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  • Literatur
In den Magazinen der DNB

„Es geht langsam auf die Zielgerade“

Im Staatsauftrag wächst seit 1913 das kulturelle Gedächtnis in der Deutschen Nationalbibliothek. Rund sieben Fußballfelder misst die Magazinfläche – das reicht bald nicht mehr für die Masse der Neuerscheinungen.

Direktionsreferentin Dr. Tina Bode und Magaziner Jan Schäfer führen durch die Magazine
Direktionsreferentin Dr. Tina Bode und Magaziner Jan Schäfer führen durch die Magazine © Dimo Rieß

Volker Kutschers „Goldstein“ steht neben Herta Müller auf Rumänisch. Ein paar Zentimeter weiter fragt der Titel: „Werden wir auf dem Mars leben?“ Selbst fragt man sich angesichts des thematischen Durcheinanders eher: Herrscht denn überhaupt keine Ordnung in der Deutschen Nationalbibliothek?

Täglich 13.900 neue Publikationen

Magaziner Jan Schäfer, der durch Stockwerk sieben im Bücherturm führt, muss nur einmal mit der Hand eine Linie über das Regal ziehen. Dann fällt auf: Die Bücher sind nach Formaten geordnet. Der nächste Regalboden schließt passgenau an. Es geht um „Platzoptimierung“, wie DNB-Pressesprecher Stephan Jockel sagt. Denn die DNB sammelt und archiviert seit 1913 für die Ewigkeit. Würde man nach Autoren ordnen, müsste mit jeder Neuerscheinung umsortiert werden.

Jeden Tag müssen die Bibliothekare rund 13.900 neue Publikationen an beiden Standorten zusammen in Leipzig und Frankfurt am Main erfassen, verschlagworten und einsortieren. In der Mehrzahl elektronische Werke, doch es bleiben immer noch über 3.600 physische Medien, die einsortiert werden und vom höchsten und tiefsten Geschoss aufeinander zuwachsen.

Der Bücherturm in Leipzig mit 20 Etagen, 1982 eröffnet, ist durch die dicke Gebäudehülle weitgehend temperaturstabil. Die jüngste bauliche Erweiterung ist klimatisiert. „16 bis 18 Grad Raumtemperatur, 40 bis 50 Prozent Luftfeuchtigkeit, kein Tageslicht“, zählt Schäfer auf, das sind die optimalen Bedingungen für Bücher. Wer durch das Gebäude wandert, kann schon am Wandel der Architektur die lange Geschichte des Hauses ablesen.

2026 wird wieder gebaut

Auf einem Monitor zeigt Schäfer die Verzweigungen eines Förderbands. Schon seit den 1960er-Jahren werden die Medien auch teilweise mechanisch durch eine Buchtransportanlage durch das Haus transportiert.

Rund 500 Bestellungen liefert die Präsenzbibliothek täglich in die Lesesäle. Derweil füllen sich die Regale. In drei mittleren Geschossen ist noch Platz, sagt Schäfer. „Es geht langsam auf die Zielgerade.“ Schon 2026 wird wieder gebaut.

Nachgefragt bei Dr. Tina Bode, Direktionsreferentin, Deutsche Nationalbibliothek

Was sammelt und archiviert die DNB?

Alles in Bild, Ton und Schrift, was in Deutschland oder in deutscher Sprache veröffentlicht wird. Das ist die kürzeste Formel, auf die sich der gesetzliche Sammlungsauftrag bringen lässt.

Wie groß ist der Bestand?

Gut 53 Millionen Medienwerke befinden sich an den beiden Standorten in Leipzig und Frankfurt. Jedes Jahr kommen circa drei Regalkilometer allein in Leipzig hinzu, deshalb wird der fünfte Erweiterungsbau nötig, der 2030 eröffnen soll. Aktuell entspricht unsere Magazinfläche etwa sieben Fußballfeldern.

Mehr Infos unter
www.dnb.de

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