privaten Entwürfen? Wie stark sind sie von gesellschaftlichen Erwartungen geprägt? Wie sind sie überlagert von falschen Idealen, gefüttert von Medien oder Social-Media-Inszenierungen? Das Schauspiel Leipzig wagt sich in seinem Sommertheater an das Thema.

Am 20. Juni feiert „Ich denk schon wieder (nur an dich)“ in der Ag(o)ra auf dem Agra-Gelände Premiere. Regie führt Ellen Neuser. Sie spielt seit der vergangenen Saison am Rostocker Theater, aber aus ihrer Leipziger Zeit steht immer noch ihr Regie-Debüt auf dem hiesigen Spielplan: „Liv Strömquist denkt über sich nach“ von Strömquist und Ada Berger.

Inhaltlich arbeiten wir uns an bekannten Paarbeziehungen ab und suchen popkulturelle Bezüge. Ellen Neuser, Regisseurin von „Ich denk schon wieder (nur an dich)“

Liv Strömquist liefert die Vorlage

Kaum jemand bringt aktuelle Gesellschaftsdiskurse so treffsicher und gewitzt auf den Punkt wie Liv Strömquist. Ihre Comics sezieren oft das Beziehungsleben aus machtkritischer Perspektive. Comics und ein gemeinsam mit Ada Berger verfasstes Theaterstück von 2014 bilden jetzt die Grundlage der Leipziger Produktion.

„Ich bin mit Ada Berger in Kontakt, und sie hat uns alle Freiheiten gegeben, Szenen neu zu schreiben“, sagt Neuser, die gemeinsam mit dem Ensemble ein Stück entwickelt – im ständigen Wechsel zwischen Improvisation und daraus entstehendem Text. „Ada arbeitet auch so“, sagt Neuser. Die Arbeitsweise habe das Potenzial für sehr spielerische Texte. „Inhaltlich arbeiten wir uns an bekannten Paarbeziehungen ab und suchen popkulturelle Bezüge“, sagt Neuser.

Dabei ist ihr wichtig, dass der Probenprozess dem Team Spaß macht. Das übertrage sich auf das Publikum. Und es passt gut zum Ausgangsmaterial: Auch die Strömquist-Comics öffnen über Humor den Zugang zu komplizierten Fragen.

Fünf Schauspieler, viele Szenen

Auch formell lehnt Neuser den Theaterabend an die Comics der Schwedin an: Es wird keine durchgängige Handlung erzählt. Die fünf Schauspieler wechseln die Rollen und springen in viele Szenen und Konstellationen, um das Thema aus verschiedenen Perspektiven zu beleuchten. Möglichst fundiert, aber mit Freude am Spiel. Neuser: „Es wird kein feministischer Kampfabend.“

„Ich denk schon wieder (nur an dich)“
Agra-Gelände
Premiere am 20. Juni

Alle Termine und Tickets unter
www.schauspiel-leipzig.de

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